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Lermoos

Region: Zwischentoren


erste urkundliche Erwähnung: (1020?) 1060 - larinmos
Fläche: 56,44km²
Höhe: 994m
Ortsteile: Obergarten, Untergarten, Oberdorf, Unterdorf


Brandrodungen um 1200 v. Chr.


"Larinmoos" gilt als die älteste urkundliche Erwähnung (1020) eines Ortes - in diesem Fall eines Flurnamens - des gesamten Außerferns. Die wissenschaftlichen Untersuchungen von Pollen haben ergeben, dass sich schon etwa 1200 vor Christus eine Brandrodungssiedlung im Lermooser Moos befunden hat. So könnte das "Lar" in seiner Begrifflichkeit auf eine Wüstung einer vormaligen Siedlung hindeuten.

Prügelweg im Moos - die Via Claudia Augusta


-> mehr unter: Via Claudia Augusta - Prügelweg durch das Lermooser Moos

Salzstraße


1318 wird ein erster Salzstadel im Außerg´staig genannt. In den Jahren 1556/57 können sich die Bürger von Lermoos durch die Gewinne aus dem Rodfuhrwesen aus der Grundherrschaft freikaufen. Näheres im Beitrag über die Salzstraßen.

In erster Linie durch das Verkehrsaufkommen für die Salztransporte und den anderen Handelsgütern erwächst bald die Notwendigkeit zur Errichtung einer Herberge von Verletzten und Kranken, selbstredend auch aus den Reihen der Einheimischen. 1558 kommt es zum Bau eines Spitals, welches laut der Spitalsordnung auch als Nachtlager für arme Durchreisende zu dienen hatte.

Kirchengeschichte


Im Jahr 1352 wird erstmals von einem Kirchenbau im Gemeindegebiet von Lermoos berichtet. Vermutlich aus Aufzeichnungen im Vorfeld zum Bau einer neuen Kirche im Jahr 1363. Ab 1423 erhält Lermoos als Filialkirche von Imst einen eigenen Seelsorger.

Die Truppen des Moritz von Sachsen zerstören und plündern 1552 die Kirche und einige Wohnhäuser.

Die vielen Pesttoten machen 1634 die Errichtung eines Pestfriedhofes notwendig.

1761 wird die Vollendung der neuen Pfarrkirche St. Katharina mit der Weihe vollzogen. Acht Jahre später kann auch die Fertigstellung des Kirchturmes gefeiert werden. 1891 wird die Kuratie Lermoos endgültig zur selbständigen Pfarre erhoben.

Dingstuhl


In Lermoos ist mit ausgehendem Mittelalter ein Niedergerichtssitz, ein sogenannter Dingstuhl, bezeugt.

Gewerbe


Im Jahr 1780 eröffnet eine Wollflorweberei, Färberei und Kattundruckerei in Lermoos. Um 1880 wird mit der Entwässerung des Moos begonnen. Die Arbeiten dafür werden bis 1893 andauern.

Schon um 1900 besuchen die ersten Feriengäste den Ort. Der erste Lift wird aber erst 1949 errichtet.

1984 wird der Lermooser Umfahrungstunnel feierlich eröffnet.
1999 richtet die Hochwasserkatastrophe zu Pfingsten auch in der Gemeinde Lermoos erhebliche Schäden an. Ab 2003 wird daraufhin mit der Umsetzung der ersten Hochwasserschutzmaßnahmen begonnen, wie etwa dem Geschiebebecken beim Sägewerk Kerle. 2004 wird mit dem Bau der Geschiebefalle am Juchbach begonnen und 2006 folgen die Verbauungen im unteren Bereich des Gartnertals. 2008 folgt dann die Errichtung eines Geschiebeablagerungsplatzes im Gartnertal.


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