Da ich noch keine Tourenbeschreibung zum Grießkopf hier gefunden habe, möchte ich Euch heute diese Wanderung vorstellen. Ich habe sie am 19. Juli 2002 mit meinem Vater unternommen. Da ich damals noch keine Digitalkamera hatte, habe ich die Fotos eingescannt. Die Bildqualität bitte ich zu entschuldigen.
Aufmerksam auf die Wanderung zum Grießkopf bin ich bereits 1999 geworden. Damals bin ich mit meinen Eltern zur Kaiseralm gewandert und hatte den Grießkopf immer vor Augen. Auf der Alm haben wir dann Leute getroffen, die uns die Tour zum Grießkopf empfohlen haben. Sie meinten, von dort oben könne man sogar den Bahnhof von St. Anton sehen. Angepackt habe ich die Tour dann drei Jahre später.
Mir ist aufgefallen, dass der Grießkopf bei vielen Einheimischen gar nicht bekannt ist. In der Literatur wird die Tour als „Schutthatscher“ (vgl. Groth/Wutscher, 1996) beschrieben, und Seibert (1990) schreibt, dass wohl „die wenigsten […] eigens für ihn aus den Tälern heraufkommen“ werden. Meiner Meinung nach wird die Wanderung hier völlig zu Unrecht schlecht dargestellt. Die Tour ist wirklich für fast jedermann geeignet, von der Höhe her spielt der Grießkopf mit Biberkopf, Hochvogel und Widderstein in den benachbarten Allgäuer Alpen in einer Liga, und schließlich ist die Aussicht vom Gipfel unbeschreiblich schön.
Die Wanderung beginnt man am besten an dem kleinen Wanderparkplatz im Kaisertal. Über einen Fahrweg geht es von dort nur leicht ansteigend gemütlich zur Kaiseralm. Auf den Wiesen rechts und links des Weges kann man oft Murmeltiere sehen. An der Kaiseralm zweigt links ein Wanderpfad ab, der den Kaiserbach überquert und danach recht steil in vielen Kehren eine Steilstufe überwindet. Sehr markant erscheint hier über dem hintersten Kaisertal die Vorderseespitze. Wenn das Gelände flacher wird, ist es nicht mehr weit zum Kaiserjochhaus. Hier oben öffnet sich der Blick nach Süden hinab ins Stanzer Tal und zur Verwallgruppe mit dem dominierenden Hohen Riffler. Von der Hütte zunächst östlich über den Höhenweg Richtung Ansbacher Hütte an den Fuß des Grießkopfs. Der Gipfelanstieg zweigt links vom Weg ab. Gleich am Anfang kommt eine Stufe, zu deren Überwindung man die Hände zur Hilfe nehmen muss. Ansonsten ist der Weg zum Gipfel einfach und nicht zu verfehlen. Und von oben sieht man sogar den Bahnhof von St. Anton ...
Anfahrt und Ausgangspunkt: Durchs Lechtal nach Steeg, dort links über den Lech hinauf nach Kaisers, nach dem Ortseingang zweigt beim Gasthof Vallugablick eine Straße ins Kaisertal ab. Parkmöglichkeit im Kaisertal sehr beschränkt. Alternativ kann man auf dem großen Parkplatz am Edelweißhaus in Kaisers parken, hat dann aber ca. ¼ Std. mehr zu laufen. Bushaltestelle: Edelweißhaus.
Höchster Punkt: Grießkopf, 2581 m.
Reine Gehzeit: Wanderparkplatz – Kaiseralm ca. 1 ¼ Std., Kaiseralm – Kaiserjochhaus ca. 1 ¼ Std., Kaiserjochhaus – Grießkopf ca. ¾ Std., Grießkopf – Ausgangspunkt ca. 2 ¾ Std., insgesamt ca. 6 Std.
Einkehr: Kaiseralm, Kaiserjochhaus.
Charakter: Bis zur Kaiseralm Talwanderung, weiter zum Kaiserjochhaus einfache Wanderung. Der Aufstieg zum Grießkopf verlangt Trittsicherheit, kurzzeitig müssen die Hände zur Hilfe genommen werden, insgesamt aber keine Probleme.
Literatur: Groth, Heinz und Rudolf Wutscher. Lechtaler Alpen – Gebietsführer für Wanderer und Bergsteiger. München, 1996. Hirtlreiter, Gerhard und Rudolf Kuhnlein. Bergtouren rund um das Lechtal. München, 1993. Seibert, Dieter. Lechtaler Alpen – Berge, Hütten, Touren, Geschichten. Rosenheim, 1990.