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Bad Kissinger Hütte

(ehemals Pfrontner Hütte)


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Bad Kissinger Hütte
die Bad Kissinger Hütte

Schwierigkeitsgrad




T2 - Bergwandern


Charakter
Durchgängiger Pfad. Gelände teilweise steil, Absturzgefahr nicht ausgeschlossen
Anforderung
Etwas Trittsicherheit ratsam. Trekkingschuhe sind empfehlenswert. Elementares Orientierungsvermögen



Gruppe
Tannheimer Berge
Höhe
1788 m
Hütte(n)
Sektion Bad Kissingen des DAV
Talort(e)
Grän
Homepage
Bad Kissinger Hütte

     


T O U R E N I N F O



Erstmals erwähnt wurde die Hütte am 1. Oktober 1880 in einer Urkunde, in der die Stadt Vils als Eigentümer angegeben ist. Seit 1889 gehörte die Hütte der Sektion Falkenstein Pfronten und wurde damit zu einer Alpenvereinshütte. 1957 wurde die Hütte an die Sektion Ludwigsburg verkauft. 1994 übernahm sie die heutige Besitzerin, die Sektion Bad Kissingen des Deutschen Alpenvereins.
Quelle: Wikipedia

Grän

Der Südanstieg erfolgt vom Hüttenparkplatz im Bereich Grän/Enge aus. Über Fahrwege und später auf einem geröllreichen Steig in den Tobel des Seebaches. Aus diesem heraus entlang einer südseitig ausgerichteten Geländekante in den Sattel zwischen Aggenstein und Brentenjoch und zuletzt in westlicher Richtung hinauf zu der Bad-Kissinger-Hütte.

Ein Ausflug auf den Aggenstein (von 1916 -> siehe 'weitere Infos')

Gipfel im Hüttenbereich


Aggenstein
Brentenjoch
Vilser Alm







Hier ein Auszug aus der "Illustrierten Weltschau" Nr. 35, einer Sonntagsbeilage zum "Schwäbischen Merkur", vom 27. August 1916. Mit der Abschrift des Originaltextes:





Aggenstein! Du herrlich trotziger und doch so sanfter und milder Bursche! Trotzig, denn kühn und trotzig ragst du deine schroff abfallenden Zacken und Schrofen auf der Grenze zwischen Deutschland und Österreich, zwei Schwurfingern gleich, in die blauen klaren Lüfte, gleich als wolltest du dem treuen Waffenbündnis riesenhaft monumentalen Ausdruck verleihen, sanft und milde; denn nur die eine Seite deines Wesens ist bis zur Unnahbarkeit stolz und unbeugsam, auf der anderen Seite geben sanfte Matten und blumenbesternte Halden, die sich an deinen Rücken schmiegen, dir eine gastliche gesellige Freundlichkeit! Ist es ein Wunder, daß du mit der reichen Fülle vielseitiger Schönheit ein Freund und Liebling aller Naturfreunde geworden bist?

Deiner rauhen Wildheit wurden Zügel angelegt in Gestalt eines langen, wohlgepflegten Bandweges, der sicher und bequem bis zum Gipfel führt. Wohl grollst du oft über diesen ungewohnten Zwang, und in ungestümem Freiheitsdrang rufst du dir Sturm und Wetter zur Hilfe herbei, das allen angehäuften Groll über die sich heranwagenden Menschen entladen müssen. Und wehe dem, der mitten auf dem Berge von einem solchen Überfall überrascht wird; aber lange kannst du dein schönes Antlitz nicht verbergen, bald strahlst du wieder im Glanz der Morgensonne in deiner vollen Pracht, selbstgefällig weithin sichtbar, so weit das Auge reicht. Und wie kokett stellt sich der Bursche dar!
Wie wenn er es wüßte wie schön er ist, zeigt er von jeder Seite, wie man ihn anschaut, sein völlig neues Antlitz, nur die herrliche Pracht und Majestät des Anblicks bleibt von allen Seiten gleich. Wie gelangst du aber zu diesem Burschen? So einfach wie möglich! Dort wo das Vorarlgebirge seine letzten Ausläufer über Tirol hinaus ins bayrische Allgäu sendet, ragt unter den vielen Gipfeln der Vorberge ein durch besonders kühn geschwungene Form ausgezeichneter trotziger Kopf unter allen hervor, überall stößt man auf ihn. Es ist der Aggenstein!

Von Kempten, der käsegesegneten Metropole des Allgäus, führt das Seitenbähnlein nach Tirol. Unsere Stelle ist Pfronten-Steinbach, eines der acht Orte namens Pfronten (ad frontes – an der Grenze des Gebirges). Nach Verlassen des Zuges treten wir nach kurzem Marsch in den ersten majestätischen Hochwald ein, und nun geht es an ein rüstiges Steigen auf gutem Wege. Links neben uns hat ein Wildbach eine tiefe Klamm gerissen. Wir steigen neben ihr bergan. Bald schäumt und brodelt der Wilde Geselle im engen Bette über unwegsame Felsentrümmer, bald stürzt er verwegen voll Unmuts über das Hindernis in tosendem Fall scheltend über die steile Felswand zur Tiefe nieder.

Nach einer Stunde ist die Einsattelung zwischen dem breiten, behaglich sich ausladenden trägen Bergrücken des Roßberges erklommen. Vor uns enthüllt zum ersten Male der Aggenstein seine überwältigende Schönheit. Das Auge verliert sich in einem unwegsamen, reich mit Edelweiß besticktem Felsgewirr. Über das andere Tal herüber grüßt der kecke Falkenstein, dessen herausfordernde unsagbar schöne Lage König Ludwig II. noch zu einem Schloßbau veranlassen wollte, der alle anderen Prachtbauten in Schatten gestellt hätte.

Vorwärts in der Einsattelung! Immer etwas aufwärts! Wir überqueren einen Bach. Dort ladet eine köstliche Quelle zu frischem Trunk. Dann geht es über die Grasmatten endlose Serpentinen entlang bis zum ersten Kamm, auf dem die waltende Fürsorge Verschönerungsvereins Pfronten eine Schutzhütte erstellt hat zur Unterkunft bei Wetter und etwaigem Weitermarsch. Der überwältigende Ausblick gibt uns schon hier einen Vorschmack von dem gewaltigen Reich unendlicher Schönheit, das der Aggenstein von seinem königlichen höchsten Throne aus beherrscht.

Noch weitere dreiviertel Stunden leichten Steigens und das trunkene Auge blickt hinaus in ein Wunderreich berückender Schönheit. Zu unseren Füßen die Welt mit all ihrem reichen und bunten Wechsel. Hier das Flachland mit seinen hellen Weilern, Dörfern, Städten, seinen Bächen, Flußläufen und flachen Seen, dort die stumme Bergwelt mit ihrem unübersehbaren Gewirr von Kuppen, Gipfeln und Spitzen, mit ihren Zacken und Klüften, mit ihrem Wechsel von Schnee, Fels und grünen Weiden, eingerissenen Schluchten und breit ausladenden Tälern.







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