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Alt-Trauchburg

Burgruine


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Alt-Trauchburg
   Ansicht der Burg Alt-Trauchburg um 1840 von Caspar Obach

Schwierigkeitsgrad

T1-2 - Bergwandern
Charakter
Durchgängiger Pfad. Gelände teilweise steil, Absturzgefahr nicht ausgeschlossen
Anforderung
Etwas Trittsicherheit ratsam. Trekkingschuhe sind empfehlenswert. Elementares Orientierungsvermögen

Gruppe
historische Bauten
Höhe
903 m
Talort(e)
Kleinweiler

     



KOORDINATEN   47.65504 • 10.10911 | WETTER | WEBCAMS | TOURENKARTE | ANFAHRT (GoogleMaps)


T O U R E N I N F O



Grundriss Alt-Trauchburg


Mauerdetail
Die Spornburg an der Nordwestflanke des Sonnenecks geht wahrscheinlich auf einen Vorgängerbau zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wird eine Anlage im Jahr 1041. Um 1150 erhalten die Herren von Rettenberg die Trauchburg zum Lehen, wonach sich dieser Zweig der Rettenberger fortan als "von Trauchburg" nennt. Berthold von Trauchburg lässt die Burg neu errichten. Er wurde 1224 unter Kaiser Friedrich II. als Prokurator von Schwaben eingesetzt. 1258 erlangten die Truchsessen von Waldburg die Herrschaft über die Trauchburg, da der Zweig der Rettenberger 1306 aufgrund der Schuldenlast die Geschäfte nicht mehr weiterführen konnten. Unter den Herren von Waldburg erfolgte ein umfangreicher Aus- und Umbau der Burganlage.

Die Burg Alt-Trauchburg ist eine der wenigen Burgen, die nicht ausschließlich von Vögten bewohnt und bewirtschaftet wurde. Hier lebten und residierten die Waldburger selbst und wirtschafteten über Jahrzehnte und Jahrhunderte mal besser und mal schlechter, einige Burgherren werden in den Quellen gar als "üble Haushalter" bezeichnet, befanden sich also oft in finanziellen Schwierigkeiten.

Schwierigkeiten ergaben sich dann auch während des Bauernkrieges, als die Trauchburg 1525 geplündert und stark beschädigt wurde. 1546 besetzten die Truppen des Schmalkaldischen Bundes die Burg. In der Folgezeit berichtet die Chronik von zahlreichen aufwändigen Umbauten, welche die Trauchburg letztlich zum repräsentativen Herrschaftsmittelpunkt machten. Trotzdem siedelten die Waldburger 1690, nachdem sie den Reichsgrafentitel erworben hatten, in ihr Schloss nach Kißlegg um. Schon 1729 begann man das Schloss abzutragen um das Baumaterial für den für den neuen Schlossbau in Kißlegg und später den Neubau des Schlosses Neu-Trauchburg bei Isny zu nutzen. Noch heute befindet sich die Burgruine und das umgebende Areal im Besitz der Familie Waldburg-Zeil.

Zahlreiche archäologische Funde aus dem Umfeld der Burg bezeugen einen vornehmen, aufwendigen Haushalt. Unter anderem fanden sich herrliche Ofenkacheln, venezianisches Glas, unterschiedliche Keramiken, sehr viel Butzenglas und reich ornamentierte Tür- und Truhenbeschläge.

Nach frühester Volksmeinung hat eine Heidenfrau in uralten Tagen diese Burg erbaut und die Bauern der Umgebung zu harter Fronarbeit gezwungen. Seit dieser Zeit lag ein Fluch auf der Zwingburg, die erst ihren Schrecken verlor, nachdem sie in den Bauernkriegen von den Aufständischen ausgeräuchert wurde. In dem alten Gemäuer aber habe sich der heidnische Spuk noch lange Zeit erhalten.

Auch der sogenannte "Trochar" war eine Sagengestalt aus dem Umfeld der Burg, in der sich alles Böse vereinte. Von ihm hieß es, er sei der ehebrecherisch gezeugte Sohn jener Heidin gewesen, mit welcher das Schreckensregiment auf der Burg anhob. Alle Versuche, deren Sohn zum Christentum zu bekehren, wusste er mit List und Gewalt abzuweisen. Bei einem dieser Bekehrungsversuche soll sogar ein Kemptener Fürstabt sein Leben gelassen haben, ein andermal hatten sich zwei Geistliche aufgemacht den Widerspenstigen zu bekehren und die Dämonen aus seiner Wohnstatt zu vertreiben. Der erwürgte die beiden aber mit bloßen Händen als er das Kreuz bemerkte, dass ein jeder von ihnen unter einer Verkleidung auf der Brust getragen hatte.

Da wurde endlich ein Femegericht über den Trochar gehalten, ein Geheimgericht, dass es sich zur Aufgabe gemacht hatte all jene Fälle aufzugreifen, wo der Arm des gewöhnlichen Richters versagte. So hielten die Femerichter genau zur Mitternachtsstunde hoch oben auf dem Sonneck im Kreise auf Baumstümpfen sitzend Gericht. Der oberste Richter aber stand mit dem Delinquenten inmitten der Runde, daneben ein weiterer Richter mit dem übermannslangen Richtschwert. Noch in der Geisterstunde wurde der Trochar enthauptet, woraufhin sein abgeschlagener Kopf über den steilen Hang in das Tal hinabrollte. Dort fanden anderntags die Leute diesen und steckten ihn sogleich auf einen Spieß und trugen ihn in einem Triumphzug durch das Land, während die Trauchburg in Flammen aufging.


Kleinweiler

Von Kleinweiler mit dem Auto über die Alte Landstraße in Richtung Osten und bei dem Weiler Letz rechts ab, etwa 300 Meter gegen Süden hin zu einer Weggabelung. Rechts am Weg stehen einige Parkplätze für Wanderer zur Verfügung. Zu Fuß weiter, kurz in den Tobel und bald auf kleinem Steig orografisch rechts durch lichten Wald hinauf zu dem Forstweg, welcher von dem Weiler Bauhof heraufleitet. Entlang diesem Weg in das Innere des Tobels und über den Bachlauf hinüber. Einige Meter nach dem Bach zweigt ein kleiner Pfad rechts ab, welcher durch den Jungwald ansteigt und an einem Steg an den steil abfallenden Osthang hinüberleitet. Den hier heraufziehenden Fahrweg queren und über den Waldboden die letzten Meter ansteigen zu der ebenen Fläche der einstigen Vorburg, wo heute die kleine St.Georgs-Kapelle steht. Linkerhand beeindruckt dann schon die hohe Nordmauer der Ruine Alt-Trauchburg den Besucher.


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