»     Touren & Ziele     »    alpines Glossar


alpines Glossar*


A-Z Suche:   A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  R  S  T  U  V  W  Z





* Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit und sind daher ohne Gewähr (Quellen s. Linkverweise)
(Begriffe einreichen, Vorschläge machen, Rückfragen stellen, Verbesserungen anregen, usw.)







Bezeichnung

Beschreibung

Synonym

Quelle

A...

Alpenglühen
Dämmerungserscheinung im Hochgebirge, bei der sich mit sinkender Sonne die Dämmerungsfarben — nacheinander Gelb, Orange, Rot, Purpur — vor allem auf den im Forumsgebiet üblichen hellen Kalkfelsen und den Schneeflächen widerspiegeln. Das rosafarbene bis purpurfarbige Leuchten der Berggipfel und Gletscher tritt auf, wenn das Hauptpurpurlicht bei einer Sonnentiefe von etwa 4 Grad (25 Minuten nach Sonnenuntergang) sein Maximum erreicht.
Wetterlexikon bei welt.de

Anger
ahd. Angar; gehört vielleicht zu Enge, als ein abgeschlossenes Stück Land bzw. einem räumlich begrenzten Grasplatz; zumeist in der Nähe eines Dorfes oder einer Burg
Mittelhochdeutsches Wörterbuch von Benecke, Müller, Zarncke

ausapern
Bei Ausaperung kommt durch Abschmelzen von Schnee- und Eisdecken der darunterliegende Boden teilweise oder ganz zum Vorschein. Der Begriff wird vor allem für Zustandsbeschreibungen von Wegen verwendet. Ausaperung findet in den Alpen auch im Bereich des sog. Permafrostes statt: Loses Geröll an Bergflanken wird oftmals durch Schnee und Eis zusammengehalten. Durch Ausaperung kann es hier zu Steinschlag und Bergrutschen kommen, was durch die zunehmende Klimaerwärmung bereits verstärkt viele Sommerrouten unpassierbar macht.
Apere Bergflanken, apere Gletscher (ohne Schneeauflage), aper, abgetaut, schneefreiLink
Link

B...

Balm
Balm m., Balme(n) f., 'geschützter Raum unter Felsen, Höhle; Fels, Felswand, Felsvorsprung'.

Mhd. balme f. 'Fels, Felsenhöhle'. Als Appellativ ist Balm m., Balme(n) f. im westlichen Schweizerdeutschen bis in die Innerschweiz verbreitet. Zu uns kam das Wort mit den Walsern, die es als Reliktwort aus dem Keltischen aus der Westschweiz mitbrachten: gall. BALMA 'Höhle'.
palm, balmBalm im Namenbuch.gmg.biz

Bergschrat(t)
Die Herkunft der Bezeichnung als 'Schrat' ist unklar. Landläufig versteht man darunter Ausdrücke wie 'kautziger Einzelgänger' oder 'komischer Vogel' . Am Besten umschreibt Karl-Heinz Fricke den Bergschrat mit seinem herrlichen Gedicht. In Verbindung mit dem Bergschrat taucht auch der 'Wilde Mann' bzw. das 'Wilde Männle' auf, dass in gewisser Weise auch für die Berggestalt(en) im Bereich des Heilbronner Weges namengebend gewesen sein könnte.
KautzLink

Bergschrund
Bergschrund werden bei hoch gelegenen Gletschern die Stellen genannt, wo das in der Gletscherbewegung wegfließende Eis vom festen Eis getrennt wird. Im Gegensatz hierzu entsteht die Randkluft bei Schneefeldern oder Gletschern durch die Erwärmung von Eis an warmen Felsstellen.
Gletscherspalte, RandkluftLink

