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Burgruine Ehrenberg
 

Südlich des Reuttener Talbeckens stehen heute auf einer bewaldeten Anhöhe die ruinösen Überreste der ehemals größten Festungsanlage Tirols: die Burgruine Ehrenberg.


Die erste Bauperiode der Anlage begann im Jahre 1296 und dauerte vermutlich bis 1317 an. Im selben Jahr dürfte es dann auch zum Baubeginn der am Fuße des Burgbergs stehenden Ehrenberger Klause gekommen sein. Diese
wurde dann zur Zeit der Salztransporte als Zollstelle genutzt.
Seit der Errichtung der Burg wird das Gebiet nun nicht mehr "iudicium extra Verren" (Gericht außerhalb des Fernpass) genannt, sondern fortan als "iudicium Erenberch" (Gericht Ehrenberg), welches das Gebiet zwischen den Toren (also zwischen der Klause und dem Fernpass) und die Großpfarre Breitenwang beinhaltet (das Gericht Aschau, sowie das Lechtal und das Tannheimer Tal gehören noch nicht dazu).
Ehrenberg war mittlerweile zu einem beliebten Pfandobjekt geworden.

1477 kam nun ein gewisser Georg Gossembrot in den Besitz der Pfandschaft, da er Erzherzog Sigmund ein Darlehen gewährte. Auf Gossembrots Wirken hin wurde Reutte 1489 zum Markt erhoben.

Auf der Burg wurde zwischenzeitlich in großem Umfang gebaut. Diese Bauperiode dauerte über ein halbes Jahrhundert lang an.
Am 11. Juli 1546 fielen die Schmalkalden über Füssen in den Talkessel ein, woraufhin die Truppenstärke geringfügig erhöht und 200 Gerichtsuntertanen bestellt wurden, wovon allerdings nur 29 antraten! Folglich war es für die feindlichen Truppen ein Leichtes die Klause einzunehmen. Die Besatzer konnten die Burg dann bis zum 4. September halten, wurden dann aber von der gegenüberliegenden Seite aus von den zu Hilfe gerufenen Tirolern, unter der Führung des Franz von Kastelalt, unter Beschuss genommen. Die Besatzung flüchtete heimlich und zurück blieb eine schwer beschädigte Burg. Der verantwortliche Pfleger und Hauptmann Jakob von Thun wurde daraufhin sofort durch Tristan Furtentaler ersetzt. Fünf Jahre dauerten die Wiederherstellungsarbeiten an.

1552 folgte der nächste Überfall durch Moritz von Sachsen, diesmal konnte jedoch eine feindliche Übernahme verhindert werden. Allerdings wurde die Klause geplündert und stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Reparaturarbeiten dauerten "nur" 3 Jahre. Seitens der Regierung wurden danach zwar Pläne für einen weiteren Ausbau der Burganlage geschmiedet, jedoch wurde die Umsetzung nachfolgend scheinbar nicht mehr allzu ernst genommen.
Der Landesfürst Erzherzog Maximilian III. trachtete eher danach seinen Grundbesitz zu vergrößern und kaufte im Jahre 1609 um 13.000 Gulden die gesamte Grundherrschaft des Gerichtes Aschau. Unter der Pflegschaft des Burkhart Laymann wurde dann die Bautätigkeit auf der Burg wieder aufgenommen. Auch nach dessen Tod wurden zahlreiche Neu- und Umbauarbeiten getätigt. Bis zum Jahre 1608 wurden in dieser Bauphase 8.000 Gulden investiert. 1609 ließ Erzherzog Maximilian III. die Klause renovieren.

Im Dreißigjährigen Krieg rückten die Schweden 1632 in Richtung Tirol vor, sodass die Wehranlage eiligst fertig gestellt werden musste. Als Bernhard von Weimar die Festung angriff, konnte diese wiederholt standhalten. Erzherzog Leopold persönlich hatte die Verteidigung angeführt. Da immer noch Gefahr durch die Schweden bestand, wurde Mitte des 17. Jahrhunderts das Fort Claudia (zu Ehren der Landesfürstin Claudia von Medici) errichtet.

Als 1703 die Festung von den Bayern eingenommen wurde, war klar, dass auch der in südwestlicher Richtung aufragende Hornberg befestigt werden musste.

1726 wurde nun mit dem Bau einer Festung auf dem Schlosskopf begonnen. Allerdings wurden die Arbeiten für längere Zeit ausgesetzt und somit erst 1741 fertig gestellt.

1782 wurde Ehrenberg aufgelassen und an eine Privatperson versteigert.

Seit 1970 wird die Ruine Ehrenberg von uneigennützigen Helfern saniert und darüber hinaus wurde 2001 die bereits in Vergessenheit geratene Wehranlage auf dem Schlosskopf ausgeholzt und gesichert und ist seit 2002 der Öffentlichkeit zugänglich.

 
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