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Die Außerferner Chronik

Ein geschichtlicher Streifzug durch die Geschichte des Außerferns (Bezirk Reutte) und Teile des Allgäus



Jahr
-9500
Ein spätpaleolithisches Abri unterhalb der Seewände am Weißenseeberg bot durchziehenden Jägern der Nacheiszeit Schutz. Mit einer Quelle im nahen Umfeld bot der Felsbrocken mit seinem ausladenden Überhang einen guten Rastplatz

-8000
Steinzeitliches Jägerlager auf der nachmaligen Alpe Schneiderküren - am Fuße der Gottesackerwände im Bereich des Hohen Ifens gelegen. Zu diesem Jägerlager zählen überdies weitere steinzeitliche Stationen, welche einen Urpfad quer durch das Kleinwalsertal erahnen lassen. Das Klima lag zu diesem Zeitpunkt (Boreal) etwa 2°C über dem heutigen Jahresmittel

-7000
Ein Rastplatz der Mittelsteinzeit befand sich unter der Ochsenbergwand bei Wasach (Tiefenbach bei Oberstdorf). Ein in 2 Meter Tiefe gelegener Kulturhorizont brachte bei Grabungen Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts zahlreiche Steingeräte aus Radiolarit zutage. Vorwiegend Kratzer, Pfeilspitzen, Stichel, Bohrer und kleine Messerchen bildeten den Großteil des Fundspektrums. Die klimatisch günstigen Bedingungen setzten sich über das Boreal hinaus auch während der Klimastufe des Atlantikums fort

-5000
Das Metall Kupfer taucht erstmals in Mitteleuropa auf, welches aus Südeuropa importiert wurde. Über den Alpenhauptkamm hinweg bilden sich damit erste Transitrouten aus. Dabei ist erkennbar, dass das Gebiet nicht wie man vermuten würde, entlang der Talsohlen begangen wurde. Vielmehr waren es die Jöcher und Bergsättel, welche von den vorzeitlichen Reisenden genutzt wurden

Eine dauerhafte Besiedelung bildet sich spärlich im Donauraum aus

-4000
Funde von mehreren Artefakten deuten auf einen kleinräumigen Silex-Abbau (Feuerstein) am Rothornjoch bei Bach hin

Feuersteinfelder im Gemsteltal dienten als prähistorische Abbaustätte für den begehrten Rohstoff der lebenswichtigen Steinwerkzeuge

-3000
Eine Klimaverschlechterung in Mitteleuropa hat zur Folge, dass sich nur noch sehr wenige Spuren menschlicher Anwesenheit in unserem Einzugsgebiet finden

-2200
Ein Bergsturz enormen Ausmaßes lässt den Fernpass entstehen.
Eine andere Theorie hingegen geht davon aus, dass der Fernpass eine Gipskarstlandschaft darstellt und durch die natürliche Verwitterung durch Ausschwemmung und Dolinenbildung entstand

-2000
Siedlungsspuren aus der beginnenden Bronzezeit in Grins

-1800
Mehrere bronzezeitliche Streufunde von Waffen und Geräten

Bach: Lanzenspitze aus Bronze
Holzgau: Lanzenspitze aus Bronze
Biberwier: Randleistenbeil
Schongau: mehrere befestigte Höhensiedlungen
Kaufbeuren: Siedlungen
Landeck: Beil
Grins: Lochbeil (Diorit), Queraxt (Serpentin)

-1700
In Reutte findet man Teile eines Dolches aus der mittleren Bronzezeit

Pfronten: Randleistenbeil
Stanz - Bereich der heutigen Ruine Schrofenstein: Ringbarren, Scheibenkopfnadeln
Zams: Randleistenbeil, Dolchklinge

-1500
Von Norden werden Teile des Alpenvorlandes besiedelt, Hügelgräbergruppen aus jener Zeit fanden sich in den Wäldern zwischen Kaufbeuren und Lech

In Schattwald wird der einzige bronzezeitliche Bestattungsfund in ganz Tirol gemacht. Leider zerfällt der Fund sofort zu Staub und es bleibt lediglich eine 15cm lange Lanzenspitze erhalten.(heute im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum)

Auf der Imster Ochsenalpe tritt ein bronzenes Lappenbeil zutage

-1300
Für die späte Bronzezeit lässt sich eine Ausdehnung der Besiedlung von Norden kommend bis an den Alpenrand beobachten

Durch das Agathazeller Moor (Gallmoos, oder Goymoos) wird ein Knüppelweg als bronzezeitlicher Verkehrsweg angelegt. Der aufwändig errichtete Bohlenweg belegt dessen Bedeutung als Transportweg der damaligen Zeit

Schwangau: Depotfund im Bereich des heutigen Schloss Hohenschwangau
Sulzbrunn bei Sulzberg: Siedlung
Agathazell (Sonthofen): Kugelkopfnadel, Trachtenbestandteil
Oberstdorf: Lanzenspitze und mehrere Beile aus Bronze

Beginn einer klimatischen Gunstzeit innerhalb der Klimastufe des Subboreal für einen Zeitraum von etwa 300 Jahren

-1200
Eine Pollenanalyse erbringt den Nachweis einer Brandrodungssiedlung innerhalb des Lermooser Mooses; in der ältesten urkundlichen Erwähnung des ganzen Außerferner Gebietes - der Bezeichnung "Larinmoos" als Flurname - könnte in dem Wort "Lar" der Hinweis auf eine Siedlungswüstung aus längst vergangener Zeit enthalten sein

Das Klima erbrachte Temperaturen im Jahresmittel von etwa einem Grad über dem heutigen Wert

-1000
Imst ist wohl die größte Ansiedlung jener Zeit südlich des Außerferns, wie zahlreiche Bestattungsfunde aus der Urnenfelderzeit belegen

-800
Beginn einer feucht-kühlen Klimaphase in Mitteleuropa und nördlich des Alpenbogens, welche bis etwa 200 v. Chr. anhält und teils große Temperaturschwankungen mit sich bringt. Die Folgen drücken sich auch in einer entwicklungsgeschichtlichen Beeinflussung der Menschengruppen jener Zeit aus

-650
Keltische Siedler lassen sich vermehrt in den Flusstälern im Alpenvorland nieder. Die weitgespannten Handelsverbindungen zum Mittelmeerraum werden weiter ausgebaut und dienen als Übermittler neuer geistiger und kultureller Einflüsse aus dem Süden

-450
Eine rätische Votivfigur wird im Bereich der Parzinnspitze aufgefunden

Ein Lappenbeil mit stilisierten Tieren weist einen Siedlungsplatz bei Landeck-Perjen aus

Auf der Kronburg - dem antiken Cirkafe - zeugt ein Prunkmesser und vier Bronzestäbe mit einer Sonnenbarke als Dekor von menschlicher Anwesenheit

-320
Holzkohlerückstände und eine vermutlich mit dem Feuerplatz in Verbindung stehende Glasperle werden an dem Abri unter den Seewänden am Weißenseeberg in die Latènezeit eingestuft

-200
In Biberwier werden als Handelsware übliche Eisenbarren vergraben. Der Handelsreisende hatte offenbar keine Möglichkeit mehr, die wertvollen Rohmaterialen wieder zu heben

-140
Ein Brandopferplatz der Latènezeit findet sich heute am Grund des Forggensees. Nur im Winter fällt jene geschichtsträchtige Stelle trocken

-30
Das Klimaoptimum der Römerzeit beginnt und mit ihm wächst auch die Ausdehnung des Römischen Reiches, was sich nicht zuletzt auch auf die Situation nördlich der Alpen auswirkt

-15
Römische Legionen unter Nero Claudius Drusus ziehen durch das Außerfern und schlagen im Alpenvorland die keltischen Vindeliker, denen auch der am Oberlauf des Lech (licca) lebende Stamm der Likatier angehört. Nach der Überlieferung fand diese Kampfhandlung nahe der keltischen Metropole Damasia statt. Die Standortfrage sowie die Hintergründe von Damasia sind immer noch Gegenstand zahlreicher Diskussionen

Auch am Döttenbichl bei Oberammergau belegen Funde eine Schlacht zwischen Römern und Kelten

-14
Die Militärstation Abodiacum - das heutige Epfach - wird an einer Kreuzung von zwei Römerstraßen errichtet

Mehrere bronzene Kuh- und Pferdeglocken der frühromanischen Bevölkerung weisen auf eine alpwirtschaftliche Nutzung des Gebietes um das Nebelhorn hin

Ein Brandopferplatz am Auerberg gilt als sicherer Beleg menschlicher Gegenwart zu dieser Zeit auf der wohl auffälligsten Landmarke des Alpenvorlandes

Der griechische Geograph Strabon veröffentlicht sein viertes Buch der Geographie. In ihm wird erstmals die Siedlung Kambodounon erwähnt - das heutige Kempten

In Ehrwald siedeln sich Menschen der sogenannten Heimstettener Gruppe an. Weitreichende archäologische Befunde aus den nördlich der Alpen gelegenen Provinzen zeigen, dass diese Gruppierung fast immer auch dort auftaucht, wo römische Straßen gebaut werden. Allerdings dauert diese Episode den Ausgrabungen zufolge lediglich für den Zeitraum einer Generation an. Danach fehlen weitere Siedlungsspuren

Die Provinz Rätien wird im Imperium Romanum eingerichtet. Cambodunum (Kempten) wird Hauptort der neuen Provinz

Die Römer bauen die Reichsstraße Via Claudia Augusta aus um einen Truppenaufmarsch sowie die Versorgung der in die feindlichen Gebiete im nördlichen Alpenvorland entsandten Einheiten zu erleichtern. Ausgrabungen am Prügelweg durch das Moos bei Lermoos und Biberwier bestätigen dies.
Die bei Lermoos freigelegte Trasse der Via Claudia als Heerstrasse in Form eines Bohlenweges durch eine Moorlandschaft ist nicht zuletzt aufgrund der Länge des Prügelweges als Fund noch über Tirol hinaus einzigartig

Cambodunum wird durch einfallende germanische Horden zerstört

Der Limes wird errichtet

120
Augusta Vindelicorum (Augsburg) wird zum neuen Hauptort der Provinz Rätien erhoben und löst damit Cambodunum ab

166
Aus dem Partherkrieg (Mesopotamien) schleppen römische Legionäre die Antoninische Pest (Pocken) ein, welche in der Folgezeit nahezu im gesamten Römischen Reich wütet. Insgesamt 24 Jahre entvölkert die Pandemie auch die römischen Provinzen