Blaike (Plaike)
...bezeichnet eine spezielle Erosionsform, bei welcher die oberste Grasnarbe in meist steilen Hängen abgleitet und den darunterliegenden Fels bzw. Untergrund freilegt. Etymologisch wird dieser Begriff dem mittelhochdeutschen blecken zugesprochen, was wohl so viel wie 'blank machen' bedeutet. Ursächlich dafür sind häufig Starkregenfälle oder die fehlende Beweidung von Alpflächen, welche ursprünglich durch das Schwenden (entfernen von jeglichem zu hohen Pflanzenwuchs) kultiviert wurden.
Blaike, Plaike, Hohe Bleick, Niederbleick; (evtl. 'Blachen'spitze?)Link

Blässe und Pleis(e)
...beschreibt eine zumeist baumfreie, alpine Matte (häufig im Kammbereich). Dort weht der Wind stark über die Freiflächen und lässt deshalb keinen starken Bewuchs bzw. nur verkrüppelte, kleinwüchsige Baumformen und Krummholz zu. Abgeleitet wird diese Bezeichnung aus dem Wort 'blasen bzw. abgeblasen'.

Pleis(spitze), Pleise (Joch), Pleisele, Blässe, Blassekeine verfügbar

Boltbox
Boltboxen sind in Klettercamps oder gebietsnahen Hütten an Kletterstützpunkten aufgestellt. Kletterer können hier für die Locals bzw. Erschließer für das Erhalten und Sanieren von Kletterrouten spenden.
Sammelbox, SpendendoseallMountain#3

Buck
Als Buck wird eine deutliche Ausbiegung etwa eines Grates bezeichnet. Vergleiche dazu auch Bugschrofen. Weiters werden auch zumeist flach ansteigende Flurformen an ihrem Scheitelpunkt so benannt. Als Beispiel kann hier der Buck zwischen Nesselwängle und Haller herangezogen werden. An dieser Anhöhe verläuft auch die Wasserscheide des Tannheimer Tales, das im eigentlichen Sinn kein Tal ist, vielmehr eine ausgedehnte Passlandschaft ausbildet.
BugAllgäuer Bergnamen, Thaddäus Steiner

C...

D...

E...

F...

Fanggen
Fanggen (Fänggen) sind die zumeist weiblich und riesenhaft dargestellten Sagengestalten des Waldes und der Berge. Üblicherweise werden sie als die Frauen der Riesen gesehen und ihr Äußeres als wild und roh beschrieben. So waren sie im Volksglauben oft stark behaart und in den zerzausten Haaren fanden sich grüngraue Strähnen von Baumbart, ihre Kleider konnten aus Tierfellen oder auch aus Baumrinde bestehen und häufig waren sie die Feinde des Menschen und trachteten diesen gar nach dem Leben.

Aus den Fanggen des Oberinntals, des Stanzer- und Gurgltals würden im Bereich des Außerferns und dem Allgäu die bekannten Wilden Frauen oder auch Wilden Weiber. Wobei sich diese Wesen in den nördlichen Regionen üblicherweise zahmer und umgänglicher zeigten, als ihre südlich der Lechtaler Alpen "lebenden" Verwandten.

Entsprechungen in der Bergwelt finden sich wohl etwa bei der Fanggekarspitze
Fenggen, Fänken, riesenhafte WalddämonenDeutsche Alpensagen - Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg

Fluh
Eine Fluh ist gleichzusetzen mit einer hohen und/oder breitgelagerten Felswand - einer sogenannten Wandflucht, welche sogleich auch den abgeleiteten Wortteil in sich birgt.
Felsabsturz, Felsband, jäher Absturz, Abhang eines FelsensWörterbuchnetz

G...

Gaicht bzw. Gacht
Der namengebende Begriff für den Gaichtpass, den Weißenbacher Ortsteil Gaicht und die Gaichtspitze wäre am ehesten mit "jäh" (mundartlich "gach oder gäch") zu übersetzen, also eine jäh abfallende Geländeform. Zur Zeit der Salzstraßen durch das Außerfern zählte die Passage zwischen Weißenbach und Nesselwängle ja tatsächlich zu den beschwerlichsten entlang der Strecke.
gach, gäch, jäh

