Karret - Luskopf - Schlagstein - Füssener Jöchl  (gelesen 8456 mal)

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Online kalle

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Karret - Luskopf - Schlagstein - Füssener Jöchl
« am: 02. Dez 2007 - 11:26 Uhr »

Über das Pistengelände des Konrads-Hüttle-Liftes und durch die Waldschneise hinauf zur Hundsarschalpe, weiter gegen Süden ins Kar unterhalb des Bugschrofens und gleich orografisch rechts ins Karrettal. Unterhalb den Felsen des Karrejöchels hindurch hinauf und zum Schluß steiler werdend ins Joch zwischen Schlicke und Wildböden.

Anstieg im Karrettal

Blick auf die Gipfelkreuze von Großer Schlicke (li.) und dem Schlickeschrofen

Zu Fuß noch auf die höchste Erhebung im Bereich der Wildböden (der Luskopf steht, wie ich von meiner Aussichtswarte feststellen musste aber noch weiter westlich vorgelagert über dem Tal der Vilser Alpe). Nach dem kurzen Abstieg zum Skidepot im Joch folgte dann die Abfahrt schräg hinein ins Kar unterhalb der Vilser Scharte und hinunter zu dem Boden am Schlagstein.

Blick von der höchsten Erhebung der Wildböden auf den Forggensee bei Füssen

Ausblick auf den weiteren Tourenverlauf; durch das kleine Tal hinauf zum Füssener Jöchl

Dort wieder aufgefellt und durch ein kleines Tal hinauf zur Liftanlage an der Jochalpe und im weiteren Verlauf schlußendlich über die Piste empor zur Bergstation des Füssener Jöchels. Abfahrt über die Piste hinunter nach Grän.
Nadja holte mich dann am Parkplatz des Hotel Sonnenhof wieder ab und eine nette und kurze Nachmittagstour ging zu Ende. :bravo

Vilser Kegel und Forggensee

Blick vom Füssener Jöchel zu Krinnenspitze und Litnisschrofen hinüber

Gruß
Kalle
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Offline Kauk

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Luskopf (mit Wildböden)
« Antwort #1 am: 23. Jan 2013 - 21:43 Uhr »
Nach langer Abstinenz was das Bergige angeht, bin ich heute endlich zu meiner 1. Skitour der Saison gekommen. Vom Konradshüttle gings auf den Luskopf (1796 m, Westgipfel) und die Wildböden (1803 m, Hauptgipfel).

Route: So wie von Kalle beschrieben.

Ausgangspunkt ist der große, kostenlose Liftparkplatz (ca. 915 m) am Skilift Konradshüttle, den man von Vils aus erreicht. Zunächst gehts über die Piste hinauf, die Abzweigung befindet sich an Stütze 7, man folgt dem an dieser Stelle beschilderten Sommerweg. Nach kurzer Zeit quert man den Hundsarschbach, je nach Schneelage müssen die Ski evtl. runter. Auf der anderen Seite des Baches geht es die schmale Schneise hinauf zu einer Forststraße, die aus dem Tal heraufzieht. Auf der gegenüberliegenden Seite die nächste Schneise hinauf, an deren Ende geht man rechts um die dritte Schneise zu erreichen. Dort wo sie sich stark aufsteilt kann man entweder nach rechts oder links ausweichen. Vermutlich ist nach links auf den Rücken die bessere Variante. Man gelangt von dort in die breite, langezogene Mulde die quasi den Beginn des Karrettals markiert, das dann bis zum Karretjoch nach Westen zieht. Ich bin allerdings zunächst der Variante nach rechts gefolgt, hatte dann aber die Befürchtung die Spur könnte zum Hundsarschjoch ziehen und bin deshalb vorzeitig etwas unkomfortabel durch die Mulde zu den freien Hängen unter der Großen Schlicke gequert (deshalb eher Variante 1). Allerdings laufen beiden Varianten später wieder zusammen. Irgendwo in diesem Bereich sollte auch das Gebäude der Hundsarschalpe stehen.

Nun durch das Karrettal ohne Probleme und große Hindernisse zur Schlussflanke unter dem Karretjoch. Sie ist das längste, steilste Stück im freien Gelände, vom Gefühl her wars so wie unterm Güntle am Ponten. Aus dem Joch ohne Probleme schnell hinauf zum Gipfelkreuz aus dem Jahr 2007 auf dem Luskopf, das ab und zu durch die Bäume blitzt.