180
Westlich der Hornburg bei Schwangau wird eine römische Villa rusticae erbaut

181
In Neuseeland bricht der Supervulkan Taupo aus (bis zu 60 km³ Materialausstoß). Die um die Erde kreisenden Aschewolken sorgen auch in Europa für ein feuchtes und kühles Wetter

233
Ein verheerender Einfall der Alamannen führt zu einem drastischen Rückgang der keltoromanischen Bevölkerung innerhalb der römischen Provinz Rätien, das römische Cambodunum (Kempten) als auch die Straßensiedlung Abodiacum (Epfach) werden dabei zerstört

256
Fränkische und alemannische Gruppierungen dringen in Rätien ein und plündern mehrere Ansiedlungen

257
Während fränkische Truppen in Gallien auf Beutezug innerhalb des Römischen Reiches gehen, marschieren die Alamannen über die Alpen gegen Italien. Der Obergermanisch-Rätische-Limes wird aufgegeben und die Grenzlinie an Donau, Iller und Rhein zurückversetzt. Römische Truppen beginnen sogleich mit der Errichtung des Donau-Iller-Rhein-Limes

260
Die nach Italien vorgedrungenen Alamannen werden bei einer Schlacht nahe Mailand von den Römern geschlagen. Bei Augsburg können die Römer einen Angriff germanischer Semnonen und Juthungen abwehren

Im Imperium Romanum droht durch die verheerende politische Lage auch ein wirtschaftlicher Zusammenbruch

Alamannen zerstören Cambodunum

268
Germanische Alamannen überrennen den Limes und dringen über den Alpenhauptkamm hinweg gegen Süden bis in das Gebiet des Gardasees vor

270
Juthungen überrennen Rätien, ziehen über die Alpen und können erst kurz vor Rom aufgehalten werden

288
Unter Kaiser Diokletian beginnt ein Feldzug gegen die Germanen. Im Folgejahr erringt er an der Donau mehrere Siege über die Sarmaten

300
Das Klima kühlt sich merklich ab und geht nach dem Optimum der Römerzeit in das frühmittelalterliche Pessimum über. Die Temperatur sinkt dabei auf rund 1,5°C unterhalb des heutigen Wertes und die Witterung wird überdies feuchter. Die Baumgrenze senkt sich ebenfalls um rund 200 Meter

355
Römische Legionen können sich im Bodenseeraum gegen Horden der einfallenden alemannischen Lentienser in einer Schlacht behaupten. Dennoch wird dir römische Provinz Rätien immer wieder durch alemannische Vorstöße geschwächt

356
Juthungen und Alamannen fallen in die Provinz Raetia ein. Die Alamannen überfallen auch im Folgejahr raetisches Grenzgebiet innerhalb des römischen Reiches und hinterlassen eine Spur der Verwüstung

375
Der Hunnensturm stößt in Mitteleuropa die große Völkerwanderung an. Für das nachmalige Außerfern wird sich aber vermutlich keine Änderung der Situation ergeben haben

400
Bei Grabungsarbeiten wird im September 1948 in Weißenbach ein menschliches Skelett entdeckt. Späteren Untersuchungen zufolge stammt dieser Bestattungsfund aus dem Zeitraum zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert n. Chr. Eine eingehende anthropologische Untersuchung mit Vergleichen zu der Tiroler Bevölkerung der späten Kaiserzeit lässt den Schluss zu, dass es sich hierbei um einen etwa 30-jährigen Mann aus der einfachen, dort ansässigen Bevölkerung gehandelt hat

450
Die sich ausbreitende Christianisierung weitet sich von Süden her aus. So ist eine christliche Zelle für den Zeitraum um 350 in Landeck und weiter um 450 für die Imster Laurentiuskirche mit einer Chorschrankenplatte und dem eingearbeiteten Christusmonogramm belegt. Damit wird auch für das Kirchenpatrozinium des hl. Laurtentius in Bichlbach - direkt an der römischen Heerstraße Via Claudia Augusta gelegen - eine frühchristliche Funktion angenommen

476
Zerfall des römischen Reiches

500
Der römische Niedergang ruft kriegerische Auseinandersetzungen hervor, welche auch für das Außerfern richtungsweisend sind. So versuchten die Alamannen nach gescheiterten Widerstandskämpfen gegen die Franken, sich unter den Schutz der Ostgoten zu stellen. Doch ging diese Phase schon 536 zu Ende und das alamannisch beeinflusste Gebiet des nachmaligen Außerferns wurde dem Frankenreich als 'Herzogtum Alamannia' eingegliedert

540
Die Bevölkerungszahl nördlich der Alpen nimmt stark ab. Kriege, Missernten und Seuchen jener Zeit gehen der Wissenschaft zufolge auf eine Kälteanomalie zurück, welche ihren Ursprung möglicherweise in mehreren Vulkanausbrüchen hat. Die meisten Ansiedlungen im direkten Alpenvorland werden daraufhin aufgegeben und verlassen

551
Erstmalige urkundliche Erwähnung der Baiuwaren

650
Die Funde mehrerer metallischer Artefakte - darunter auch eine Fibel aus Bronze - legt die Vermutung nahe, dass sich im Bereich der heutigen Ruine Ehrenberg eine alemannische Höhensiedlung befunden hat

743
Der Alamannenherzog Theudebald kämpft an der Seite des Bajuwarenherzogs Odilo gegen den fränkischen Hausmeier Karlmann. Am Lech erleiden sie jedoch eine Niederlage, weitere Gefechte folgen. Letztlich wird aber das Herzogtum Alamannien spätestens in einer Schlacht um 746 von den Franken unterworfen

750
Maginold (Magnus, St. Mang) wirkt als Missionar im Gebiet von Füssen (fauces) und auch im Bereich des Außerferns

Beginn des sogenannten mittelalterlichen Optimums - einer klimatischen Gunstphase welche in etwa im Zeitraum Ende des 8. Jahrhunderts bis um 1200 anhält

811
Kaiser Karl der Große unterstellt das damalige Außerfern dem Bistum Füssen und damit auch dem fränkischen Keltensteingau (Keltinstein, Geltinsteingowe), dass in etwa das heutige Ostallgäu umfasste und weit in das Tiroler Lechtal hineinreichte

Vermutlich umfasste das Gebiet das Areal bis nach Vorderhornbach und beinhaltete darüber hinaus auch das Tannheimer Tal in Form eines Jagdgebietes

843
Im Gemeindegebiet von Breitenwang wird ein karolingischer Königshof vermutet, welcher aufgrund der Fernpassstrecke entstand und ähnlich einer römischen mansio als Straßen- bzw. Raststation gedient haben könnte

850
Aus dem Engadin stammende Rätoromanen besiedeln das Paznaun- und teilweise auch das Stanzertal

900
Vermehrt Siedlungstätigkeiten im Außerfern, speziell nach dem Sieg der Schlacht am Lechfeld 955 gegen die Ungarn und dem Eintritt in das Maximum des mittelalterlichen Optimums

Bajuwarische Siedler aus dem Inntal lassen sich im weiträumigen Becken unterhalb des Wetterstein-Massives nieder und nutzen die Seitentäler rechts des Lechs als Almflächen

Aus dem Raum zwischen Lech und Iller, also aus dem Allgäu, kamen Hirten mit alamannischen Wurzeln (die sogenannten Bodensee-Alamannen über die Jöcher ins mittlere Lechtal und Gefolgsleute aus dem Stammesherzogtum Schwaben in den Raum des Reuttener Beckens) um hier ihr Vieh zu weiden. Sie werden bald sesshaft, machen die Almen winterfest und beginnen einige Zeit später mit der Rodung der Wälder und Aulandschaften

911
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation entsteht und knüpft an die Idee des erneuerten Römerreiches an

1000
Das Gebiet das heute jenem des Außerferns entspricht wird in einer Urkunde als "Silva inter Oenem et Licum" genannt. Was übersetzt so viel bedeutet wie "Wald zwischen Inn und Lech"

Die Welfen besitzen mehrere Höfe in Pinswang, Breitenwang und im Bereich Zwischentoren bis an die Wasserscheide bei Bichlbach/Lähn. Links des Lech wurden sie vom Füssener Kloster St. Magnus in der Aschau und Vils als Vögte eingesetzt

1020
Larinmoos wird erstmals urkundlich erwähnt. Allerdings nicht als Siedlung, sondern als Grenzgebiet. Das Gebiet um Lermoos befand sich damals im Besitz der Herren von Starkenberg und der Stifte Füssen, Steingaden und Schwangau

1042
Beginn einer Hungersnot in Süddeutschland und auch Tirol - sie wird erst im Jahr 1049 wieder abklingen

1059
Der Salier-König Heinrich IV. schenkt dem Bischof von Augsburg den Forst- und Wildbann im Gebiet zwischen den Oberläufen der Iller und des Lechs

1061
In ganz Mitteleuropa herrscht Hunger

1094
Breitenwang scheint erstmals urkundlich auf

1095
Erstmalige Nennung Pinswangs

1100
Über den Hauptkamm der Lechtaler Alpen kommen bayerische Kolonisten und lassen sich in sogenannten Schwaighöfen in den Seitentälern des Lechtals nieder

Auch im Tannheimer Tal kommt es zu einer Siedlungswelle. Es sind schwäbisch-alamannische Siedler aus dem benachbarten Allgäu die sich in der Talsenke niederlassen

Die von ihren Landesherren unterdrückten und somit vertriebenen Walser besiedeln das oberste Lechtal (Zürs, Lech, Warth und die Steeger Fraktionen Gehren und Lechleiten). Diese als tüchtige Bauern bekannten Siedler wurden von den Grafen von Montfort angeworben und mit allerlei Rechten ausgestattet

Die Tiroler Landesfürsten beschneiden die Rechte des Bischofs von Augsburg in den Gebieten des nachmaligen Außerferns massiv. Durch ihren großen Einfluss konnten sie eine Verlegung der Territorialgrenzen erreichen - so wurde der Grenzverlauf nicht mehr am Lech entlang, sondern am Kamm der Allgäuer Alpen festgelegt

1117
Am 3. Januar ereignet sich im süddeutschen Raum ein Erdbeben der Stärke 6,4. Das Epizentrum lag dabei offenbar bei Meersburg am Bodensee. Die Erschütterungen waren aber auch im Bereich des Allgäus zu spüren

1137
Am 4. Dezember stirbt Kaiser Lothar III. auf dem Rückweg eines Kaiserzuges aus Rom in einem "ärmlichen Haus" in Breitenwang

1150
Im Bereich von Biberwier wird ein Schwert, vermutlich als Opfergabe, abgelegt: "...etwa anlässlich eines glücklich überstandenen Kriegszuges dargebracht..."

