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Geboren: 5. Juni 1845 auf Schloss Eurasburg
(Bayern)
Gestorben: 7. Dezember 1876 in Sao Paolo de Loanda
(portugiesisch Angola)
Geboren wird Hermann von Barth (Freiherr von und zu Harmating)
am 5. Juni 1845 auf Schloss Eurasburg in den bayrischen Voralpen
als Sohn eines königlich bayrischen Kämmerers. 1857 verkauft der
Vater das Schloss und zieht mit seinen Söhnen Hermann, Ernst und
Hugo nach München.
Die Natur fasziniert den Jungen und so unternimmt er oft lange
Wanderungen oder geht mit seinen Brüdern zur Jagd. Seine
Strebsamkeit macht sich in all seinem Handeln bemerkbar und am
Gymnasium gilt er als fleißiger Schüler. 1863 schreibt er sich
an der Universität München zum Jurastudium ein. Als
Rechtspraktikant verschlägt es ihn zunächst nach Regensburg.
Sein Onkel Ignaz holt ihn dann aber im Mai 1868 nach
Berchtesgaden ans Landgericht.
Hier blüht Hermann förmlich auf. Die alpine Welt um ihn
beschäftigt den nunmehr 23-jährigen fast jede freie Minute.
Trotz seiner alpinen Tätigkeit vergisst er nicht auf seinen
Beruf. In einem geordneten Dasein vermag er beides gründlich zu
bewältigen. Leider sind Gleichgesinnte rar und er zieht fast
immer alleine in die Bergwelt. 69 Gipfel ersteigt er in dem Jahr
im Berchtesgadener Land und verfasst dazu begleitend eine
umfangreiche Dokumentation seiner Bergfahrten.
War die Besteigung der Felsriesen in jener Zeit als
Leichtsinnigkeit in Verruf, so setzte sich Hermann über dies
hinweg. Er erstieg viele Gipfel durch freies Gelände und fragte
höchstens einmal einen Hirten oder einen Jäger um Hilfe. Einen
Bergführer nahm er nie in Anspruch. Er liebte es, frei durch das
Gelände zu marschieren ohne von Wegen oder mahnenden Worten auf
einen bestimmten Pfad gelenkt und somit neuen Eindrücken und
Erfahrungen beraubt zu werden.
Hermann von Barth möchte seine Aufzeichnungen publizieren,
findet aber vorerst keinen Verleger. Im Mai 1869 führt ihn seine
Arbeit nach Sonthofen. Sofort macht er sich daran die Allgäuer
Alpen zu erkunden. 44 Gipfel erklimmt er zwischen Mai und
September, drei davon sogar erstmalig. Im November tritt er dann
dem neu gegründeten Alpenverein bei und hat hat hier nun die
Möglichkeit seine Erfahrungen mit weiteren Interessierten
auszutauschen.
Im Sommer 1870 führt sein Weg ins Karwendel, wo er insgesamt 88
Gipfel besteigt, 12 davon erstmalig. Akribisch zeichnet er auch
hier Gratverläufe und Wände auf. Trotz seiner stattlichen
Ansammlung von Notizen und Zeichnungen der alpinen Welt findet
er noch immer keinen Verleger, der seine Manuskripte drucken
will. Als er 1871 dann das Wettersteingebirge erkundet,
unterlässt er es, Aufzeichnungen darüber zu machen. Enttäuscht
von der scheinbar fehlenden Akzeptanz seiner Arbeit, verliert er
die Lust daran ständig Aufzeichnungen zu führen und unternimmt
die Bergtouren nur noch zum "eigenen Vergnügen".
Auch von seinem eigentlichen Beruf, der juristischen Welt, fühlt
Hermann sich nicht mehr ausgefüllt und er beschließt wieder
Student zu werden. Er will seine Leidenschaft, die
Naturwissenschaft, nun zur Gänze zu seinem Lebensinhalt machen.
In den Jahren 1872 und 1873 vereinnahmt ihn sein Studium
dermaßen, dass er die Berge nur noch sehr selten aufsuchen kann.
Doch dann meldet ein Leipziger Verleger Interesse an den Werken
und Manuskripten von Hermann an. 1874 erscheint nun endlich das
erste Buch des Alpinbegeisterten: "Aus den Nördlichen
Kalkalpen".
Das Interesse des angehenden Naturwissenschaftlers liegt
mittlerweile aber nicht mehr an der Bergwelt, sondern der
Schwarze Kontinent liegt nun im Visier von Hermann. 1875
schreibt er an einer Publikation der Erschließungstätigkeit
britischer Reisender in Ostafrika. Dieses Werk findet in der
Fachwelt großen Anklang und Hermann wird im März 1875 zu einer
Expedition als Geologe nach Westafrika eingeladen. Von Barth
kann diese Einladung jedoch noch nicht wahrnehmen.
Im Juni des Jahres 1875 wird er erst seine Doktorarbeit ablegen.
Schon bald jedoch ergibt sich eine neue Gelegenheit für Hermann
doch noch an einer Afrikaexpedition teilzunehmen. Die
"Geographische Gesellschaft München" schickt ihn nach
portugiesisch Angola.
Am 5. Juni 1876 trifft er in Sao Paolo de Loanda in der
portugiesischen Kolonie Angola ein. Seine Reise ins Landesinnere
endet abrupt als Hermann von Barth schwer erkrankt. Sein
gesundheitlicher Zustand verschlechtert sich zusehends. Durch
die tropische Krankheit gezeichnet, begeht er am 7. Dezember
1876 den Freitod durch einen Revolverschuss ins Herz.
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