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Orts- und Flurnamen in und um das Außerfern

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A

 

Almajur

evtl. vom romanischen "alpe major" (größere Alpe)

Quelle: "Erlebnis Außerfern von Hannes Gasser"


B

 

Berwang

ber (Bären), wang (Wiese) = "Bärenwiese"

 

Biberwier

1286 Piperwure = Biberdamm

 

Bichlbach

1300 n. Chr. als "Puechelpach", was aus dem mittelhochdeutschen stammt und soviel bedeutet, wie "von Buchen umstandener Bach"

 

Breitenwang

1094 "Breitinwanc" = breite Grasfläche bzw. Wiese

 

E

 

Ehenbichl

1404 "Ehenpühel" = vermutlich durch den Namen eines Bürgers, öhin, Öheim, Öhen Bühel

 

Ehrenberg

"ere" war ein Idealbegriff in ritterlichen Kreisen, als Sinnbild höfischer Kultur, in Dichtung und Ethik vertreten

 

Ehrwald

eriro oder erro wald (althochdeutsch) "Anfang des Waldes", eventuell Gegenstück zum 1456 zerstörten Mittewald?

 

Elbigenalp

1488 alwigen alp, 1515 Eelbigen Alp = elmige Alpe, mit Ulmen bewachsene Alpe

 

Elmen

1312 Elmenoe, Ellmo, Elbnau = Au mit Ulmen

 

F

 

Fluh

(Rote Flüh, Nagelfluhkette) alemannisch Felsabbruch, meist verwendet für lang gezogene Felswände, häufiger Namen im Westen des Allgäus und im Bregenzer Wald (Kanisfluh) , sowie in der Schweiz

 

Forchach

1200 Vorhach, Braitforchach = Föhrenwald

 

G

 

Gaicht

wäre am ehesten mit "jäh" (mundartlich "gach")  zu übersetzen, also eine jäh abfallende Geländeform

 

Gehren

keilförmige Flurform (mittelhochdeutsch "ger")

 

Gerstruben

Schwemmkegel (Mure) auf welchem Gerste angebaut wurde; überwachsener Murkegel

Thaddäus Steiner

 

Gramais

lat. graminosa (grasreich), romanisch grumoso (unkrautreich), eher "grasreiche Gegend"

 

Grän

1427 Grun, geröne = Baumstumpf, viele umgeworfene Bäume eines Windwurfes (mundartlich "rona")

 

Gschwend

gleichzusetzen mit "roden"; schwenden (=roden)

 

Gund, Güntle

(weitere Möglichkeiten: Güntli, Günd) vermutlich vom keltischen Begriff für Mulde bzw. Kar

 

H

 

Hägerau

(1315 Heugernawe) wird als Au unter dem Hager gedeutet; der vordere und hintere Hager sind noch heute die Höhen links über dem Lech. Hager war früher ein "grasreicher, sonnseitiger Heuberg", mit dem mundartlichen Haa ist noch heute das Heu gemeint

Quelle: "Erlebnis Außerfern von Hannes Gasser"

 

Häselgehr
1358 Hesligeren = haselbewachsener Gehren (keilförmige Flurform)

 

Heiterwang

1286 Ayterwanch = (mittelhochdeutsch) eiternezzel, Brennnessel, demnach ein Feld mit vielen Brennnesseln
 

Höfen

dürfte vom alemannischen Wort "Hof" abgeleitet sein; Weideplatz, Rastplatz für Vieh

Holzgau
1315 Holzge, 1515 Holzgaw = holz- bzw. waldreiche Au

 

I

 

Iseler

Deutungsmöglichkeiten: "Isel" (Ries, Schutthalde) weit ausladende Schutthalden im Iselerkar könnten ein Hinweis dafür sein, oder aber ableitend vom besitzanzeigenden "iis, isigar" (=unserer; allgäuisch) Berg

 

J

 

Jochpass

mundartlich "üf d´r Gähwinde", was mit Wächte bzw. Schneeverwehung gleichgesetzt wird, die Bezeichnung "Gähwinde" würde von "gacher (stürmischer bzw. starker) Wind" abgeleitet

 

K

 

Kaisers

1385 Khaisern = (romanisch) casieres "Almhütten" ?

 

Kelmen

vielleicht vom mittelhochdeutschen "diu kälwe", die kahle Stelle ?

