»     Touren & Ziele     »    historische Bauten    »    Costarieskapelle


Costarieskapelle


  TOURENKARTE   SUCHE IM TOURENARCHIV



Costarieskapelle
   die kleine Costarieskapelle im Winter

Anspruch

T1-2 - Bergwandern
Charakter
Durchgängiger Pfad. Gelände teilweise steil, Absturzgefahr nicht ausgeschlossen
Anforderung
Etwas Trittsicherheit ratsam. Trekkingschuhe sind empfehlenswert. Elementares Orientierungsvermögen

Gruppe
historische Bauten
Höhe
1170 m
Hütte(n)
Frauenseestüberl
Talort(e)
Lechaschau

       



KOORDINATEN   47.50015 • 10.68990 | WETTER | WEBCAMS | TOURENKARTE | ANFAHRT (GoogleMaps)


T O U R E N I N F O


Lechaschau Frauensee

Der einfachste Zustieg erfolgt vom Parkplatz kurz unterhalb des Fraunseestüberls über den links am See vorbei führenden Fahrweg. Dabei folgt man diesem entweder bis zum Abzweig zur Kapelle oder man kürzt über den Steig bei den Seeböden ab, welcher ebenfalls wieder auf den Fahrweg trifft und letztlich zum Ziel führt.

Lechaschau

Vom Parkplatz unterhalb des ehemaligen Langtennenliftes (kostenlos) auf dem asphaltierten Sträßchen bis zu dem Gatter, gleich hinter dem alten Gastwirtsgebäude. Linkerhand dann durch das Drehkreuz auf das Pistengelände. Diesem folgt man an dessen rechtem Rand, bis man auf die Beschilderung zu Frauensee und der Kapelle trifft. Eine alte Furt leitet auf einen mit einem Kruzifix bestandenen weitläufigen Boden. Orografisch links weiter in den Wald hinauf, zweimal wird dabei der Fahrweg gequert und zum Schluss geht es stets steiler werdend in die Einsattelung zwischen den "Koppen" hinauf, in welcher sich das kleine Kirchlein befindet.

Von dem kleinen Kapellengebäude gibt es einen schönen Ausblick über den Talkessel von Reutte. Auch die Bergwelt rings um den Talkessel kann von hier erkundet werden: wie etwa der Tauern, der Thaneller oder die Gipfel weit hinten in der Liegfeistgruppe.

Erweiterungsmöglichkeiten


Frauensee
Hahlekopf

Abschrift der Geschichte der Costarieskapelle:

Lieber Besucher!

Nachstehend ein Streifzug durch die wechselvolle Geschichte dieses Kirchleins der "Costarieskapelle".

Dieses in den Jahren 2002 und 2003 neu errichtete Kleinod kann auf Vorgänger verweisen. So stand bereits im Jahre 1856 laut erstem staatlichen Kataster in diesem Bereich die so genannte "Ecce-Homo-Kapelle". Nähere Einzelheiten dazu sind nicht überliefert. Es dürfte sich jedoch eher um einen schlichten Bau gehandelt haben, denn bereits im Jahre 1902 berichtete die Pfarrchronik von der beabsichtigten Errichtung einer Lourdeskapelle an dieser Stelle. Da dem Seelsorger von Wängle der Kapellenbau ein Dorn im Auge war, unterblieb das Vorhaben.

Nach dessen Ableben im Jahre 1905 rührte sich wieder die Volksseele - man dachte an den Erbau einer Waldkapelle. Stark dafür machten sich mit zahlreichen Helfern und Gönnern die beiden Tischler Georg und Matthäus Frick aus Lechaschau sowie Wilhelm Wörle, der spätere Schlosswirt in Ehenbichl. Die Initiatoren wussten offensichtlich von der "Ecce-Homo-Kapelle", das jetzige Altarbild und die Ecce-Homo-Statue deuten darauf hin. Zu erwähnen ist noch, dass sich in unmittelbarer Nähe des heutigen Bauwerks ein Unterstand (Wetterhütte) befand, der innen mit Heiligenbildern verziert war; dieser war zwar in einem desolaten Zustand, dürfte aber ein Mitgedanke für die Errichtung der Costarieskapelle gewesen sein.

