Bergsport und Corona?

Fehler- und Risikokultur  (gelesen 20983 mal)

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Offline Andi

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Re: Fehler- und Risikokultur
« Antwort #50 am: 31. Jan 2015 - 21:24 Uhr »
Sehe ich wie Kauk. Technische Neuerungen haben meisten eine Licht- und eine Schattenseite. Es liegt an dem denkenden Menschen, verantwortungsvoll damit umzugehen und sie sinnvoll und rational einzusetzen.
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Offline Alpenspezi

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Re: Fehler- und Risikokultur
« Antwort #51 am: 01. Feb 2015 - 06:57 Uhr »
... Es liegt an dem denkenden Menschen, verantwortungsvoll damit umzugehen und sie sinnvoll und rational einzusetzen.

Das ist zweifelsfrei richtig.
Was Munter aber wahrscheinlich sagen will ist dass die (viele/wenige?) Menschen mit entsprechender Ausrüstung oft aufhören zu denken.
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Offline bergler1962

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Re: Fehler- und Risikokultur
« Antwort #52 am: 01. Feb 2015 - 11:06 Uhr »
Zitat
Was Munter aber wahrscheinlich sagen will ist dass die (viele/wenige?) Menschen mit entsprechender Ausrüstung oft aufhören zu denken.

... eben, das zeigt sich doch auch auf der Piste. Nun haben alle einen Helm auf und fühlen sich sicher(er). Fahren schneller wie früher. (Pisten sind nachmittags immer noch plan, früher mußten wir durch die Buckel, da war nix mit carven...)
Außerdem standen wir am Lift an und hatten Platz für die Abfahrt. Nun gehts zackig mit dem Lift hoch und wir stehen vor der Abfahrt an um ne Lücke zu finden. Auf Skitour hat der ABS Rucksack eine trügerische Sicherheit unter vielen Nutzern hervorgerufen. Wenn die sagen du wirst dadurch nicht verschüttet, dann...
« Letzte Änderung: 07. Apr 2016 - 22:39 Uhr von kalle »
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Offline zapfenwolfi

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Re: Fehler- und Risikokultur - Pitzenegg
« Antwort #53 am: 01. Feb 2015 - 11:31 Uhr »
was aktuelles - nur vom grünen Tisch (bzw. nur Internetschlau - war nicht unterwegs gestern)
Pitzenegg:




vorher sind da 2 reingefahren (siehe auch unten), und haben wohl nicht mitbekommen, dass sie nur knapp am Trigger vom Riesenbrett vorbei waren
(Ohne Rückmeldung via Internet würden sie es sicher als absolut Spitzen Tourentag - alles richtig gemacht - abspeichern - siehe unten).
http://www.alpine-auskunft.de/index.php?option=com_tourenliste&view=tour&layout=schitour&start=0&id=13578

die nächsten haben es dann getrickert
http://www.alpine-auskunft.de/index.php?option=com_tourenliste&view=tour&layout=schitour&start=0&id=13579

mehr
http://lawinenwarndienst.blogspot.co.at/
(da auch noch was aus der Gegend, Schneidspitz)

PS1:
ich finde, der Lawine AT blog und der Schweizer Wochenbericht gemahnt einen immer wieder, doch seine eigenen Entscheidungen kritisch zu überdenken und eventuell doch eine Stufe defensiver unterwegs zu sein
Selbstbeurteilung der Situation der beiden, die reingefahren sind:
"Ein Setzgeräusch beim Ansatz des Südrücken des Pitzenegg, aber im flachen Gelände kurz nach dem Sattel. Ansonsten soweit gut gesetzter Untergrund mit einigen wenigen, eingewehten Stellen. Diese konnte man leicht sehen."

PS2: das soll keine Verurteilung des Verhaltens der beiden sein. Wahrscheinlich hatten sie ja in den Stunden zuvor ein gutes Gefühl gewonnen. Wer weiss, was man selbst gemacht hätte.

So hat es nach (sportlicher) Einfahrt in den Osthang ausgesehen, vor dem Abgang der ganzen Flanke:
« Letzte Änderung: 01. Feb 2015 - 16:29 Uhr von zapfenwolfi »
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Offline zapfenwolfi

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Re: Fehler- und Risikokultur
« Antwort #54 am: 01. Feb 2015 - 21:27 Uhr »
andere hatten nicht so viel Glück ( bei Landquart - äußerstes Prättigau)

http://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/djsg/kapo/aktuelles/medien/2015/Seiten/201501313.aspx

nicht so weit weg vom Vilan wurde auch steiler gefahren, da hat´s g´halten
http://www.bergtour.ch/gipfelbuch/detail/id/70452/Skitour_Snowboardtour/Girenspitz_Schafberg
anscheinend  -mit dem ruhig gefallenen letzten Neuschnee  - hat das keinen so kritischen Eindruck gemacht -

Vilan;
Osthang auf 2200m, eventuell wurde etwas zu weit vom sicheren Rücken reingefahren,
auf dem Tagesschau Film kann man allerdings erkennen, dass der Abriss aber bis rein in den Bereich der vielen Spuren ging:
http://www.tagesschau.de/ausland/lawinen-103.html

update 03.Feb:
http://www.srf.ch/news/schweiz/acht-lawinentote-an-einem-wochenende?ns_source=web&fb_ref=Default
Film ab 1:00

Anmerkung Administrator: Sorry Wolfi, die Karte musste ich leider aus urheberrechtlichen Gründen heraus nehmen