 

Krottenkopf, Großer

Deutungsmöglichkeiten: von der "Kröte" stammend (laut einer Sage verwandeln sich die Seelen von geizigen Menschen in Kröten, die in das unwirtliche Gebiet unterhalb des Krottenkopfes verbannt wurden), oder vom romanischen "crypta", was in etwa der Bedeutung eines Felsblockes bzw. eines Felsblockes unweit einer Höhle gleichkommen dürfte (vergl. dazu das Wort "Grotte" für eine höhlenartige Vertiefung)

 

L

 

Lähn

gleich wie das Lehn bei Kreckelmoos ableitend vom heute noch gebräuchlichen "Lahne", also ein Lawinenstrich. Das 1456 durch eine Lawine zerstörte Mittewald, wurde an anderer Stelle als "Lähn" wieder errichtet

 

Lahnerkopf

Berg dessen Flanken sehr lawinengefährdet sind, also ableitend vom vorgenannten, im bayrisch-tirolischen gebräuchlichen, "Lahn" (=Lawine). Benennung daher vermutlich von der Lechtaler Seite aus

 

Lech

vermutlich vom keltischen lic (licca) abgeleitet, was soviel bedeutet wie "der schnell Fließende"

 

Lechaschau

1219 Aschowe = eschenbewachsene Au

 

Lermoos

Larinmoos = leeres, ungenutztes Moos

 

Letzen

aus dem alemannischen letzi, "Hindernis, künstlich angelegte Straßensperre", entstanden, was auch für die frühe historische Bedeutung spricht

Quelle: "Erlebnis Außerfern von Hannes Gasser"

 

M

 

Mädelegabel

die Gabel (also die fünfzackige Spitze) über der Wiese die gemäht (ableitend von "mahd") wird. Da man sich früher nicht für Berge interessierte, diente die Bezeichnung als Sammelbegriff für die ganze Gruppe Trettach, Mädelegabel, Hochfrottspitze und die Berge der Guten Hoffnung

Urkundliche Nennung 1485 als "Medelinspitzen", als Sammelbegriff für die oben genannten Gipfelgestalten

 

Marchspitze

mundartlich "March" ist gleichbedeutend mit dem Markstein; Grenzverlauf

 

Musau

1218 Muosowe, 1310 Mussowe = ?, vielleicht vom althochdt. muessa "sumpfiges Land"

 

Muttekopf, Mutte und Muttler

vermutlich aus dem romanischen Sprachgebrauch und gleichbedeutend mit "rund, hornlos"

im Engadin gibt es viele Hügelnamen mit dem Namensbestandteil "motta"

 

N

 

Namlos

1286 Namels = anscheinend lebte hier ein Mann namens Amel, das "n" dürfte von "in Amels" kommen

 

Nesselwängle

kleine Grasfläche mit Brennesseln

 

P

 

Pfafflar

1300 Pavelaers = lat. pabularium, Alm bzw. Weideplatz oder lat. pabulariu, Futterstadel

 

Pfannenhölzer

nach einem Gerät mit dessen Hilfe der Älpler die Höhe der Pfanne über dem (offenen) Ofenloch reguliert hat, somit ein Holz mit einigen Einkerbungen (zum Einrasten) -> Vergleiche dazu die Bergform

 

Pflach

1275 Plech = mittelhochdeutsch vlach "Ebene"

 

Pinswang

Pinuz (althochdeutsch) = Binse, Grasfläche mit Binsen

 

R

 

Rauth

abgeleitet von "roden", (siehe Reutte)

 

Reutte

wird abgeleitet von "roden", also eine Fläche die durch Rodung entstanden ist

 

Rohnenspitze

(siehe Grän)

 

Rubi
vermutlich ableitend von dem Schwemmkegel (Mure);  lateinisch "rovina" (=Mure)

Thaddäus Steiner

 

S

 

Steeg

Steg, der über den einen Bach führt; "Kaiserstög", Zugang zu Kaisers

 

V
 

Vils
urkundliche Erwähnung 1200 als "Filis" = vermutlich abgeleitet von Filz (sumpfiges Land)
ursprünglich stand der Ort Vils am Südhang der Burg Vilsegg, wurde aber auf Grund von Überschwemmungen an die heutige Stelle verlegt

 

W

 

Wängle

1278 Wengelin = kleine Grasfläche

 

Z

 

Zöblen

(1425 erstmalig erwähnt) dessen Name von der hier erstansässigen Familie Zobl ableitet