Galtalpe
Im Vergleich zu den Sennalpen ist hier das Jungvieh unter sich. Einzelne Milchkühe werden zum Lebensunterhalt der Hirten mitgetrieben. Das Jungvieh verbringt rund 100 Tage auf höher gelegenen Alpböden bevor es am Scheidtag - meist in festlichem Rahmen - zum Viehscheid ins Tal gezogen wird. Dort werden die Tiere geschieden (getrennt) und wieder in die Obhut der Besitzer übergeben. Ein Kranzrind (Allgäu) oder Maiarind (Kleinwalsertal) führt die Herde beim Almabtrieb an, sofern sich während des Alpsommers kein Unfall ereignet hat. Galtalpen sind z.B. die Entschenalpe, Hintere Seealpe, Gutenalpe oder auch Käseralpe.
JungviehalpeLink

Gampen
sich auf und ab bewegen – im übertragenen Sinn ein Joch ausbildend oder auch eine Schaukel, welche (wie eine Wippe) auf einem erhöhten Punkt aufliegt. Vergleiche auch den Begriff: gigampfen (Tannheimer Tal) als: schaukeln, wackeln, auf- und niedergehen.
wippen, Wippe, JochSchweizerisches Idiotikon

Gehren
Die in vielen Flurnamen im Außerfern und auch im benachbarten Allgäu vorkommende Bezeichnung Gehren bedeutet zum einen eine keilförmige Flurform oder auch einen sogenannten Zwickel.
Die (angenommene) ursprüngliche Bedeutung geht jedoch auf einen Wurfspieß zurück. Das Speereisen - im mhd. auch als gêr bezeichnet, welches ebenfalls durch seine Trapezform auffällt.
Gehrenspitze, Häselgehr
Zwickelkeine verfügbar

Gföll
Wohl von Gefälle oder auch steil abfallender Wiesmahd bzw. Wiese abgeleitet.

Giebel
Ähnlich wie bei einem Gebäude, beschreibt der Namensbestandteil Giebel eine spitz zulaufende Dreiecksform eines Berges. Diese Ableitung stammt aus dem ahd. (gipili oder auch gibili) und verweist auf das heute übliche Wort 'Gipfel'.
Gipfel, GiblenWörterbuchnetz

Gries
Als Gries wird meist feinkörniges aber auch etwas gröberes Geröll speziell an den Schwemmkegeln der Bäche bezeichnet. Das Wort 'Gries' stammt aus dem althochdeutschen und bedeutet 'kiesiger bzw. sandiger Boden'. Vermutlich abgeleitet von 'rieseln' und 'das Geriesel' als Ausdruck von ständigem rieseln der Geröllmassen.
Vergleiche dazu etwa das Friedergries und den benachbarten Ortsteil von Garmisch-Partenkirchen - Griesen selbst.

Im Forumsgebiet kommt auch die Schreibweise Grieß vor, ist jedoch mit Vorangegangenem identisch.
Geröll, SchuttDuden | Geriesel

Gröben
Wird vermutlich von Graben oder auch einem scharfen Taleinschnitt abgeleitet.
Erlebnis Außerfern
Hannes Gasser

Grödl, Grödel
...sind die kleinen Teile, die manche dabei haben, wenn Sie in den Bergen sind. Haupteinsatz ist nasses Gras und nicht all zu harter Schnee. Ideal auch zum Queren von Altschneefeldern, die im alpinen Bereich immer mal wieder anzutreffen sind. Auf blankem Eis jedoch untauglich. Dank praktischer Riemenbindung passen Grödeln auf fast jeden Schuh. Alternativ hierzu bietet sich auch der Einsatz von Sommersteigeisen an (rege Diskussion im Forum --> siehe Link). Im Gegensatz hierzu kommen reine Steigeisen bei Skihochtouren und klassischen Gletschertouren zum Einsatz. Parallel zu Steigeisen ist auch immer ein Pickel erforderlich, da im Falle eines Ausrutschens mit Steigeisen nicht mehr gebremst werden kann. Steigeisen werden nur bei bewusst geplantem Einsatz mitgenommen.
Grödeln, Sommersteigeisen, (Leicht)SteigeisenLink