Karte unter folgendem link
http://map.wanderland.ch/

so schaut die Gegend aus_ unklar das Detail, wo die Gruppe unterwegs war:
http://www.hikr.org/gallery/photo1030991.html?post_id=61716#1

screenshot vom Film (link srf.ch) aus schweizer Tagesschau

und hier jetzt etwas mehr Konkretes
http://www.srf.ch/play/tv/schweiz-aktuell/video/lawine-am-vilan-wirft-fragen-auf?id=1fed8bbb-4d51-4992-8487-d3f12786194a
« Letzte Änderung: 04. Feb 2015 - 18:51 Uhr von zapfenwolfi »
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Offline Kauk

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Re: Fehler- und Risikokultur
« Antwort #55 am: 02. Feb 2015 - 16:25 Uhr »
... eben, das zeigt sich doch auch auf der Piste. Nun haben alle einen Helm auf und fühlen sich sicher(er). Fahren schneller wie früher. (Pisten sind nachmittags immer noch plan, früher mußten wir durch die Buckel, da war nix mit carven...)
Wobei zuerst die Carving-Ski da waren und die Geschwindigkeit hoch ging und als Reaktion die Verbreitung der Skihelme kam.

Danke für die Infos Wolfi!
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Offline zapfenwolfi

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Re: Fehler- und Risikokultur
« Antwort #56 am: 02. Feb 2015 - 17:27 Uhr »
noch was erschreckendes - Schutzengel macht Überstunden am Samstag im Ausserfern



Quelle:
https://lawine.tirol.gv.at/schnee-lawineninfo/unfaelle/

Problem war vielleicht auch, dass das überraschend schöne (und damit lawinenträchtige) Wetter am Samstag von den Warndiensten so auch nicht vorhergesehen wurde, sonst wäre der verbale Teil des Warndienstes vielleicht etwas drastischer und zur Vorsicht mahnender ausgefallen.
a posteriori kann man sagen, dass der letzte Satz wohl nicht zugetroffen hat (Tiroler vom Sa, der Vorarlberger -mit mehr Neuschnee- hat schon darauf angespielt, dass die Triebschneeansammlungen verdeckt sind)):
BEURTEILUNG DER LAWINENGEFAHR
Die Lawinengefahr ist oberhalb der Waldgrenze allgemein erheblich, darunter mäßig. Die Hauptgefahr geht weiterhin
von kürzlich gebildeten Triebschneepaketen oberhalb der Waldgrenze aus. Aufgrund des starken, während der
vergangenen Tage mehrmals drehenden Windes muss man auf frische Triebschneepakete in allen Hangrichtungen
achten. Mit etwas Erfahrung in der Lawinenbeurteilung lassen sich solche Gefahrenstellen allerdings recht gut
erkennen.


PS:
die Tiroler haben halt noch die Schwierigkeit, ein riesiges Gebiet abdecken zu müssen mit teils vollkommen unterschiedlichen Gegebenheiten, da kommt der westliche Zipfel Ausserfern  - mit mehr Neuschnee am Freitag (und früher abflauendem Wind?) - eventuell nicht ganz so prominent im Text vor.
« Letzte Änderung: 03. Feb 2015 - 21:54 Uhr von zapfenwolfi »
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Offline Kauk

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Re: Fehler- und Risikokultur
« Antwort #57 am: 02. Feb 2015 - 21:28 Uhr »
noch was erschreckendes - Schutzengel macht Überstunden am Samstag im Ausserfern
Sorry, aber das ist doch nicht völlig unerwartet passiert: Kritisches Steilgelände, genannte Hangrichtung, Windeinfluss, riesige freie Flanke ... man kanns halt auch provozieren :no(. Und das hat doch auch nix mehr mit schlauem Gerede hinterher zu tun!
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Offline zapfenwolfi

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Re: Fehler- und Risikokultur
« Antwort #58 am: 03. Feb 2015 - 10:35 Uhr »
http://www.lawis.at/incident/index.php?zeit=30&hoehe=Infinity&exposition=All&profile_lang=de&region=everywhere&last_sid=0&last_pid=1764&last_iid=0&zoom=8

Schindlergrat Lechquellengebirge - Sonntag 1.2.
Bemerkungen:
3 Variantenfahrer querten in Abständen die Flanke. Dabei löste sich oberhalb der Gruppe ein Schneebrett, welches alle mitriss. Der Gruppenerste wurde ca. 100 m mitgerissen und trotz aufgeblasenem ABS-rucksack ganz verschüttet. Die anderen zwei lösten ebenfalls ihre ABS-Rucksäcke aus und wurden 20m bzw. 50m mitgerissen und teilverschüttet. Der Ganzverschüttete schaffte es seine Hand aus dem Schnee zu strecken, welche die anderen zwei sehen konnten. Er wurde ausgegraben und alle drei konnten unverletzt weiterfahren.

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Offline Zwack

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Re: Fehler- und Risikokultur
« Antwort #59 am: 03. Feb 2015 - 16:38 Uhr »
ein 3er wird allzu oft verharmlosend als "mittlere" Lawinengefahr (zwischen 1 und 5) angesehen. Dabei sollte eigentlich der Gedanke im Hinterkopf bleiben: 3 = nur 2 Stufen unter der Katastrophenstufe 5

so ein Riesenhang mit der entsprechenden Neigung und wahrscheinlich ohne verfestigten Untergrund... und dann alle drei gleichzeitig im Hang... also in diesem Falle NICHT alles richtig gemacht, sondern vielleicht einige kleine Faktoren, die gehäuft zu viel waren.
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