Vom Luskopf sieht man bereits eine Möglichkeit, auf die Wildböden zu gelangen. Über eine kurze, felsige Stufe hinauf zum waagrechten Grat und hinüber zum kurzen Gipfelaufbau (siehe Bild). Allerdings präsentierte sich die Stufe aus der Nähe als ziemlich zerbröselt, so dass ich dieses Wagnis bei Schneeauflage nicht eingehen wollte, zumal es linkerhand weit runtergeht. Also die Stufe nach rechts umgangen und sofort nach den Felsen eine unscheinbare Latschengasse zu Fuß hinauf (ob das immer bei allen Schneelagen geht weiß ich nicht, bei mir wars guter Trittschnee). Nach kurzer Zeit präsentiert sich die andere Seite des waagrechten Grats als kleines Plateau, über das man rasch zum Gipfelaufbau kommt (hierher auch wie Kalle direkt aus dem Karretjoch, man erkennt von dort eine ausreichend breite Latschengasse, evtl. mit Ski). Problemlos lässt sich von hier der höchste Punkt ersteigen.

Gefahrenpotential: Man bewegt sich größtenteils in dem nach Osten geöffneten Karrettal, so dass man bei den meisten Wetterlagen Schnee reingeweht bekommt. Auf der Route sollte das steilste Stück so um 35° sein. Nach Süden und Norden ist das Tal von steilen Felswänden abgeschirmt, die bspw. bei Selbstauslösungen ein Problem darstellen könnten. Vermutlich ist es am sinnvollsten, den Hängen der Großen Schlicke etwas auszuweichen. Hier war zum Beispiel an der Schlicke-Schulter eine große Lawine zu sehen, die aus dem schmalen Einschnitt heruntergekommen ist und recht weit in Richtung Aufstiegsroute abgefahren war. Da der Schlusshang zum Karretjoch bei Westwind sofort mit Triebschnee beladen wird, sollte man hier wohl auch eher defensiv vorgehen, verführerisch schnell ist man hier in steileren Hangbereichen. Im Winter wird die Sonne das Karrettal nicht oder erst sehr spät erreichen, auch die Wildböden sind durch die Große Schlicke bei tiefem Sonnenstand spät in der Sonne.

Heutige Verhältnisse: Insgesamt war das Wetter super, wenig Wind, aber kalt. Nach dem Lift bis zu den freien Flächen im Karrettal hat es eigentlich zu wenig Schnee. Im Wald sind inzwischen einige Stellen, an denen die Steine rausgefahren sind. Ansonsten ist es hier ziemlich zerfahren und hartgefroren, teilweise eisig. Oben dann eine vom Wind geprägte Schneedecke, größtenteils leichter Bruchharsch auf gut 30 cm Pulver, das ganze ließ sich gut fahren. Die Schneedecke war insgesamt stabil. Ringsumher sieht man Lawinenbollen von den steilen Felswänden, teilweise lösten sich Lockerschneelawinen in den Felsen.

Brentenjoch und der Hang zu Vilser Scharte sind gespurt. Auch in dem Kar hoch zum Skidepot am Bugschrofen muss in den letzten Tagen jemand gewesen sein, im unteren Bereich ist das überweht, obenraus sind Spuren zu erkennen.

Momentan würd ich vom Luskopf abraten, das Stück durch den Wald macht keinen Spaß, hab zum Ende hin meine Ski runtergetragen. Wem das nix ausmacht, der findet im Karrettal und am Bugschrofen sicher noch das eine oder andere Fleckchen unverspurten Pulver.

Fazit: Eine schöne Skitour auf einen nicht ganz alltäglichen Gipfel, an dem es eher ruhig zugehen dürfte. Beeindruckend ist vorallem die  Nordwand der Schlicke. Oben hat man dann ganz neue Blickwinkel in den westlichen Teil der Tannheimer Berge. Allerdings sollte man für die Tour warten bis genug Schnee liegt, sonst macht nur die halbe Tour Spaß. Wegen der schmalen Waldschneisen sollte man schon auch ein bisschen Skifahren können.

Zum Schluss ein paar Impressionen.
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Offline Kauk

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Re: Luskopf (mit Wildböden)
« Antwort #2 am: 23. Jan 2013 - 21:44 Uhr »
Und noch drei.

Offline Bergfex33

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Re: Karret - Luskopf - Schlagstein - Füssener Jöchl
« Antwort #3 am: 27. Jan 2013 - 17:48 Uhr »
@Kauk
Wir waren am Mittwoch auch erst mal die Richtung unterwegs.
Wir sind 3 Skifahrern begegnet.
Einem Pärchen weiter unten im steilen harschigen Gelände und weiter oben dann schon im Karrettal einem Skifahrer.
Warst Du da irgendwo mit von Partie?
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Offline Kauk

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Re: Karret - Luskopf - Schlagstein - Füssener Jöchl
« Antwort #4 am: 28. Jan 2013 - 19:21 Uhr »
@Kauk
[...]
Warst Du da irgendwo mit von Partie?
Wenn ihr das Duo aus Ski und Schneeschuh ward, dann habt ihr mich ungefähr am Eingang in das dichtere Latschengelände als grünen Skifahrer gesehen ;).
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Offline Bergfex33