Die Bauarbeiten begannen im Sommer 1912. Das Kirchlein wurde in schlichter Holzbauweise gefertigt, wobei das "Endprodukt" nur wenigen Personen Platz bot. Auf dem Satteldach befand sich ein Dachreiter mit einem Glöcklein, das im Frühjahr 1976 ein Dieb entwendete und welches 1977 durch eine bemerkenswerte Spende des Trachtenvereins Lechaschau ersetzt wurde. Ein Detail am Rande: Das ursprüngliche Glöckchen - 3 kg schwer und 19 cm im Durchmesser - musste 1916 an den Kaiser für Kriegszwecke abgeliefert werden. 1922 wurde, vor allem auf Drängen der Lechaschauer Kinder, eine neue Glocke angeschafft. Diese ließen die Machthaber des zweiten Weltkrieges gottlob unbehelligt. Der Altar stammt aus der Werkstatt des Tischlermeisters Georg Frick, das Altarbild erschuf ein Lechaschauer Amateurmaler - es zeigt den hohen Rat bei der Verurteilung Jesu. Die geschnitzte Christusfigur vom gelernten Holzschnitzer Adolf Lang aus Lechaschau ergänzt das Altarbild. Die Einweihung des Costarieskirchls nahm Pfarrer Johann Gutgsöll am 29. September 1913 im Beisein zahlreicher Pfarrangehöriger vor.

Zum 40-jährigen Jubiläum im Jahr 1953 renovierten selbstlose Helfer das Gotteshäuschen. Es wurde durch einen Zubau - Unterstand für Wanderer - verlängert und durch ein Eisengitter vom Altarraum getrennt. Die Außenwände wurden mit Eternitplatten verkleidet. Eine weitere Renovierung erfolgte 1977. Dabei brachte man den Dachstuhl des Anbaus auf gleiche Höhe mit dem Altbau. Federführend war dabei Adolf Lang aus Lechaschau. Ihm zur Seite standen die Lechaschauer Heinrich Frick, Brauereiarbeiter, Eduard Lang, Steinmetz und Holzschnitzer, Franz Schweiger, Rentner, sowie der Briefträger Rudolf Beirer aus Wängle.

Die vielen Jahrzehnte gingen an der aus Holz gebauten Kapelle nicht spurlos vorüber. Sie verfiel zusehends. Da sich das Kirchlein auf Agrargrund befindet, machte sich bereits im Jahr 2001 Agrarobmann Martin Frick aus Lechaschau über eine Restaurierung beziehungsweise einen Neubau Gedanken. Nach eingehenden Beratungen im Agrarausschuss wurde dem Neubau der Vorzug gegeben. Von Beginn an stand fest, dass dieser in gleicher Größe und Innengestaltung errichtet werden sollte. Das Werk ist, wie man sieht, mehr als gelungen. Obmann und "Baumeister" Martin Frick, Josef Fuhrmann, Otto Huber, Walter Klotz, alle Lechaschauer, und Toni Knittel (aus Reutte; er malte den Altar und die Fensterbänke) waren unermüdlich und bei jedem Wetter am "Werkeln", sodass in rekordverdächtiger Zeit - Juli 2002 bis Sommer 2003 - dieses Kleinod zustande kam. An dieser Stelle sei neben den genannten Personen den vielen anderen Helfern und Sponsoren ein großes "Vergelt´s Gott!" gesagt.

Eine Schlussbemerkung zum Namen des Kirchleins "Costaries". Ursprünglich gab es sieben (!) verschiedene Schreibvarianten. Aufgrund mündlicher Überlieferung wurde gegenständlicher Schreibweise der Vorzug gegeben. Nach Siegried Leuprecht, Säger, geboren 1876, der sein Wissen an seinen Sohn Sieghard, geboren 1927, weitergab, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Gebiet "Finsterwinkl" (Wald oberhalb der Kapelle) umfangreich Holz geschlagen und durch eine felsige Rinne (Ries) unter der Kapelle zu Tal befördert. Die Holzer waren Italiener. Dabei fiel des Öfteren der Name "Costa". Daher der Name "Costaries", also das Ries des Costa.



weitere Informationen
Beitrag zur Tour Costarieskapelle im Forum
Suchergebnisse für Infos und Tourenbeschreibungen zum Begriff Costarieskapelle im Forum




weitere Bilder
Treffer in der Bildersuche für den Begriff Costarieskapelle aufrufen

das Datenblatt für das Ziel Costarieskapelle wurde bereits 114x aufgerufen