1191
Der welfische Besitz im Außerfern geht an die Staufer über

1197
Beinahe ganz Europa wird von Hungersnöten geplagt

1212
Der Markgraf Bertold von Ronsberg stirbt und vererbt seine Außerferner Besitzungen (Fischerei-Recht am Heiterwanger- und Plansee, Höfe im Bereich des Ehrwalder Beckens) an seine beiden Schwager

1218
König Friedrich II. bestätigt dem Kloster St. Magnus in Füssen die vollumfängliche Rechtsobrigkeit in der Aschau, welche vom Hof Musau bis zum Hornbach reicht

1241
Graf Ulrich von Ulten verkauft seine Besitztümer im Ehrwalder Becken an den Staufer Kaiser Friedrich II.

1250
In Pinswang wird die Höhlenburg Schloss Loch erbaut, der Höhlentrakt - so wird vermutet - könnte schon seit der Steinzeit als Jagdstation gedient haben

1259
Meinhard II. - Graf von Görz, Graf von Tirol - heiratet Elisabeth von Wittelsbach, die Witwe des Stauferkönigs Konrad IV. welcher bereits 1254 verstorben war. Sie bringt als Mitgift staufische Gebiete - welche sich auch auf das heutige Außerfern erstreckten - in die Ehe mit

1263
Die Burg Vilsegg wird erstmals urkundlich erwähnt

1266
Meinhard II. hat als erster Tiroler Landesherr die Hoheit über Gebietschaften im heutigen Außerfern, welche sich wohl über die drei Ansiedlungen im Moos bei Ehrwald erstreckten

1277
In Tirol herrscht eine Hungersnot

1278
Reutte wird erstmals urkundlich erwähnt

1288
Heiterwang scheint erstmals in Urkunden auf

1293
Erstmalige urkundliche Nennung der Festung Ehrenberg

1294
Forchach gelangt aus dem Besitz des schwäbischen Ritters Konrad von Weizern an das Stift St. Magnus in Füssen

1296
Ein Eintrag in einem Dokument weist als "iudicium extra Verren" auf das Gericht außerhalb des Fernpasses (Außerfern) hin

1298
Schon kurze Zeit später scheint in Urkunden zum ersten mal das iudicium Erenberch auf, also das Gericht Ehrenberg

1300
Die Hohenegger erhalten Vilsegg als Lehen von der Fürstabtei Kempten

1305
Ehrenberg wird erstmals als Tiroler Grenzfestung genannt - somit ist anzunehmen, dass das Zwischentoren mehr oder weniger einheitlich unter der Herrschaft der Tiroler Landesherren stand

1313
Bei einem Kampf um die Höhlenburg Schloss Loch gewinnen die Tiroler Landesfürsten gegen ihre Kontrahenten - dem Herzog von Bayern und dem Bischof von Augsburg. Somit wird Pinswang zu einem Tiroler Ort

Die Herren zu Rettenberg schenken ihre Besitzungen bei Elbigenalp dem Stift Stams

1316
Starke Regenfälle und außerordentlich kalte Winter machen den Menschen zu schaffen. Die bereits Ende des 13. Jahrhunderts begonnene sogenannte Kleine Eiszeit hält ganz Mitteleuropa in ihrem Würgegriff. Ausgelöst wurde diese Kaltphase von mindestens vier Vulkanausbrüchen im äquatornahen Bereich, welche sich in der Zeit von 1250 bis 1300 ereigneten und große Mengen Asche bis in die Stratosphäre schleuderten

In Bayern wird von einer Hungersnot berichtet

1317
Eine Talsperre bei Ehrenberg wird erwähnt

1327
Die Siedlung Vils wird durch Kaiser Ludwig dem Baiern zur Stadt erhoben, gehört zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht zu Tirol

1328
Kampfhandlungen im Bereich der Höhlenburg Schloss Loch bei Pinswang

1333
Das Kloster St. Magnus in Füssen erwirbt das Gebiet des heutigen Vorderhornbach und gibt es zur Rodung frei

1342
Jungholz kommt nach lange währenden Streitigkeiten zu Tirol, um die Vorherrschaft im Tannheimer Tal - welches zu jenem Zeitpunkt größtenteils im Besitz des Grafen Heinrich III. Montfort zu Rotenfels stand - hingegen muss noch lange gerungen werden

1343
Im Juli ziehen Massen von Heuschrecken über die Felder - es folgt ein Hungerwinter

1348
Das Lechtal wird der Verwaltung durch das Gericht Ehrenberg unterstellt

1350
Da die Freiherren von Rettenberg ohne männlichen Nachkommen bleiben, erben die beiden Töchter Elsbeth und Adelheid den Besitz, welchen sie noch im selben Jahr aufteilen. Adelheid erhielt das Tannheimer Tal und das Ostrachtal. Da deren Finanzen aber sehr knapp standen, verkaufte sie den ganzen Erbteil mitsamt ihrem Wohnsitz in Burgberg bei Sonthofen an die Herren von Heimenhofen

1352
Die Höhlenburg Schloss Loch wird der Verwaltung von Ehrenberg unterstellt und damit zu einem Vorwerk der Burg am Katzenberg über Reutte

1354
Am 7. Dezember wird Ehrenberg an Herzog Albrecht II. von Österreich verpfändet. So kommt das damalige Außerfern zu Österreich. Somit kann das Außerfern von sich behaupten, bereits 9 Jahre länger als das übrige Tirol österreichisch zu sein

1363
Tirol, und mit ihm das Außerfern, kommt erstmals unter die Herrschaft der Habsburger, dessen Oberhaupt zu jener Zeit Herzog Friedrich IV. war

1377
Das Tannheimer Tal löst sich kirchlich von der Pfarre Sonthofen los und wird zur selbständigen Pfarre erhoben

1386
Bau der Schutzherberge (Hospiz) am Arlberg durch Heinrich das Findelkind von Kempten und dessen Helfern. Des Weiteren gründete Heinrich die Arlbergbruderschaft zum Erhalt des für Reisende über den Arlbergpass (speziell in den Wintermonaten) so wichtigen Baus

1401
Das Ober- und Unterlechtal wird kirchlich voneinander getrennt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte lediglich ein Pfarrer die ganze Talschaft zu betreuen

1405
Aufgrund eines Streites über das Recht auf einen Viehtrieb entbrennt ein Streit zwischen Füssen und Vils. Daraufhin besetzen die Füssener die Stadt Vils und plündern diese

1406
Über den Fernpass kommend marschieren die Appenzeller gegen Ehrenberg. Aufgrund einer Bedrohung im eigenen Land werden sie jedoch durch einen Boten zurückgerufen, woraufhin sie über das Tannheimer Tal und Immenstadt in Richtung Heimat abziehen

1407
Im Herbst zogen die Appenzeller abermals durch das Außerfern. Über den Flexenpass kommend marschierten sie durch das Lechtal ein. Details über die Verheerungen durch die Appenzeller wurden jedoch nicht überliefert

1415
Allgäuer Söldnerheere aus den Städten Kempten, Kaufbeuren, Memmingen und Augsburg rückten während der Wirren um das Konzil zu Konstanz gegen Ehrenberg vor. Sie belagerten die Klause vom 8. bis zum 23. April, brachen das Unternehmen dann erfolglos ab

1424
Am 23. Juli kommt es zu einem Hochwasser an der Iller, wobei zahlreiche Brücken an deren Lauf weggerissen werden

1427
Bach wird erstmals urkundlich erwähnt

Der Ort Namlos wird der Gemeinde Berwang unterstellt

1430
Berwang und Namlos werden dem Gericht Ehrenberg einverleibt

1431
Der Hunger und die Pest beuteln das Außerfern

Im Sommer gibt es große Hitze und Trockenheit

1432
Herzog Friedrich IV. 'mit der leeren Tasche' erwirbt Teile des Gemeindegebietes von Nesselwängle

1443
Im Winter herrscht im Allgäu und dem Außerfern so große Kälte, dass der Lech vollends zugefriert

1453
Streitigkeiten um die Besitzungen bei Nesselwängle werden beigelegt. Der Augsburger Bischof verzichtet auf die Ansprüche und somit fällt Nesselwängle dem Tiroler Erzherzog Sigmund 'dem Münzreichen' zu. Somit werden die Nesselwängler zu Tirolern

1456
Der Ort Mittewald wird durch eine Lawine zerstört. An einer anderen Stelle bauen die Überlebenden einen neuen Ort auf, den sie 'Lähn' nennen

Graf Haug (Hugo?) von Montfort erwirbt vom Bischof in Augsburg das Recht auf den Wildbann im Tannheimer Tal

1464
Die Reuttener bauen eine Brücke über den Lech und eröffnen eine Zollstelle

Tannheim wird Sitz eines Niedergerichtes

1471
Reutte bekommt das 'Niederlagsrecht', somit müssen die Waren nun im Ort zwischengelagert werden

1472
Herzog Sigmund verleiht dem Pfleger zu Kronburg, Hans Klammer, das Recht zum weiteren Ausbau (ein eingeschränkter bergbaulicher Betrieb war bereits im Gange) des Eisenbergwerkes im Almajurtal. Zur gleichen Zeit wird auch ein Eisenbergwerk im Alperschontal (Feustarb?) erwähnt

1477
Georg Gossembrot (Jörg Gossenbrot?) wird als Pfleger auf Ehrenberg eingesetzt - er leiht Erzherzog Sigmund "dem Münzreichen" wiederholt Geld, woraufhin dieser Gossembrot die Burg Ehrenberg als Pfandschaft übergibt. Gossembrot gilt indirekt als ausgesprochener Förderer der damaligen Region, da auf sein Betreiben (siehe 1488) der Warenverkehr von Süden in Richtung Augsburg über den Fernpass und Ehrenberg geleitet wurde. Zuvor wurde stets die Strecke über den Zirler Berg und Garmisch-Partenkirchen befahren

1481
Der Tiroler Landesfürst Sigmund erwirbt von den Herren von Schwangau das Jagd-, Geleit-, Zoll- und Gerichtsrecht

1483
Am 16. April zieht der Dominikanermönch Fratris Felicis (Felix) Fabri im Tross einiger Ritter, welche sich auf dem Weg in das Heilige Land befinden, durch das Außerfern. Im Januar 1484 passiert der Mönch bei seiner Rückkehr von seiner Pilgerreise abermals das Außerferner Gebiet. Er hält die Erlebnisse und die Stationen der Reise in dem Werk Evagatorium, der Bericht über die Reise ins Heilige Land für die Nachwelt fest