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Re: Karret - Luskopf - Schlagstein - Füssener Jöchl
« Antwort #5 am: 28. Jan 2013 - 23:45 Uhr »
@Kauk

Ja das waren wir.
Mein Männe mit viel Elan und auf Tourenski voraus, ich bin auf Schneetreter und schon etwas angefressen hinterhergekeucht. :)
Eigentlich wollten wir zum Hundsarschjoch. Aber etwas blindäugig und den Tourenheinis vertrauend hinterher, sind wir natürlich im Karrettal gelandet, wo wir so auf 1600m wieder umkehrt sind. >:( ???
Zuvor hatten wir noch versucht über den rechten Grat zum Hundarschjoch zu kommen, sind da aber auch wieder zurück.
Zuhause dann die Karten studiert und zu dem Ergebnis gekommen, daß es auch möglich ist, an der anderen Seite wieder runterzukommen,und dann Richtung Vilser Alm.

Also dann am Sonntag nochmal gestartet, diesemal in Verstärkung von Harry.
Auch einem mit Tourenski.
Das wollten wir doch nicht auf uns sitzen lassen.
Wieder vom Sommerparkplatz unterhalb der Konradshütte hoch. Am Sonntag wars bei weitem nicht so harrschig wie am Mittwoch. Mit meinen Schneeschuhen hatte ich leichte Vorteile. Erst weiter oben, im Eingangsbereich des Karrettals, wo der Pulver und Tiefschnee anfing wurde es etwas mühsam.
Also erst mal meinen beiden Begeitern da angeraten, doch etwas breiter zu gehen, damit es für mich etwas einfacher wurde.
Ach, als hätte Gott mich erhört, erschienen plötzlich wie aus dem Nichts, 4 Schneeschuhgänger/innen aber mit einem Tempo, dem nicht zu folgen war.
Die 4 spurten teilweise auch in Skispuren da hinauf, ich dachte nur super, jetzt ist es größtenteils getan..........
Tja da standen sie dann die 3 Grazien und ihr Begleiter und die waren auch blindgläubig da den Spuren der Tourengeher hinterher gestapft.
Eigentlich wollten sie zum Hundsarschjoch. Ich erklärte ihnen so gut es ging den Weg, wußte aber auch, daß sie ihn, so wie wir am Mittwoch zuvor, nicht finden würden.
Mit hoch wollten sie nicht mehr. Keine Ortskenntnis, Lawinengefahr war ihnen nicht bekannt, naja jeder soll seine eigene Entscheidung treffen.
Fands halt schade weil meine Spurer wegfielen :D
Wir sind dann weiter hoch zum Karretjoch. Da oben blies ein erbärmlich starker und kalter Wind.
Ein paar Fotos und dann gings runter in unverspurtes pulvriges Gelände. Die beiden Jungs meist vorraus, ich mit meinen Tretern hinterher.
Bis auf ein Stück gings super runter. Aber irgendwann kamen wir an eine Felskante.
Von unten ertönten die Stimmen, weiter hoch, weiter hoch.
Also stapf ich mühevoll durch meterhohen Pulverschnee etwa 3m hoch, schau mir das an, entscheide, hier komm ich nie runter.
Also wieder zurück zum Abhang.
Zack, bums liege ich in einem Loch. Das eine Bein bekomme ich nach viel Mühe wieder raus, das andere steckt irgendwo unten fest. Ziehen und zerren bringt nichts, außer einem schmerzhaften Wadelkrampf.
Fange also an mit Graben. Erreiche dann tatsächlich das Gurtband der hinteren Verstellung. Mit viel Gestöhne kann ich es dann öffnen und dann doch mit Ach und Krach meinen Fuß rauziehen.
Von unten werden Rufe laut. Jaaaaaaaa..... zum Donner ja................ ich komm ja schon.
Dann erst mal den Schneeschuh ausgraben. Der zweite Stock ist inzwischen auch irgendwo in der Tiefe verschwunden.
Zweiten Schneeschuh runter, zweiten Stock ausgegraben und an Latschen festhaltend um das Eck hangeln. Schmeiß alles runter, tönt es von unten. Vorsichtig laß ich die Schneeschuhe nach unten fallen, einer meiner Stöcke fällt gleich mit. Dann kletter ich vorsichtig den Fels runter, von da aus geht es da recht problemlos die letzten Höhenmeter zum Weg runter. Die letze steile Stelle kurz vorm Wald wird auch gut gemeistert, dann ist es nur noch ein Kinderspiel bis wir an der propfenvollen Hütte sind.
Eine gute Brotzeit und weitergehts.
Natürlich sind meine beiden Tourenskifuzzis viel schneller unten als ich.
Ich wurde dann unten an der Hauptstrasse am Ortseingang von Vils eingesammelt.
Es war meine 3tte Schneeschuhtour.
Gehzeit etwa 5 1/4 Stunden.



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