Gumpen
a. von fließendem Gewässer ausgehölte, kesselartige Vertiefung im (Bach)Bett
b. jegliche Ansammlung von Wasser als kleiner Teich, einer Lache, einem Tümpel oder einer Pfütze
c. Wasserwirbel, -strudel
d. vgl. Gümpel - ein Bach, der lustig über die Felsschrofen herabsprudelt
Gumpen, Gümpel, (Gimpel?)Schweizerisches Idiotikon

gumpig
hüpfend, unruhig, wohlgemut und munter
Schweizerisches Idiotikon

Gund
ein Gund ist ein Grasplatz oder Weidegrund, welcher meist zwischen oder unterhalb von Felswänden hinzieht
Buck Joseph, Handbuch für Reisende im Algäu, Lechthal und Bregenzerwald
(1850)

H...

Harsch
...bezeichnet die durch Schmelz- u. Gefrierprozess oder Wind stark verfestigte Schneeoberfläche. D.h., durch Erwärmung (z.B. Sonneneinstrahlung) taut die Oberfläche auf und durch Abkühlung (zumeist nachts) verfestigt Sie sich wieder. Man unterscheidet zwischen wissenschaftlichen und z.B. von Tourengehern verwendeten Begriffen:
-Schmelzharsch: Nach Erwärmung durch hohe Einstrahlung wieder gefroren
- Windharsch: Verfestigung durch Wind und Wärme einhergehend mit hoher Luftfeuchtigkeit
- Bruchharsch: Bei Tragfähigkeit der oberflächlichen Eiskruste
- Sulzschnee: Nach Schmelzen des Harsches (ugs. auch Schmacht)
- Firn: über 1 Jahr alte Schneedecke mit hoher Dichtigkeit und Festigkeit
- Firnspiegel: dünne lichtreflektierende lamellenartige Schicht auf Schneeoberfläche
Schmelzharsch, Schneeoberfläche, Schmelzumwandlung, Firn, Sulz, Windharsch, Bruchharsch, Firnspiegel, SchmachtLink
Link

Herme
Hermen sind praktische Markierungen an Wegkreuzungen. Der Begriff ist abgeleitet vom Namen des Götterboten und Wegegotts 'Hermes'. Aus einem schlichten Steinhaufen entwickelten sich in der Antike Steinpfeiler mit Kopfbildnissen und Armansätzen, die als Abbild des Wegegotts zur Orientierung an Wegkreuzungen aufgestellt wurden.

Hermen, Steinmännchen, GipfelmarkierungenallMountain, Wikipedia

Herz-Jesu-Feuer
Es wird angenommen, dass der Brauch des Herz-Jesu-Feuer-Abbrennens im Tirol des 18. Jahrhunderts entstanden war und mit der Herz-Jesu-Verehrung zusammenhängt. Der Brauch, im Juni Feuer zu entzünden, geht jedoch auf frühere Sonnwend- bzw. Johannisfeuer zurück, welche in Erinnerung an das „Herz-Jesu-Gelöbnis“ von 1796 von einer vormals heidnisch angehauchten Sitte in eine christliche umgedeutet wurde.
Sonnwendfeuer, Herzjesu-Feuer

Hiarabiara
wenig ernsthafter Begriff für eine Stirnlampe (Hiara=Hirn und Biara=Lampe bzw. Glühbirne); im Außerfern jedoch häufig verwendet
Stirnlampe

Hof
als Hof wird oft der Rast- und Weideplatz des Milchviehs bezeichnet, welcher sich häufig in Hüttennähe befindet und so ein schnelles Heimholen zur Melkzeit oder bei Gefahr ermöglicht.
Angereinschlägige Fachliteratur

I...

J...