1485
Sigmund schließt einen Vertrag über die Rechte im Tannheimer Tal und der linksufrigen Seite des Lechtals. Streitigkeiten verzögerten aber die Erfüllung des Vertrags, sodass es erst 1531 zu einer tatsächlichen Einigung kam

1488
Sigmund erlässt auf Georg Gossembrots Betreiben die Anweisung, die Handelswaren für Augsburg künftig anstatt über den Zirler Berg über die Ehrenberger Klause zu transportieren

Reutte erhält das Recht einen Wochen- und zwei Jahrmärkte abzuhalten

1489
Das Dörfchen Reutte wird von dem Habsburger Erzherzog Sigmund 'dem Münzreichen' am 5. Juni zum Markt erhoben

Der Bischof von Augsburg tritt seine Rechte im Tannheimer Tal an das Haus Habsburg ab

Der Bischof von Augsburg strengt beim Schwäbischen Bund eine Klage gegen Haug von Montfort wegen der Errichtung eines Bergwerkes am Hindelanger Erzberg an. Nach der Ausführung des Augsburger Bischofs würde dem Montforter nur der Wildbann im Ostrachtal zustehen, auf der Allmende von Oberdorf habe er jedoch zudem widerrechtlich eine Schmelze als auch ein Hammerwerk errichtet

1490
Erzherzog Sigmund übergibt sein Amt an Maximilian I. Dieser wahr wohl der bedeutendste Landesfürst für das Außerfern, traf man ihn doch häufig in diesem Gebiet an, als er seiner Leidenschaft, dem Jagen und Fischen, nachging. Die Region um den Plansee war die vom Kaiser am häufigsten frequentierte, da hier der Heiterwanger See mit seinem Fischreichtum lockte und er an den Ufern des Plansees der Jagd nachgehen konnte

1494
Der Kaiser Maximilian besucht den Plansee für eine Bärenjagd. Diesem vermutlich ersten Jagdausflug des Regenten werden noch viele weitere folgen

1495
Grenzstreitigkeiten zwischen den Leuten von Reutte und den Ettalern im Gebiet des Ammerwaldes

1500
In alten Urkunden wird für diese Zeit von einem Bergbaugebiet im Bereich des Seebensees bei Ehrwald berichtet

In Reutte wird an Stelle einer früheren Kapelle die Kirche zur Hl. Anna erbaut

1507
Als ein Gesandter der Republik Florenz im Außerfern auf Durchreise unterwegs war, kehrte er im damaligen Wirtshaus der Ehrenberger Klause ein. Seinen Aufenthalt hat der Florentiner offenbar nicht wirklich genossen, er notierte dazu: "Es gab zwar wenig zu essen, dafür aber viel zu bezahlen!"

1509
In Pflach entsteht ein Messingwerk, wo 'zuvor die Eisenschmieden standen'. Das vormalige Eisenbergwerk wurde von der Patrizierfamilie der Hoechstetter betrieben und war damals das Bedeutendste in ganz Westösterreich

1511
Eine Bergmann-Gewerkschaft erhält die Schürfrechte am Biberwierer Schachtkopf. Daraus entwickelt sich der größte Bergbaubetrieb des Außerferns

Martin Luther bereist während seiner Rückkehr von Rom auch den Marktflecken Reutte

1515
Hochwasser an Lech und Wertach vom 17. bis 19. Juli

1517
Die lutherischen Ideen führen bald zu Unruhen. Ein der lutherischen Lehre anhängender Prediger war wohl die maßgebliche Ursache für diese Spannungen, so dauerten diese bis 1524 - als der Prediger letztlich festgenommen und dem Bischof von Augsburg übergeben wurde - fort

1519
Ferdinand I. übernimmt aufgrund des Todes seines Onkels Maximilian I. die Regierungsangelegenheiten für Tirol

1520
Lermoos erhält ein Warenlager, auch Ballhaus (Pallhaus) genannt

1521
Nach einem sehr schneereichen Winter gibt es Überschwemmungen und das feuchte Wetter führt zu Mißernten

1525
Vils und Pinswang werden aufgrund ihrer Grenzlage in den Bauernaufstand verstrickt

Am 31. März wird eilends Kriegsgerät auf Ehrenberg geschafft und die Burg kriegsbereit gemacht. Am 18. April vertreiben Truppen des Tiroler Landesfürsten dann die Aufständischen nach Vils. Füssen wird, um die Gefahr weiterhin kontrollieren zu können, von den Tirolern besetzt. Trotzdem versammelten sich am 27. Mai die Bauern des Gerichtes Ehrenberg, sie wollten dem Landesfürsten die Treue schwören, wenn er im Gegenzug den verhassten, zu der Zeit amtierenden Ehrenberger Pfleger Salamanca aus seinem Dienst entlässt. Der Landesherr willigte ein und versprach einen Tiroler als künftigen Pfleger einzusetzen

1526
Am 26. Februar reißt am Fernpass eine Lawine 15 Menschen, 29 Pferde und 6 Wagen mit in die Tiefe. Nur eine Person kann gerettet werden

1533
Überschwemmungen an Lech und Iller

1535
Marodierende Landsknechte ziehen wiederholt durch das Außerfern

1540
Die Salzstraße wird im Bereich des Gaichtpass ausgebaut

Im Frühling und Sommer dieses Jahres soll es volle fünfzehn Wochen nicht geregnet haben. Generell gilt dieses Jahr für das Außerfern als Dürrejahr

1544
Eine Zollstelle wird an der neuen Trasse des Gaichtpass errichtet

1546
Die Schmalkalden fallen in das Außerfern ein und besetzen am 11. Juli die Festung Ehrenberg, welche zu diesem Zeitpunkt lediglich von 71 Mann bewacht wird

Ein Teil der Schmalkaldischen Streitmacht zieht weiter in Richtung Innsbruck, muss jedoch kehrt machen, da die Kaiserlichen Streitkräfte bereits Augsburg bedrohten. Die Besetzung Ehrenbergs blieb aber aufrecht

Am 4. September hatten sich kaiserliche Truppen am gegenüberliegenden Falkenberg (dort wo sich heute das Fort Claudia befindet) postiert und nahmen die Burg Ehrenberg unter heftigen Beschuss. Die Besatzer hatten jedoch inzwischen das sturmreif geschossene Gemäuer unbemerkt verlassen

Erste Fälle der Pest treten in den Orten Lermoos, Lähn und Wengle auf. An der Klause Ehrenberg wird eine "Sterbhut" postiert, die auf eine mögliche Einschleppung der Seuche achten musste

1547
Die Pest wütet in Elbigenalp

1552
Am 6. April kommt Kaiser Karl V. in das Außerfern. Als er aber erfährt, dass Kurfürst Moritz von Sachsen als Anführer einer protestantischen Streitmacht gegen Ehrenberg vorrückt, kehrt er sofort nach Innsbruck zurück

Moritz von Sachsen besetzt Füssen und schlägt sich bei der Wehranlage am Kniepass durch. Die nun ungeschützte kaiserliche Hauptstreitmacht im Kessel von Reutte wird frontal angegriffen und erleidet eine verheerende Niederlage.
Zeitgenössischen Angaben zufolge dürfte es bei diesem Angriff etwa 1200 Tote und über 5000 Gefangene gegeben haben

Ein einheimischer Verräter führte einen Teil der Truppen des Moritz von Sachsen hinter die Ehrenberger Klause. Durch einen Überraschungsangriff von beiden Seiten wurde die Klause schnell von feindlichen Einheiten eingenommen

Moritz von Sachsen zog nach Innsbruck weiter um dort den Kaiser gefangen zu nehmen, der war allerdings schon über den Brenner geflohen. Daraufhin zogen Moritz' Truppen - vermutlich da sie ihr Primärziel nicht erreicht hatten - mordend und brandschatzen durch die Täler, verwüsteten Kirchen und hinterließen ein Bild des Grauens. Viele der verängstigten Anwohner waren vor der Gefahr in die Wälder geflüchtet und sind dabei zum Teil sogar verhungert

1555
Im Kreckelmoos bei Breitenwang wird eine 'Badehütte' errichtet. Sechs Jahre später wird die 'Hütte' durch ein 'festes Haus' ersetzt. Ab dem Jahr 1602 wächst es zu einem stattlichen 'Heilbad' heran und erfreut sich großer Beliebtheit.
Um das Jahr 1700 scheint die Schwefelquelle allerdings wieder zu versiegen und das Bad muss vorerst aufgelassen werden.
1719 rettet der damalige Bürgermeister von Reutte das Bad mit einem umfassenden Ausbau und lässt ein Kurhaus errichten

1558
In Elbigenalp finden vom 5. bis zum 8. August Verhandlungen über die Gebietsgrenzen im Alperschon statt. Die Interessengruppen werden durch den Pfleger Christoph von Wechningen zu Laudegg, Balthasar Schekh zu Imst, den Sprechern der "Unterthanen" zu Laudegg und der "Gerichtsleute" des Lechtals vertreten

1563
In Nassereith treten vermehrt "Sterbläuf" (Pestvorfälle) auf, woraufhin das öffentliche Leben in weiten Teilen eingeschränkt wird. Kirchtage und Tanzveranstaltungen werden verboten. Auch in Namlos wird von 7 Toten berichtet. Die "Sterbhut" an der Klause Ehrenberg wird verstärkt

1566
Die Pest löscht einen Großteil der Bevölkerung von Forchach aus

1567
Im Außerfern regiert der Hunger

1573
Überschwemmungen an Lech und Wertach

1582
Nach einem über 50 Jahre währenden Rechtsstreit verzichtet der Bischof von Augsburg formell auf die Jagdrechte im Tannheimer Tal - damit gelangt das Tannheimer Tal vollständig unter die Hoheit der Tiroler Landesfürsten

1602
Maximilian III. ist nun neuer Herrscher über das Außerfern. Er kauft das Gericht Aschau (vormals zum Stift Sankt Magnus in Füssen gehörend) hinzu und treibt den Bau der Festungsanlage Ehrenberg maßgeblich voran

1604
Der Amtssitz des Pflegers von Ehrenberg wird von der Burg nach Reutte herunter velegt. Somit wird der Ort Reutte erstmals zum Bezirkshauptort

1610
Das Füssener Kloster St. Magnus veräußert all seine Besitztümer im Außerfern an Tirol

1611
Erneut wütet die Pest im Außerfern

1615
In Füssen versucht man mittels Prozessionsgängen eine grassierende Viehseuche abzuwehren - dem Schrifttum zufolge mit Erfolg

