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Burgruine Eisenberg und Hohenfreyberg


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Burgruine Eisenberg und Hohenfreyberg
   die Burgruinen Hohenfreyberg (li.) und Eisenberg

Schwierigkeitsgrad

T1-2 - Bergwandern
Charakter
Durchgängiger Pfad. Gelände teilweise steil, Absturzgefahr nicht ausgeschlossen
Anforderung
Etwas Trittsicherheit ratsam. Trekkingschuhe sind empfehlenswert. Elementares Orientierungsvermögen

Gruppe
historische Bauten
Höhe
1041 m
Hütte(n)
Schlossbergalm
Talort(e)
Eisenberg (Zell, Weizern)

     



KOORDINATEN   47.61348 • 10.58966 | WETTER | WEBCAMS | TOURENKARTE | ANFAHRT (GoogleMaps)


T O U R E N I N F O


Einst lebte in dem Gemäuer der beiden Burgen ein grimmiger Raubritter, ein hartgesottener Feind des Bischofs und der Bauern und Bürger. Noch im 19. Jahrhundert hieß es, der "Eisenbrecht" gehe um. Damit war der Geist dieses Unholds gemeint, der sein Lebtag fast nur vom Rauben und Schänden lebte, überall Händel suchte und niemanden, ob geistlich oder weltlich, mit seinem Frevel verschonte. Sein Sündenregister war endlos.

Während der rechte Burgherr mit den Kreuzfahrern im heiligen Land kämpfte, hatte sich sein treuloses Weib mit einem unbekannten Strauchdieb eingelassen. Diesen erschlug jedoch bald darauf der Roßknecht; aber das Kind, das den Namen Eisenbrecht erhielt, wuchs zu einem recht kecken Burschen heran. Nach langen Jahren kehrte der Burgherr zurück, nachdem er längst totgesagt war; er verzieh seinem Weibe, und beide wollten nun auch den Herrgott versöhnen, indem sie den kleinen Eisenbrecht nach Füssen ins Mangkloster steckten. Aber das tat nicht lange gut. Schon nach wenigen Wochen türmte Eisenbrecht aus dem Kloster, und nun begann ein wildes Abenteuerleben mit zwölf gleichgesinnten Kerlen. Es fing an mit tollen Raubzügen ins Tirol, an den Bodensee, ja bis in die Schweiz und an die obere Donau. Nach Jahren der Abenteuer und Gefahren erinnerte sich der Eisenbrecht der beiden Burgen, wo er aufgewachsen war; er zog vor Eisenberg und Freyberg und belagerte sie. Nachdem darob Eisenbrechts Mutter und sein Pflegevater vor Herzeleid gestorben waren, zog jener mit seinen Spießgesellen als Sieger ein.

Von seinem neuen festen Sitz aus begann Eisenbrecht nun zu plündern und zu rauben, dass es ein Graus war. Bis vor Augsburgs Tore wagte sich die Raubbande; sie schnappte einen Handelszug nach dem andern; sie überfiel die nahen Dörfer, sie verbrannte Gehöfte. Die Mannsleute, die in ihre Hand gerieten, banden sie hinten an die Gäule und schleiften sie zu Tode; kein Mädchen war vor ihrer Wildheit sicher. Kurzum, sie trieben es so bunt, dass sich schließlich zwölf Heerhaufen des Oberlands den Soldaten des Bischofs von Augsburg anschlossen, um die beiden Raubnester auf dem Hohenfreyberg und Eisenberg auszuheben.

Drei volle Jahre dauerte die Belagerung der beiden durch einen unterirdischen Gang verbundenen Burgen. Immer wieder machte der Eisenbrecht mit seinen "Zwölfen" Ausfälle und schlug dabei den Belagerern furchtbare Wunden. Und als es schon Matthäi am letzten war mit dem Eisenbrecht und er nur noch eine einzige Sau als Proviant für beide Burgen hatte, da versuchte er es noch mit einer List. Alltäglich von neuem marterte er die arme Sau, so dass sie quietschte, als ginge es mit ihr dahin. Schon wollten die Belagerer ob des täglich sich erneuernden Schlachtwunders unverrichteter Dinge abziehen, da sahen einige von ihnen, wie sich, ohne dass ein Wind gegangen wäre, an einer Stelle in der Talsenke Himbeerstauden bewegten. Man ging der Sache nach und fand im Erdboden eine Türe, die in den besagten unterirdischen Gang führte. Des Nachts, während ein Teil der Belagerer von außen gegen die Burg stürmte, drangen nun die anderen durch den Gang ins Innere. Der Eisenbrecht, der jetzt keinen Ausweg mehr sah, stürzte sich von der höchsten Zinne in die Tiefe.

Und nun kams an den Tag, was für einer dieser Eisenbrecht gewesen war. Zwölf pechschwarze Wildschweine fielen über seine Leiche her und hatten ihn im Nu aufgefressen. Diese Schweine waren ohne Zweifel Sendboten des Satans, denn ihre Augen funkelten feurig; an drei Beinen hatten sie Krallen statt der Klauen und am vierten Bein einen Pferdehuf. Noch viele Jahre nach seinem Tod hat der Geist des Unseligen Unruhe gestiftet. Niemand konnte sich bei Nacht den beiden Burgen nähern, ohne dass ihm nicht der Eisenbrecht als Spukgestalt mit seinen Zwölfen den Weg versperrte.


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