Joch
...ist eine Bezeichnung für eine Einkerbung im Gebirge, die einen Gipfel vom nächsten oder zwei Bergstöcke voneinander trennt. Oft findet der Begriff Joch Anwendung bei Übergängen vom einen Tal ins andere, z.B. Hornbachjoch. Auch Strassen oder Wege, die über solche Einschnitte führen um von einem Tal ins andere zu kommen, führen die Bezeichnung Joch (z.B. Hahntennjoch). In bestimmten Gegenden wird die Bezeichnung Joch auch für Berggipfel benutzt (z.B. Sonnjoch/Karwendel). Weitere regional unterschiedliche Bezeichnungen für Übergänge: Tor, Törl, Scharte, Schartl, Jöchl, Furka, Jochli, Egg, Sattel, Gatterl oder Nieder.
Einsattelung, Pass, Übergang, Tor, Törl, Scharte, Schartl, Jöchl, Jochli, Egg, Sattel, Gatterl oder Nieder; oder etwa die Furka im Bereich des Lechquellengebirges (furca kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie 'zweizinkige Gabel')Link

K...

Kamin
...bezeichnet eine steile, nach oben verlaufende Spalte oder Rinne im Fels. Der Kamin ermöglicht es dem Bergsteiger, sich mittels gespreizter Beine oder auch durch Einspreizen des gesamten Körpers zwischen den Kaminwänden nach oben zu arbeiten. Es gibt aber auch breitere Kamine, welche lediglich durch die üblichen Griffe und Tritte erklettert werden. Ein Kamin muss in jedem Fall so breit sein, dass ein Mensch darin Platz findet, ansonsten wird von einem Riss gesprochen.
Stemmkamin, SpreizkaminLink

Kar
...bezeichnet ursprünglich von Gletschern ausgeschürfte bzw. verformte kesselförmige Eintiefungen an Berghängen, meist unterhalb von Gipfel- und Kammlagen. Das Wort steht tirolerisch auch für Umgebung der Almhütte, aber auch Bergscheitel. Karmulde ist der in der Gletschermitte bis auf den Grund ausgehobelte Bereich, der an der Karschwelle endet und in die umgebende Landschaft übergeht (felsige Karschwelle, Karriegel). Mit Wasser gefüllte Karmulden nennt man Karseen.
Bergscheitel, Kahr, KaarLink

Kasermandl
Das Kasermanndl entstammt aus der Welt der Sagen und Mythen und birgt als Begriff einen unredlichen Senner (Käser), welcher das ihm anvertraute Vieh nicht sorgsam behandelt oder das ihm von den Viehbesitzern entgegengebrachte Vertrauen missbraucht hat.
Nach dessen Tod geht dem Volksglauben nach die Seele als Kasermanndl auf der Alpe (Alm) um und muss "geisten".

"Senn und Sennin, wer es sei, wenn sie leichtsinnig und unachtsam wirtschaften, Milch, Käse, Butter, Mehl, Salz, Brot und jegliche Gottesgabe nicht recht in Ehren halten... [...] ...oder heimlich vom Almnutzen verschleppen, verkaufen, oder ihn durch Naschhaftigkeit und Gefräßigkeit mindern - müssen Kasermanndln ... werden"
Mythen und Sagen Tirols - Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg (1850)

Als Geister mussten sie nach der Alpfahrt über den Winter tätig umgehen und den von ihnen verschuldeten Schaden wieder vergüten.
Kasermandl

Klamm
Eine Klamm ist ein im Festgestein eingeschnittenes, zum Teil sehr schmales Tal. Das Wort Klamm ist vor allem im österreichischen und bairischen Sprachraum geläufig und bezeichnet eine besonders enge Schlucht im Gebirge mit teilweise überhängenden Felswänden.
eng, schmal, beengendWikipedia - Klamm

Klimm
Mhd. steil ansteigen oder steil ansteigender Weg, was gerade im Bereich des Elmer Ortsteils Klimm in Bezug auf den Anstieg zum sogenannten Hohen Rain Sinn machen würde.
erklimmen, mühsam in die Höhe steigenWörterbuchnetz

Kniepass
Kniepass - abgeleitet vom althochdeutschen knieboz - ist ein Eigenname von steilen Wegen oder Anhöhen. Die Ortsbezeichnung Kniepass oder Kniebis kommt im weiteren Umfeld des Außerferns mehrfach vor.
Kniebeißer oder gar KniebrecherWörterbuchnetz