1619
Eine kaiserliche Streitmacht von 12000 Mann zieht in Verbindung mit dem Dreißigjährigen Krieg über Reutte nach Füssen

1620
Wie in ganz Tirol wird auch im Außerfern und dem Allgäu von Hungersnöten berichtet

1623
Eine Ungezieferplage sucht die Bewohner von Reutte und seiner Umgebung heim

1628
Das einzige Kloster des Außerferns wird von Erzherzog Leopold V. gegründet. Er übergibt es den Franziskanern, welche es bis in das Jahr 2014 (also für 386 Jahre) betreiben werden

Ein verheerendes Hagelunwetter zieht über Schwangau, Reutte und Umgebung, sowie das östliche Tannheimer Tal hinweg, sodass das Korn und der Flachs vernichtet werden und zahlreiche Fensterscheiben zu Bruch gehen

1629
Durch ein Hochwasser ist die Situation im Außerfern und dem Allgäu angespannt

Immer wieder kommt es zum Aufflammen der Pest und dezimiert so die stark gebeutelte Bevölkerung

1630
Der Tiroler Landesfürst Erzherzog Leopold V. verhandelt mit dem kaiserlichen Feldherrn Wallenstein in Reutte. Kurz darauf besucht auch ein Abgesandter des dänischen Königs, Kronprinz Christian, den Außerferner Ort

Wiederholt kommt es zu Überschwemmungen und Hochwasser in Füssen am Lech

1632
Erzherzog Leopold V. hält auf der Festung Ehrenberg einem Angriff der Schweden stand. Noch im selben Jahr verstirbt dieser aber und so fällt die Regentschaft an dessen Gattin Erzherzogin Claudia.
Die Festung Fort Claudia erinnert noch heute an ihre Regierungszeit. Ihre beiden Söhne Erzherzog Ferdinand Karl und Sigmund Franz waren ihre Nachfolger, erlangten aber keine Bedeutung mehr

Am 25. Juni fallen die Schweden über Füssen ins Außerfern ein. Vils wird verwüstet, schwedische Einheiten rücken bis Roßschläg vor

Am 8. Juli überfällt eine Reitertruppe das Tannheimer Tal. Ehrenberger Soldaten können die Schweden jedoch zurückdrängen

Nochmals greifen die Schweden am 29. Juli die Truppen von Leopold V. an, zerstören dabei die Vorwerke Roßschlög und Kniepass und plündern danach den Markt Reutte. Zwei Tage später ziehen sie wieder ab

Auch am Stiglberg (Stieglerberg) bei Pinswang kommt es zu Kampfhandlungen. Auch dort gab es ein Sperrwerk und Verschanzungen

1633
Bereits seit 1629 wurden die Pässe und Anhöhen rigoros überwacht um ein Einschleppen der Pest zu verhindern. Die Wachposten hatten die Pflicht Tag und Nacht auf ihrem Posten zu bleiben und alles genau zu kontrollieren. Sie mussten die Reisenden nach ihrem Herkunftsort fragen, sie danach in Quarantäne verbringen bis ausgeschlossen werden konnte, dass sie und ihre Habe nicht infiziert waren. Das illegale Einschleichen wurde mit der Hinrichtung geahndet

Trotzdem wird das Außerfern abermals von der Pest entvölkert. Etwa 20 bis 40% der Bevölkerung wird durch die Seuche dahingerafft. Im Lechtal werden beispielsweise die rechts des Lech gelegenen Weiler Grießau und Grünau besonders stark getroffen, dort lebt bis zum Abebben der Pest so gut wie niemand mehr. Das große Sterben endet erst im Jahre 1636

1634
Die Hungersnot während des Dreißigjährigen Krieges (1618-48) erreicht im Außerfern ihren traurigen Höhepunkt. Es wird berichtet, dass die Menschen Hunde, Katzen, Mäuse und verendetes Vieh verspeisen um am Leben zu bleiben. Der Überlieferung zufolge fand man verhungerte Menschen mit einem Büschel Gras im Mund auf

1635
Die Pest entvölkert beständig die Orte im Außerfern und dem Allgäu

Zum Beispiel in Vils: 106 Tote

1639
Das Fort Claudia wird unter der Leitung von Elias Gumpp erbaut

1640
Am 25. Juli stürzt der Kirchturm von Breitenwang ein

1642
Auf der Höfener 'Platte' wird eine Flachsrösterei und -brechlerei gegründet. Im Jahr 1825 wird nach der Verlegung nach Reutte das 'Reuttener Textilwerk' daraus hervorgehen

1645
Abschluss der Arbeiten am Fort Claudia

1649
Reutte wird zum Hauptniederlagsort für die von Hall kommenden Salztransporte

1664
Bei Elmen reißt während eines sehr schneereichen Winters eine Lawine im Januar 40 (42?) Männer in den Tod und hinterlässt 22 Frauen als Witwen

1665
Die Bürger von Reutte und Breitenwang geloben zur Abwendung der Pest einen Bittgang nach Ettal zu unternehmen - dieser Brauch wird bis mindestens 1770 fortgeführt

In diesem Jahr endet die Herrschaft der in Tirol ansässigen Habsburger, da der Regierungssitz in Innsbruck aufgelassen wird. Das Außerfern wird von nun an vom Kaiser in Wien aus regiert

1668
Der spätere Großherzog Cosimo III. von Toskana wird über den Fernpass kommend in einer Sänfte durch das Außerfern getragen

1673
Ein verheerender Großbrand legt einen Teil des Städtchen Vils sowie deren Pfarrkirche in Schutt und Asche

Die Vils tritt im Frühjahr über die Ufer

1676
In Häselgehr kommt es nach einem schneereichen Winter während der Schneeschmelze zu kleineren Überschwemmungen

1681
Am 4. September wird während eines Hochwassers durch die Überschwemmung des Lehbaches bei Vils eine Person getötet

1688
Im Lechtal werden bei einem Lawinenabgang zwei Häuser zerstört (Opfer ?)

1689
Eine Lawine, welche auf den Weiler Lähn niedergeht, zerstört 11 Häuser und tötet dabei 21 Menschen.

Auch in den Lechtaler Gemeinden Elbigenalp und Holzgau werden jeweils 4 Häuser verschüttet und Berichten zufolge verunglückten 31 Personen. "Wie die grosse Glocke sei angezogen worden, Donnerstag abends, hab's am Berg einen Schnall gethan"

1693
Am 9. März begrub eine Lawine in der Gemeinde Bach bei den Weilern Oberbach und Winkel 3 Häuser mit 7 Personen

1699
Aus alten Urkunden und Listen ist zu entnehmen, dass sich in diesem Jahr 644 Maurer aus dem Lechtal im Ausland (vorwiegend Deutschland) befunden haben

Der Lech führt Hochwasser und es gibt zahlreiche Schäden, selbst einige Gebäude im nahen Umfeld des Flusses drohen weggerissen zu werden

1700
Eine Viehseuche rafft einen großen Teil der Tierbestände auf den Alpen und den Weiden dahin

1701
Von Innsbruck aus rücken die Truppen des Kurfürsten von Bayern im Zuge des sogenannten "Boarischen Rummel" gegen Ehrenberg vor. Ehrenberg ist zu diesem Zeitpunkt allerdings ohne Besatzung und so werden die kriegsunerfahrenen Gerichtsuntertanen auf der Festung aufgestellt.
Die Angst der Bauern und Handwerker, die nun gegen eine Armee von Söldnern und Soldaten antreten soll, ist aber einfach zu groß. Schon als sie die feindlichen Truppen aus der Ferne hören, fliehen sie. Der Pfleger von Ehrenberg muss die Festung kampflos übergeben.
Um die Festung zurück zu erobern bringen die Tiroler Kanonen auf den über der Festung thronenden Schlossberg. Nachdem ein Kanonenkugelhagel auf die bayerischen Besatzer niederging, flüchten diese kampflos

Auch Lechtaler Schützen beteiligen sich an der Rückeroberung Ehrenbergs und stellen überdies Wachposten an den Bergübergängen auf

1703
Eine Feuerkatastrophe wütet am 8. Mai in Reutte. 52 Häuser, die Kirche und das Kloster werden ein Raub der Flammen

Bayrischer Rummel

1704
Abermals wütet ein Großbrand in Reutte

1711
Kaiser Karl VI. reist durch das Außerfern

1722
In Nesselwängle zerstört eine Lawine die Kirche 'Unsere Liebe Frau'

1724
Wieder ruft der Brandalarm in Reutte zu einem Großbrand

1726
Der Schlossberg wird befestigt und bis zum Jahre 1741 zu einer mächtigen Wehranlage ausgebaut

1727
Hochwasser am Lech und im Lechtal

1730
In Reutte fällt zwischen dem 21. u. 24. März soviel Schnee, dass 'von Reutte nach Breitenwang nur mit Roß und Wagen zu gelangen ist'

1735
Auf der Kög (Reutte) wird das erste 'bürgerliche Krankenhaus' eröffnet

1740
Am 4. Februar werden im Bernhardstal bei Elbigenalp 11 Männer beim Heuziehen von einer Lawine verschüttet. Die Bergung der zuletzt gefundenen Leiche fand aufgrund der großen Schneemengen dieses Winters erst im August statt

1743
Reutte lehnt aus finanziellen Gründen die von Kaiserin Maria Theresia angebotene Erhebung zur Stadt ab

1750
Im Bereich Gaichtpass wird die Straßentrasse verbreitert und die Felsen mittels Sprengstoff entfernt

Lechtaler Maurer bringen erstmals Kartoffeln von ihren Arbeitsaufenthalten aus dem Odenwald mit

Im November tobt ein Sturm in den Tälern, auf den Bergen dagegen ist 'nur' starker Wind

1762
Im Gericht Ehrenberg und besonders um Reutte und Breitenwang kommt es nach Dauerregen zu gewaltigen Überschwemmungen bei welchen mehrere Brücken zerstört und andere Bauwerke beschädigt werden

1767
Die Brüder Carl Josef und Ignaz Dominik Falger errichten in der Nähe von Reutte eine Papiermühle

1770
Aus dem Lechtal befinden sich über 300 Personen als Händler und Kaufleute im Ausland. Die meisten in Deutschland und Holland. Einige reisen bis nach Amerika und einzelne davon wiederum bringen es in Übersee zu ansehnlichem Reichtum. Im Alter kommen einige dieser wohlhabenden Lechtaler Händler in ihr Tal zurück und verbringen in der alten Heimat ihren Lebensabend. In den Gemeinden Elbigenalp, Holzgau und Bach deuten noch zahlreiche reich verzierte Häuserfassaden auf diesen einstigen Wohlstand hin

