Schäfler (1925 m) im Alpstein  (gelesen 277 mal)

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Offline Kauk

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Schäfler (1925 m) im Alpstein
« am: 27. Apr 2017 - 23:05 Uhr »
In der vorangegangenen Osterwoche hatte es teilweise kräftigen Neuschneezuwachs gegeben, die Berichterstatter sprachen von schönen Pulvertouren. Leider verbrachte ich die Tage mit Sonne und Powder mit Nachtdienst, so dass ich erst gestern losziehen konnte. Ich hatte mir verschiedene Ziele ausgedacht um noch in irgendwelchen Schattenhängen auf Pulver zu treffen...und die Rechnung ohne meinen Schlaf gemacht. Diesen fand ich nämlich nicht, so dass ich notgedrungen die tollen Tourenziele mit längerer Anfahrt aufgeben musste. Beim Nachdenken über das Ausweichziel kamen mir Tourenberichte im Internet in den Kopf, die in den mir noch recht unbekannten Ostteil des Alpsteins führen: der Schäfler (1925 m). Dieser Teil ist jedoch recht von Infrastruktur verschandelt, weshalb ich mir Ziele dort nur in der Zwischensaison antun möchte.

So spät bin ich dann am Montag (24. April) selten zu einer Bergtour gestartet, schon gar nicht im Winter. Bis auf den Steilhang an der Bergstation des Schlepplift Chlus bietet die Tour wenig Lawinengefahr, zumindest bei normalen Verhältnissen. Ich hoffte, dass dieser Kessel hinauf nach Chlus auf Grund der eher nordseitigen Ausrichtung noch nicht zu weich sein könnte. Zunächst vom kleinen Parkplatz Eschböhl (erreichbar von Weissbad) kurz der Straße folgen bis zum Wegweiser am P.1174, hier biegt ein kurzer Forstweg ab. An dessen Ende führt ein Wanderweg in zunehmend steilem Gelände an eine senkrechte Felswand heran, die nach links geschickt und unschwierig überwunden wird. Die Querung auf breitem Weg ist zusätzlich mit Drahtseilen gesichert. Nahe dem Schlepplift Gartenwald (1367 m) trifft man dann auf die Variante, die über Bommen herauf führt. Über das Pistengelände geht es hinauf zur Gartenalp (1534 m). Hier könnte man auf den latschenbestandenen Chalberer-Rücken steigen, bei laufendem Skibetrieb sicher die schönere Variante. Da ich aber bei den unklaren Schneeverhältnissen keine Lust habe auf unbekanntem Weg zwischen Latschen zu flanieren entscheide ich mich für den Aufstieg entlang des Lifts nach Chlus. Bis zu den ersten Hütten der Gartenalp hatte ich auf tragenden Spuren und wenig Schnee im Wald die Schneeschuhe getragen. Ab dem Lift geht nur eine einzelne Schneeschuhspur weiter, sie trägt nicht, so dass ich die Schneeschuhe anlege. Leider ist die Schneedecke im weiteren Verlauf immer weicher und ich sinke bei jedem Schritt tief in den schweren Schnee ein. Oben am Sattel bei der Alp Chlus (1724 m) öffnet sich dann ein toller Blick auf den restlichen Osteil des Alpsteins. Über die Südostflanke steigt man dann auf den Gipfelrücken, hier vereinigt sich dann auch wieder die Chalberen-Route. Auf dem zunächst breiten Rücken geht es gegen das Berghaus, allerdings schnürt sich der Rücken dann noch deutlich zusammen und es bleibt nicht viel Platz für sichere Spuren. Ausgesetzt ist es allerdings nicht besonders. Über die Terrasse des Berggasthauses gelangt man zum kurzen Hang, der zum Schlussanstieg leitet. Hier könnte ich mir vorstellen, dass es teilweise große Wächten geben kann, die den Übertritt etwas erschweren. Auch dieses kurze Stück war mit Schneeschuhe gespurt, lediglich der Übergang zum Schäfer-Gipfel war noch unberührt, so dass ich dort auch einen Teil der Spurarbeit verrichten darf. Der Blick vom Schäfler über die Altenalptürme zum Säntis ist spektakulär, die restliche Aussicht aber auch nicht zu verachten. Leider ist das Licht etwas diffus und der Weitblick von Dunst beeinträchtigt. Nach ausgiebiger Rast auf der völlig einsamen Terrasse ging es auf gleichem Weg zurück, ab Chlus bin ich dann der Ausblicke wegen dem Sommerweg am Rücken entlang zur Ebenalp / P.1632 gefolgt und über die Piste wieder hinunter zur Gartenalp.

Fazit: Völlig einsame Tour auf einen mindestens im Sommer überlaufenen Gipfel, die von den Zahlen her gar nicht so mächtig wirkt, wie sie sich dann im nassen, tiefen Schnee nach wesentlich mehr anfühlt. Manko ist der fehlende Ausblick im langen Kessel, dies ändert sich dann bei der Alp Chlus.

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