Krummholz(zone)
...bezeichnet eine Region oberhalb der Waldgrenze mit verkrüppelten und niedrigen Baumformen wie z.b. Bergkiefer (Legföhre/Latsche). Der Übergang des geschlossenen Waldes in Gebiet mit losem Baumbestand wird Waldgrenze genannt. An der Waldgrenze wird das Baumwachstum stark gebremst. Wegen der Kürze der Vegetationsperiode und aufgrund des hier meist stärker wehenden Windes kommt es zu verkrüppelten Baumformen, die nur niedrig wachsen und dichte Gebüsche bilden. Dieser Bereich ist als Krummholzzone bzw. -gürtel oder Kampfzone bzw. Kampfwald bekannt. Davon zu unterscheiden ist die Baumgrenze, ab der auch keine einzelnen Bäume oder Baumgruppen mehr vorkommen. Die Baumgrenze liegt in den Deutschen Alpen bei ca. 1.800m.
Baumgrenze, Waldgrenze, Kampfzone, KampfwaldLink

L...

Letzen
Abgeleitet von dem ursprünglich alemannischen Begriff letzen, was soviel bedeutet wie jemanden an etwas hindern oder von etwas abhalten. In diesem Zusammenhang steht die Ortsbezeichnung Letzen (Ober- und Unterletzen) für ein Hindernis bzw. eine Straßensperre, wie sie für das 17. Jahrhundert tatsächlich belegt ist.
abhalten, hindernWörterbuchnetz

Lüss, Lüssen
abgeleitet von Schilfrohr (Lieschgras), meist im Randgebiet von Flussauen; wurde früher als Einstreu genutzt
Lusse, Lüss, LüssenWoerterbuchnetz

M...

Mure
Ein Murgang (auch Mure oder Rüfe genannt) ist ein schnell talwärts fließender Strom aus Schlamm und gröberem Gesteinsmaterial im Gebirge. Ein Murgang entsteht im Gebirge, wenn im steilen Gelände wenig verfestigtes Material (Geröll, Schutt und Erdmaterial) wasserübersättigt wird und, meist allein durch Einwirkung der Schwerkraft, in Bewegung gerät.
Siehe auch unter Riefen
Murgang, RüfeWikipedia - Mure

Mutte
(Muttekopf, Muttler)
Sehr wahrscheinlich aus dem romanischen Sprachgebrauch und gleichbedeutend mit "rund od. hornlos".
Im Engadin gibt es viele Erhebungen, welche den Namenszusatz "motta" tragen.

N...

O...

P...

Pleis(e) und Blässe

R...

Randkluft
Randkluft nennt man den Spalt zwischen Eis und abschließendem Fels. Sie entsteht durch das Abschmelzen von Eis an wärmerem Stein. Randklüfte vergrößern sich im Laufe des Sommers und stellen für Bergwanderer nicht selten ein schwierig zu überwindendes Hindernis dar. Hiervon unterscheidet sich der Bergschrund, der sich an hoch gelegenen Gletschern bildet, wo das in der Gletscherbewegung wegfließende Eis vom festen Eis getrennt wird.
Gletscherspalte, BergschrundLink

Raut
Entfernung von Bäumen und Strauchwerk mittels Feuer, zur Urbarmachung von Kulturflächen. Mhd. als auch ahd. riuten, heute gleichzusetzen mit roden.
Im Forumsgebiet ist dieser Wortbestandteil in Flurnamen häufig.
Rauth, ReutteWörterbuchnetz

Riefen
Vom alemannischen Rüfe, was soviel bedeutet wie Murenstrich oder Murgang - wenn nach einem Starkregen oder zur Zeit der Schneeschmelze im Frühjahr die Bäche stark anschwellen und die Geröllmassen und Schutt mit sich reißen und so Rinnen und über die Zeit gar Tobel ausfräsen.
Rüfi, Riefe, Riffen(kopf)Wörterbuchnetz