1771
Überschwemmungen im Lechtal zerstören beinahe alle Brücken des Tals

1772
Im Tannheimer Tal werden erstmals Kartoffeln angebaut

1774
In Stanzach werden die Kirche und 10 Häuser ein Raub der Flammen

Der Trierer Kurfürst Klemens Wenzeslaus von Sachsen ist im Juni im Hohen Schloss in Füssen zu Gast. Ein Ausflug nach Tirol führte ihn zum Kniepass, zur Ehrenberger Klause und nach Reutte selbst

1775
Beginn des Hexenprozesses gegen die Maria Anna Schwegelin in der Stiftsstadt Kempten. Sie gilt als letztes Opfer der Hexenverfolgung auf deutschem Boden. Erst 1998 legten Nachforschungen offen, dass das damals ausgesprochene Todesurteil nie vollstreckt wurde. Anna Schwegelin verstarb erst 1781 im Gefängnis, nachdem sie zuvor jahrelang auf der Burg Langenegg inhaftiert war

Den aktuellen Forschungsstand stellte Wolfgang Petz 2007 dar, der inzwischen die gesamten Prozessakten einsehen konnte. Er verfasste das Buch „Die letzte Hexe. Das Schicksal der Anna Maria Schwägelin“

In Elbigenalp und Elmen kommt es zu Überschwemmungen am Fluss Lech

1777
Kaiser Joseph II. nächtigt im Gasthof Krone in Reutte. Noch heute erinnert eine Fassadenmalerei an dem Gasthof an diese Begebenheit

1778
Die zuvor in Heiterwang befindliche Poststation wird nach Reutte verlegt

1780
Im Lechtal entsteht das erste Bräuhaus

1782
Kaiser Joseph II. lässt Ehrenberg auf. 1783 wird die Festung dann um 1700 Gulden versteigert

Am 7. Mai fährt Papst Pius VI. bei Schneegestöber in Reutte ein. Vom Balkon der späteren Bezirkshauptmannschaft erteilt er der Menge seinen Segen, um eine Viertelstunde später die Weiterfahrt anzutreten

Die neue Straße von Pinswang, am Lech entlang, bis nach Füssen wird dem Verkehr übergeben

1788
In Reutte wird eine Leinwandmanufaktur zur Verarbeitung des Flachses gegründet

1790
Am 19. März weilt Goethe in Reutte

1793
Bei einem Lawinenabgang in der Nähe des Dorfes Häselgehr werden 11 Menschen in 3 Häusern verschüttet und davon 7 getötet

1795
Nach zeitgenössischen Angaben verlassen rund 1600 Männer das Gericht Ehrenberg um in der Fremde auf Arbeitssuche zu gehen

1796
Aus Furcht vor den anrückenden Franzosen, aber auch wegen des Verhaltens der eigenen, der österreichischen Armee, flüchteten die Frauen des Tannheimer Tals mit ihren Kindern Ende August in das Gebirge

Am 27. August rückte das Militär des Hauses Österreich gegen den Jochpass vor, wo zahlreiche erbitterte Kämpfe geführt wurden. Am 13. September wagen die Franzosen schließlich einen Vorstoß gegen das Tannheimer Tal, werden aber zurückgeschlagen. Bei dem Versuch über den Oberdorfer Berg (Palmenberg) ins Tal zu gelangen, werden die französischen Soldaten von wehrhaften Talbewohnern in die Flucht geschlagen

Am 17. September wehren Tannheimer und Lechtaler Schützen einen französischen Angriff erfolgreich ab und werfen den Feind bis hinter Kempten zurück. Seither wird im Hochtal der 17. September als Talfeiertag gefeiert

1797
Eine Abordnung von Lechtaler Schützen zieht über den Brenner nach Bozen

1800
Im Juli ziehen französische Truppen plündernd und brandschatzend durch Vils und Pinswang. Ein Waffenstillstandsvertrag teilt das Außerfern in Besatzungszonen auf.
Die linke Seite des Lech fällt an die Franzosen, die rechte Seite wird von den Österreichern besetzt.

Am 22. Juli stoßen französische Truppen bis Elbigenalp vor, das sie für die folgenden sieben Monate belagern. An allen Lechbrücken werden Wachhäuser errichtet. Der Lechtaler Chronist Anton Falger berichtet: "Im Allgemeinen hatte man wenige Klagen über die Franzosen, sie waren lustige Leute, entwendeten wenig; was sie von den Bauern bekamen, wollten sie zwar gut und reinlich, aber nicht viel; den schönen Mädchen waren sie nicht feind, wenn die Mädchen auch auf dem rechten Lechufer waren. Manchmal waren die "Wachen an den Lechbrücken ziemlich streng und wollten Niemand passiren lassen... So zogen denn die fröhlichen Republikaner am 24. Februar 1801 ab; singen, springen und fechten war ihnen am liebsten, einfach und leicht ihre Kleider, der Haarzopf ist mit ihnen verschwunden und als alte Dummheit belacht... Ehe die Franzosen kamen, sahen die Thalbewohner gar häufig Pütze (Geister) und dergleichen Erscheinungen, aber mit Ankunft derselben vergass man darauf; bei den fortwährenden 'Kriegen führte man andere Gespräche', man vergass die Gespenstergeschichten und der Aberglaube nahm ab"
Quelle: Anton Falger und das Lechthal (Christian Schneller; Ferdinandeums-Zeitschrift [1877])

1801
Das gesamte damalige Außerfern wird vertraglich wieder an Österreich angegliedert

1803
Vils kommt zum Außerfern und damit zu Tirol. Allerdings ergeben sich durch das Machtgerangel zwischen Bayern und dem Hause Habsburg mehrfach Besitzänderungen in dieser Zeit. Erst 1816 gelangt Vils dann endgültig zu Tirol und somit auch zu Österreich

1805
Am 26. Dezember wird Tirol mitsamt dem Außerfern kampflos an die Bayern übergeben

1806
Die Chronik berichtet von großen Schneemassen und zahlreichen Lawinenabgängen im Außerfern und vorrangig dem Lechtal

Die Bayern rücken in das Außerfern ein. In einem Umsturz im April 1809 wird die bayerische Verwaltung für kurze Zeit beseitigt. Kurz darauf kommt Tirol unter der Herrschaft Napoleons aber nochmals zu Bayern. 1814 wendet sich aber das Kriegsglück von Napoleon ab und das Außerfern, jedoch vorerst ohne das Gericht Vils, sowie das übrige Tirol werden wieder mit Österreich vereinigt

1809
Am 12. August entbrennt im Tannheimer Tal ein Gefecht zwischen den Franzosen und den Tannheimer Schützen. Die Franzosen müssen hier eine bittere Niederlage einstecken: 34 Tote und einen Verwundeten!
Die Tannheimer hingegen haben 'nur' 2 Tote und einen Verwundeten zu beklagen.
Aus dem Lechtal ziehen sieben Schützenkompanien in den Bereich von Reutte bis gegen Kempten, sowie in das Tannheimer Tal. Auch bei den Lechtalern wurde von 'nur' 2 Todesopfern berichtet

Das Zollamt Weißhaus wird ein Raub der Flammen

1810
Das Tannheimer Tal, wie auch das Lechtal wird für mehrere Monate von bayerischen Truppen besetzt

Das Außerfern erlebt einen außerordentlich heißen Sommer

1811
Die politische Gemeinde Pfafflar entsteht

Am 11. Juli gehen schwere Gewitter mit Hagelschlag über Vils nieder und zerstören so gut wie alle Feldfrüchte

1812
Im Russlandfeldzug Napoleons fallen 24 Lechtaler als Soldaten der bairischen Armee

1813
Bereits am 8. September hält ein massiver Wintereinbruch die Außerferner Bevölkerung in Atem. Im Lechtal reißen mehrere Lawinen die Heuhütten (Piller) mitsamt dem Heu von den Berghängen mit in die Tiefe. Auch im Tal richten die Schneemassen großen Schaden an den Höfen und Ställen an. Es ist insgesamt viel Verlust an Vieh zu beklagen

Hochwasser am Lech

1816
Im ganzen Außerfern (und weit darüber hinaus) gibt es Missernten. Am Markt Reutte verdreifacht sich der Getreidepreis. In Folge werden sogar Mäuse als Nahrungsquelle genutzt. Eine Eintragung überliefert folgendes:
'Vierzig Wochen kam kein Brot mehr in unser Haus. Einmal am Tag wurde gegessen - Erdäpfel und Brennsuppe. Die Kinder bekamen zusätzlich noch etwas Mus aus gestrecktem Gerstenmehl'

Heute weiß man, dass dies die Folge des Vulkanausbruches des indonesischen Tambora war, dessen Eruption aber bereits Mitte April 1815 stattfand. Die enorme Masse an Auswurfmaterial (bis zu 150km³) führte zu globalen Klimaveränderungen, welche sich als "Jahr ohne Sommer" auf Nordeuropa sowie auf Nordamerika niederschlugen

Die Napoleonische Herrschaft endet. Vils wird im Zuge des Beschluss des Wiener Kongress wieder dem Außerfern und somit auch Tirol einverleibt

Eine aus Hönig-Nordflanke abgebrochene Staublawine beschädigt einige Häuser und die Kirche. Am Kirchenbau wurde das Dach des Turmes und sämtliche südseitig ausgerichteten Fenster zerstört

1817
Am 6. Jänner wird bei Bichlbach ein Haus durch die Kitzplätzle-Lawine zerstört. 5 Menschen kommen dabei ums Leben

Am 6. März wird in Bichlbach eine Mutter mit 3 Kindern von einer Lawine erfasst und getötet

Anfang Mai türmen sich immer noch die Schneemassen in Wiesen und Feldern. "Auf dem Joch" bei Schattwald soll am 24. April die "Gähwindè" immer noch 42 Schuh (fast 13m) an Höhe gemessen haben

Die Schneeschmelze führt dann an allen Flüssen im Außerfern zu Überschwemmungen und Hochwasser. Zahlreiche Brücken und flussnahe Bauwerke werden dabei zerstört

Auch in diesem Jahr fordert der Hunger seine Opfer. Wenn überhaupt, bleibt lediglich die Kartoffel in erklecklichem Maße verfügbar. Sämtliche Lebensmittelzubereitungen werden bis zum Maximum gestreckt, so wird etwa in den Erdäpfelteig Baumrinde mit eingerieben und zum Zelten (eine Art Früchtebrot) gebacken