Ries
...bezeichnet im Raum Außerfern eine mehr oder weniger steile Schutthalde im alpinen Bereich. Das Geröll 'rieselt' sozusagen in den Karen und am Fuße einer Felswand zu Tale. Im ursprünglichen Sinn wurde dieser Begriff für die Rinnen, in welchen die Holzstämme talwärts 'abgetrieben' (darum spricht man im Raum Außerfern von Holz treiben) wurden, verwendet. Ein Beispiel ist hier die Costaries-Kapelle in den Schrofen oberhalb von Lechaschau. Im lokalen Raum wird auch häufig von Schuttreisen gesprochen, welche eben von Ries abgeleitet sind und die kleineren Schutthalden unterhalb von Felswänden beschreiben.
Ries, Schotterreisen, Schuttreisenkeine verfügbar

Rohne
Der Begriff Rohne bezeichnet einen Windwurf, also einen vom Sturm umgelegten Wald bzw. einzelne vom Wind abgebrochene Bäume. Beispielsweise wird davon ausgegangen, das sich der Ortsname von Grän daraus ableitet. Tatsächlich findet sich im Gemeindewappen ein Baumstrunk, welcher von einer Gemse übersprungen wird.

Weitere Verwendungen dafür sind etwa bei der Rohnenspitze oder der Rohnenhöhe (Eineguntkopf) zu finden.
Windwurf, umgefallener querliegender BaumstammWörterbuchnetz

S...

Schiggen
möglicherweise von Zaunpfahl; Umzäunung mittels Pfählen
noch keine genaue Entsprechung

Schlucht
Ein schmales, tiefes Tal zwischen Berghöhen. In manchen Gegenden als die Schlucht benannt und manchmal aber auch als (Felsen)Schluf bezeichnet.
Schlund, Kluft, Spaltwoerterbuchnetz.de - schlucht

Schochen
Ein Schochen ist der Mundartbegriff für einen kleinen Heuhaufen. Mehrere in den Allgäuer Alpen befindliche Gipfel tragen diesen Namen und stellen zumeist kegelförmige Grasberge dar, welcher Umstand letztlich zu der Benennung als Schochen führte.

Schochen bei Hinterstein
Schochen bei Tannheim
Heuhaufen, Haufen

Schrofen
...bezeichnet steiles, felsiges, mit Gras und häufig auch Geröll durchsetztes Gelände. Eine Begehung erfordert Trittsicherheit und alpine Erfahrung. Günstigster Wegverlauf oftmals nur noch durch Farbmarkierungen angezeigt.
(felsdurchsetzter Steilhang), Felsabbruch, GeschröfLink

Sennalpe
Im Vergleich zur Galtalpe 'übersömmern' hier Kühe, deren Milch an Ort und Stelle zu Butter und Käse verarbeitet wird. Nach rund 100 Tage auf den Alpböden wird das Milchvieh am Scheidtag - meist in festlichem Rahmen - zum Viehscheid ins Tal hinuntergeführt. Dort werden die Tiere geschieden (getrennt) und wieder in die Obhut der Besitzer übergeben. Ein Kranzrind (Allgäu) oder Maiarind (Kleinwalsertal) führt die Herde beim Almabtrieb an, sofern sich während des Alpsommers kein Unfall ereignet hat. Sennalpen sind z.B. Alpe Schrattenwang, Laufbichl-Alpe, Sölleralp uvm.
Milchviehalpe, Sennenalpe, KäsereiLink

speckig, abgespeckt
abgespeckt oder speckig sind Griffe und Tritte auf vielbegangenen Routen mit hohem erdigen Anteil, wodurch die betretenen Stellen glattpoliert wurden und teils marmornen Glanz aufweisen. Bei Nässe oft äußerst heikel zu begehen.
abgetretener Fels, poliertDanke an Fruchtzwerg48

Stabl
Abgeleitet vom rätoromanischen bzw. im Kern lateinischen Wort stabulum, das im Deutschen zum Stall wird.
Stablalpe, StabelErlebnis Außerfern
Hannes Gasser

Sulz
Als Sulz bezeichnet man (nicht nur) im Alpgebiet häufig einen schlammigen oder sumpfigen Boden, welcher dadurch als schlechter Weideplatz gilt. In den forumsweiten Flur- oder Alpnamen ist dieser Begriff häufig zu finden.
Sulzltal, Sulzlalpe, SulztalSchweizerisches Idiotikon

T...

Tauern
Früher war der Begriff Tauern oder auch Dauern üblich als die Bezeichnung für einen Berg oder eine Gebirgsgruppe. Heute findet sich dieser Begriff noch im Tauern bei Breitenwang und der Daurachalpe bei Vils.
Dauern, Dauren, Daurachalpe, TauernErlebnis Außerfern
Hannes Gasser

Taufá bzw. Taufát
siehe 'Zuntern'

Tenne
ursprünglich wohl ein Boden mit Dielen zum Dreschen und „worfeln“(?) des Getreides – "so soll er viech und wagen hinein stellen auf den then(n)"; Augenmerk auf die Bedeutung als „trockener und ebener“ Platz um Tiere und Gerätschaften abzustellen.
Scheune, Speicher (alemannisch: Spicher)Schweizerisches Idiotikon

Tobel
Wildes, enges und unwegsames Tal mit steilen Hängen, auch als Schlucht bezeichnet. Durch Regengüsse entstandene Bergschlucht, häufig dicht bewaldet.
Schlucht, RinneIdiotikon.ch

U...

V...

W...

Walchen
wohl von wälsch - ausländisch, fremdartig; einem oder einer Sprecherin der (räto)romanischen Sprache - abwertend; früher hieß es öfters: "Die Walschen", womit jene Menschen im Süden, im nicht deutschsprachigen Raum gemeint waren, also zumeist Italiener
Walsche, wälschSchweizerisches Idiotikon

Wilde Mändle
Die "Wilden Mändle" sind Sagengestalten, wie sie einst wohl über den ganzen Alpenbogen verbreitet vorkamen. Im Forumsgebiet leben diese Gestalten noch in Sagen weiter, oder benannt als Berge und Schrofen in den Allgäuer Alpen. Ein markanter, einzeln aufragender Felsturm etwa trug diesen Namen. Während eines Gewitters am 8. Mai 1962 brach dieser jedoch zusammen.

In Oberstdorf hat sich ein Tanz erhalten, der Wilde-Mändle-Tanz, welcher nach Angaben der Aufführenden und Veranstalter auf eine mehr als 2000-jährige Geschichte zurückblicken könne. Diese Aussage ist jedoch aus wissenschaftlicher Sicht höchst umstritten.

Eine erste gesicherte Erwähnung findet der Tanz am Ende des 14. Jahrhunderts. Heute wird der Wilde-Mändle-Tanz alle fünf Jahre in Oberstdorf als Attraktion aufgeführt und ist bei den Besuchern sehr beliebt.
Wilder MannWebseite zum Wilde-Mändle-Tanz

Z...

Zuntern
Zuntern sind Latschenkiefern; werden im Ausserfern als Zunter bezeichnet, ebenso im Schwangauer- u. Halblecher Bereich (auf manchen Wegweisern hat sich aber scheinbar auch das, in diesem Zusammenhang wohl verfälschende Wort Zunder eingebürgert???), im oberen Lechtal jedoch als Arlen, davon stammt auch der Name Arlberg.
Im nahen Oberallgäu wird auch oft der Begriff Taufá (Taufát) für die Legföhren verwendet
Latschenkiefer, Zunter, Arle, Legföhre, TaufáLink

Zwiesel
Der Begriff Zwiesel stammt aus dem Althochdeutschen und wird von dem Zahlwort zwei abgeleitet. Konkret bezeichnet dies meist die Geländeform bei zwei ineinanderfließenden Bachläufen oder auch als Benennung für ein verzweigtes, mehrarmiges Tal.
Bei dem Bergnamen Zwiesel in den Ammergauer Alpen ist der Name und/oder die Bezeichnung des Tales in die Gipfelregion hinauf gewandert.
Zwiesl, Zwi(e)slenWörterbuchnetz