1820
Der Lechaschauer Josef Anton Nauß besteigt (vermutlich) als erster im Rahmen von Vermessungsarbeiten die Zugspitze

Große Kälte im Lechtal und wohl auch im übrigen Außerfern (-26°C)

Am 12. Dezember wird in Ehrwald ein Beben der Erde wahrgenommen

1821
Ein schwerer Sturm legt zur Weihnachtszeit große Waldflächen um

1823
Reutte erleidet durch die Verlegung der Salztransporte über den Arlberg einen wirtschaftlichen Niedergang

1824
Der Ort Nesselwängle droht von einer Mure verschüttet zu werden

1827
Im Bereich des Grünten wird der letzte Wolf des Allgäus erlegt

1829
Ende Juni - Hochwasser am Lech

Im Juli gehen schwere Gewitter mit Blitz und Hagelschlag über dem Reuttener Talkessel nieder. Zur damaligen Zeit wurden auch Feldfrüchte wie Gerste, Roggen und Hafer angebaut, welches vollständig 'verdorben' wurde. Auch das angebaute Gemüse konnte keiner weiteren Verwendung mehr zugeführt werden. Darüber hinaus begleitete ein Sturm das extreme Wetter und entwurzelte zahlreiche Bäume und deckte mehrere Häuser ab.
In der Folgezeit wurden für die Betroffenen zahlreiche Sammlungen getätigt und die Schäden durch Nachbarschaftshilfe wieder großteils bereinigt

1830
Ein außergewöhnlich kalter Winter wird von einem ertragreichen Sommer abgelöst. Jedoch schneit es im Oktober schon wieder zu

1831
Ein Erdbeben erschüttert am 26. November das Lechtal

1832
Bei einem Großbrand in Zöblen werden 2 Häuser und die Kirche ein Raub der Flammen

Die Holzgauer Wetterspitze wird erstmals durch die Herren Falger und Knittl bestiegen

1833
Ein Brand zerstört die Kirche von Kaisers

1834
Der April bringt Hitze über das Außerfern

Am 25. Juli ereignen sich mehrere Murenabgänge über Nesselwängle. Nur knapp entgeht der Ort einer Katastrophe

Hochwasser am Lech Ende August. In Nesselwängle kommt es erneut zu Murenabgängen, Wälder und Weiden wurden dabei verschüttet

1835
Zöblen kann sich von dem Verband mit Tannheim trennen und wird eine eigenständige Gemeinde

1836
Kälteeinbruch im Lechtal am 22. Juli - einiges an Vieh erfriert auf den Almen, die überlebenden Tiere werden daraufhin sofort ins Tal geholt und in die Ställe gebracht

1837
Am 29. August zerstört eine Lawine 25 Heustöcke am Heuberg bei Elbigenalp

1840
Am 17. Februar ist im Lechtal ein Erdbeben spürbar. Es ist darüber hinaus auch von einem Meteorit die Rede (?)

In Hinterhornbach fällt ein Kind rund 25 Meter tief von einer Brücke und wird von den Wassermassen mitgerissen. Es wird daraufhin fast unverletzt geborgen

1841
In Elbigenalp kommt die kleine Anna Knittel zur Welt. Später einmal werden sie viele unter dem Namen 'Geierwally' kennen.

Starke Stürme schädigen am 18. Juli Waldflächen und decken ganze Dächer ab

1843
König Maximilian II. von Bayern besucht mit seiner Gattin Marie und seinen Söhnen Ludwig II. und Otto den Ort Berwang

1844
Lawinenabgänge am 28. u. 29. Jänner in Berwang, in Bichlbach, am Fernstein und in Bichlbächle

Beim Abgang einer Staublawine werden in Berwang am 1. Februar 8 Menschen getötet

Am 2. Februar löst sich bei Reutte ein Schneebrett und verschüttet eine Mühle mitsamt deren Bewohnern. Alle Verunglückten können geborgen werden

Im Sulzltal (Holzgau/Bach) kommt am 5. März bei einem Lawinenabgang eine Person ums Leben

Am 12. April zerstört eine Lawine in Elbigenalp mehrere Heupillen und Sennhütten

1845
Die Reuttener Leinwandmanufaktur wird zu einer Baumwollspinnerei und -weberei ausgebaut

1846
Eine Hungersnot droht. Die schlechte Witterung und Umweltkatastrophen suchen den ganzen Bezirk heim. Die Kartoffeln beginnen wegen der hohen Niederschläge bereits im Boden zu faulen. 1847 setzt sich die Misere fort. Noch einmal macht die Fäulnis die Kartoffelernte zunichte. Auch die Viehzucht bringt keinen Gewinn mehr

Überschwemmungen durch den Lech in den Gemeinden Weißenbach und Reutte

Im Tannheimer Tal verfinstern am 22. u. 23. August schwere Wolkenbrüche den Himmel. In Nesselwängle gehen dabei nördlich des Ortskerns aus allen Tobeln beinahe gleichzeitig Muren und Hangrutsche ab und verschütten einen großen Teil des Ortes. 67 von 74 Häusern werden dabei zerstört oder zumindest schwer beschädigt

Am 24. August gehen schwere Wolkenbrüche über Reutte und dem Zwischentoren nieder. Der Lähnbach bei Wengle läuft über und bringt teils größere Schäden

Großbrand in Reutte. Sieben Häuser, die Kirche und das Kloster liegen in Schutt und Asche

Kaiser Ferdinand I. 'der Gütige' verleiht den Weißenbachern das Recht an jedem 26. September einen Markt abzuhalten

1848
Im gesamten Allgäuer Raum wird der Wildbestand bis auf einige wenige Restbestände abgeschossen. Ab 1851 stellt Prinzregent Luitpold den verbliebenen Wildbestand unter seinen persönlichen Schutz und fördert den Wiederaufbau einer gesunden Population

1849
Die Bezirkshauptmannschaften werden in Österreich eingeführt. Das Landgericht Reutte gehört nun zu der Bezirkshauptmannschaft Imst, welche somit die Gerichtsbezirke Imst, Silz und Reutte umfasst

Am 11. Juli bringen die hochwasserführenden Bäche rund um Nesselwängle Zerstörungen

1850
Kaiser Franz Joseph I. kommt nach Reutte

Starkregen und Vermurungen des Sulz- und Triesenbaches bei Nesselwängle am 2. Februar

Im Juli kommt es in Nesselwängle zu einem Felssturz in der Sulz

Mitte November geschieht in Jungholz ein grausamer Kindsmord. Die Kindsmutter gesteht, das Neugeborene zu Tode gewürgt und vergraben zu haben. Als man die Kindsleiche exhumiert stellt man überdies noch eine Menge an Gestein und Erde in der Luftröhre fest

1851
Wieder fällt die Kirche und der Pfarrhof von Kaisers den Flammen zum Opfer

Große Schäden bringt ein Hagelschlag am 25. Juli - die Unwetterschneise reicht vom Tannheimer Tal über den Reuttener Talkessel bis nach Lähn in Zwischentoren

Starkregen am 3. August über dem Tannheimer Tal. In Reutte tritt der Lech über die Ufer

Die Temperaturen im Sommer sind zu kalt und mehrtägige Regenfälle führen zu Überschwemmungen am Lech. Die Lechbrücke bei Elbigenalp-Grießau wird dabei zerstört

Wieder Hagelschäden am 10. September im Reuttener Kessel - das 'Grummet' wird dabei unmähbar und die Bauern haben in den Wintermonaten zu wenig Futter für ihr Vieh

1852
Am 16. September kommt es in Tannheim zu einem Hochwasser an der Vils. In Weißenbach tritt der Lech über die Ufer. Zahlreiche Schäden in den Überschwemmungs- und Hochwassergebieten

1853
In Lermoos kommt es zu einer Überschwemmung im Gries

1854
Kälte und Sturm während der Sommermonate im Außerfern

1861
Die Postverbindung zwischen Reutte und dem Tannheimer Tal wird eingerichtet. Zunächst noch wöchentlich, wird aber ab dem Jahre 1881 täglich das Hochtal angefahren

1862
Im Jänner Überschwemmungen im Lechtal

Am 21. August schlägt ein Blitz in den Turm der Tannheimer Kirche ein und zerstört mehrere Kirchenfenster und die Orgel

1863
Ein verheerender Großbrand in Nesselwängle legt 42 Häuser in Schutt und Asche

1864
Neuschnee und Kälte in den Sommermonaten führen zu frühzeitigen Almabtrieben

1866
Ein Waldbrand bei Kaisers hält Ende Oktober die Wehren von Steeg und Holzgau in Atem

1867
Auf der Vilsalpe bricht Anfang September eine Viehseuche aus, woraufhin die Region für den Viehhandel gesperrt wird und fast 100 Stück Vieh gekeult werden müssen

Ein erster detaillierter Entwurf des Plans für die Fernbahn wird bekannt, dabei soll die Bahnlinie an Heiterwanger- und Plansee hinab nach Reutte verlaufen

Am 28. Dezember des Jahres geht eine Lawine auf Pfafflar nieder und zerstört dabei ein Wohnhaus und zwei Futterstädel samt Heu

1868
Die heute noch gültige Einteilung der Bezirkshauptmannschaft wird im Bezirk Reutte eingeführt

Der Zollanschlussvertrag zwischen Österreich und dem Königreich Bayern wird unterzeichnet

1870
Ein Großfeuer vernichtete am 22. April einen großen Teil des Dorfes Biberwier. Da sich viele der Bewohner bei der Waldarbeit und im Bergwerk befanden, begannen die Löscharbeiten zunächst zögerlich. Die zu Hilfe eilenden Wehren aus Ehrwald, Lermoos und Bichlbach konnten in letzter Minute die Zerstörung des gesamten Ortes abwenden

Am 26. Oktober legt ein Sturm in den Abendstunden tausende Festmeter Wald um und beschädigt einige Häuser und Städel in Bichlbach

1872
Im Januar erlangen die Käserei-Genossenschaft Jungholz Gold und die Alp-Genossenschaft Tannheim Silber als Staatspreis für Käserei-Genossenschaften des Ackerbauministeriums

Hochwasser am Namlosbach, dabei kommt es in Namlos und Stanzach zu Überschwemmungen

Am 7. oder 8. August erschütterte ein Erdbeben den Raum Reutte

1873
Am Beginn des Frühjahres grassiert eine Pferdeseuche im benachbarten Ostallgäu, die Angst vor einer Ansteckung durch jene Tiere ist bei den Bauern in Reutte und Umgebung enorm groß

Ein leichtes Erdbeben erschüttert am 29. Juni um 5 Uhr Früh das Tannheimer Tal

Starkregen Anfang August führt zu großen Ausfällen für das Grummet (Grummat). An 8 Tagen hindurch regnet es und die Bäche greifen über die Ufer aus, eine Regulierung der Fließgewässer wird von den Bauern und Bewohnern des Tals gefordert

Mitte August durchstreift eine Bärin mit ihrem Jungen das Gebiet des Außerferns und tötet danach bei Nassereith ein Kalb

1875
Anselm Klotz aus Stockach bezwingt als erster die Parseierspitze von der Lechtaler Seite aus

Errichtung des Waltenbergerhauses

Am 23. Juli wird zwischen Ehrwald und Biberwier der Handelsmann Leckner Opfer eines Raubmordes. Offenbar war Leckner mit mehreren Tausend Gulden in der Tasche auf der Heimreise, wo er jedoch nie ankam. Anderntags entdeckte man seine Leiche. Er war mit einem Schlag auf den Kopf und einem Messerstich getötet worden.
Schon wenige Tage nach der Tat wird ein Bauer aus Biberwier verhaftet, der im Verdacht steht das Verbrechen begangen zu haben. Dennoch lässt sich die Tat nicht aufklären, woraufhin der Verdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt wird (-> 1888)

1876
Bei Stanzach zerstört im Januar eine Lawine 40 Hütten des Almdorfes Fallerschein

In Tannheim wird zu Jahresbeginn eine freiwillige Feuerwehr gegründet

In Ehrwald kommt es am 2. September zu einer grausamen Tat. Der Mesmer erschlägt mit einer Hacke seine Ehefrau. Nach Aussagen der Bevölkerung litt der Mann bereits seit geraumer Zeit unter "einem bedauernswerten Geisteszustand". Während der sechsjährigen Ehe war es überdies schon mehrfach zu "Reibereien" gekommen. Der Täter stellte sich nach dem Verbrechen selbst beim Gemeindevorsteher und wurde kurz darauf von Gendarmen des Postens Lermoos in Gewahrsam genommen

1877
Am 15. u. 16. Juli Hochwasser des Weißenbachs bei Weißenbach am Lech

Der katholisch-politische Verein für Tannheim wird Anfang Dezember aufgelöst - schon im Vorfeld gab es über Jahre politische Querelen und Spannungen im Umfeld des Vereines

1879
König Ludwig II. und seine Mutter Maria besuchen das Tannheimer Tal

Die Muttekopfhütte in den Lechtaler Alpen wird errichtet

1880
Eine Feuersbrunst zerstört in der Gemeinde Elmen 13 Häuser

Anfang August durchstreift vom Tannberg kommend ein Bär das Lechtal und richtet dabei einigen Schaden an

Am 23. September kommt es in Feldkirch bereits zum wiederholten Male zu einem Schwurgerichtstermin vor dem sich mehrere Außerferner Bürger einfinden und mit beträchtlichen Freiheitsstrafen rechnen müssen. Allesamt haben versucht in der Schweiz bei einem Lithografen gefälschte Banknoten anfertigen zu lassen. Ab Juni des Jahres klickten dann mehrfach die Handschellen

Vermutliche Errichtung einer Vorläuferin der Pfrontner Hütte (heute Bad-Kissinger-Hütte), zumindest wird in einer Urkunde vom 1. Oktober 1880 die Stadt Vils als Eigentümerin einer solchen angegeben

1881
Am 9. Mai kommt es in Ehrwald zu einem Brudermord. Beide Brüder seien "rauhe Gesellen" gewesen und sprachen oft und gern dem Alkohol zu. Auf diese Weise brachten sie ihren Hof in große Schulden und die Streitigkeiten unter den Brüdern nahmen zu. Nach einer durchzechten Nacht ersticht ein Bruder den anderen, der Täter wird in Folge zu 12 Jahren schwerem Kerker verurteilt

Das Prinz-Luitpold-Haus wird im Gebiet des Hochvogels errichtet

Eine Mure zerstört mehrere Hütten und die Kapelle bei Madau

Große Gesteinsmassen lösen sich am Gipfel der Urbeleskarspitze und stürzen mit weithin hörbarem Gepolter in die Tiefe. Die nach dem Bergsturz um den Gipfel wabernden Staubwolken ließen die Bewohner von Bschlabs zunächst tatsächlich an einen Vulkanausbruch glauben

1882
In Tannheim wird am 24. Januar ein Erdbeben registriert. Es gibt einige kleinere Schäden

18 Häuser samt Kirche werden in Nesselwängle ein Raub der Flammen

Im Dezember kommt es in Tannheim zu einem Hochwasser an der Vils

1883
Das ganze Jahr über kommt es im Gebiet Ehrwald und Lermoos zu zahlreichen Wilddiebstählen durch Wilderer. Oft können diese gefasst und vor Gericht gebracht werden. Diese Serie wird sich auch im darauf folgenden Jahr beinahe unverändert fortsetzen

1884
Am 10. Juli schlägt in den Holzgauer Kirchturm der Blitz ein. Wie durch ein Wunder gibt es nur kleinere Beschädigungen, vom sonst bei Blitzeinschlag üblichen Feuer bleibt die Holzgauer Kirche aber verschont

Die neu errichtete Wiener-Neustädter-Hütte unterhalb der Zugspitze wird am 1. September feierlich eingeweiht

1885
Die Rappenseehütte wird erbaut

Ein Hagelunwetter richtet in der Gegend um Reutte große Schäden an

Ein weitum bekannter Schütze des Lechtals fehlt bei einem Schießen in Holzgau mit seinem Schuss und trifft dabei seinen 7-jährigen Sohn tödlich

Am 15. Oktober zieht ein Sturm über das Zwischentoren hinweg und sorgt bis in den Raum der Leutasch für starke Verwüstungen. Bei der Ehrwalder Schanz blies der Starkwind gar ein ganzes Fuhrwerk von der Straße, welches nachher im Gestrüpp zu liegen kam

1886
Am 14. Jänner wird bei Ehrwald der Bergverwalter von zwei Burschen attackiert. Bei dem Gerangel löst sich ein Schuss aus der Büchse des Angegriffenen, wobei die Kugel in dessen Schenkel dringt. Trotzdem gelingt es dem Verwalter, die beiden zu überwältigen und später der Justiz zu übergeben. Einer der beiden Angreifer wurde offenbar in den Tagen zuvor von dem Verwalter gekündigt, woraufhin sich dieser an ihm rächen wollte

In Ehrwald wird eine Freiwillige Feuerwehr gegründet

Hochwasser an der Vils im Tannheimer Tal (9. Dezember)

1887
Am 25. September wird das Kaiserjochhaus eingeweiht

1888
Im Weiler Schiggen bricht am 18. Jänner um 2 Uhr morgens im Stall des Franz Schuler ein Feuer aus, welches bald auch auf das Haupthaus übergreift. Die alarmierte Feuerwehr kann jedoch die schwere 'Motorspritze' nicht den steilen Berg herauf fahren und so brennt der ganze Hof binnen kürzester Zeit nieder. In den Flammen verenden 9 Stück Vieh und auch die Barmittel gehen dabei verloren. Durch die herbei geeilten Bewohner konnte immerhin noch ein Übergreifen auf die anderen Höfe von Schiggen verhindert werden

In Biberwier soll ein Bauer wegen Pechdiebstahls am 18. März verhaftet werden. Als die Gendarmen in seinem Haus vorstellig werden, fügt sich der gefährliche Wunden am Hals zu. Die Gesetzeshüter können den Mann überwältigen und überführen diesen in das Spital nach Reutte.
Die Beamten konnten sich zunächst nicht erklären, weshalb der Biberwierer Bauer wegen einer eigentlich eher geringen Verfehlung wie dem Pechdiebstahl Selbstmord begehen wollte. Bald erinnerten sich diese jedoch, dass eben jener bereits wegen eines Raubmordes im Moos zwischen Biberwier und Lermoos unter Verdacht stand, jedoch aus Mangel an Beweisen wieder laufen gelassen werden musste.
Sofort eingeleitete Ermittlungen kommen auch dem Pechdieb zu Ohren und machen den bereits wieder halbwegs gesunden Bauern nervös, er flieht am 3. April aus dem Krankenhaus. Erst am Morgen des 8. April konnte der Geflohene auf dem Dachboden seines Hauses entdeckt werden. Bei dem Zugriff der Gendarmen stieß sich der Verfolgte ein Messer in den Hals und verstarb etwa eine Stunde später an den Folgen seiner Verletzungen

Der Gemeindename des vormaligen 'Lech in der Aschau' wird aufgrund von Verwechslungen in Lechaschau umgewandelt

Am 19. August wird der vom Deutschen und Österreichischen Alpenverein neu errichtete Verbindungsweg zwischen Holzgau und Oberstdorf eröffnet. Am Mädelejoch treffen sich Vertreter der österreichischen und bayerischen Seite unter dem Jubel von rund einhundert Besuchern, welche dem Festakt beiwohnen wollen. Die schlechte Witterung zwingt die Festgäste aber von der Jochhöhe hinab in die weiter unten auf bayerischem Gebiet gelegene Alphütte (Obere Mädelealpe) abzusteigen, wo die Feierlichkeit fortgesetzt wird

1890
Zivilingenieure werden mit den Vorarbeiten für die Findung einer möglichen Trasse der Lokalbahn von Imst zu der Landesgrenze bei Füssen beauftragt (Imst - Gurgltal - Nassereith - Biberwier - Ehrwald - Bichlbach - Reutte - Füssen)

1891
Am 16. August findet die Einweihung der Kemptner Hütte statt

Es wird berichtet, dass für 33 Gemeinden des Bezirkes lediglich ein Arzt zur Verfügung steht

1892
Die Tannheimer Hütte am Fuße des Gimpels wird vom Alpenverein erworben und großzügig ausgebaut

1893
In Nassereith bricht am 3. Juni ein Großbrand aus, welcher einen großen Teil des Ortes einäschert. Aus dem Außerfern eilen die Feuerwehren von Ehrwald, Lermoos und Biberwier über den Fernpass zu Hilfe

Am 9. Juli kommt es zum Überlaufen des Sulz- und Tiefenbaches bei Nesselwängle

Eine Trassierung der Bahn von Innsbruck über Garmisch in das Außerfern wird von der bayerischen Regierung ins Gespräch gebracht, da diese Streckenführung der deutschen Bahn einen Vorteil bringen würde

3276 Feriengäste wurden in diesem Jahr gezählt

1894
Eine Telegraphenverbindung wird zwischen dem Tannheimer Tal und Reutte hergestellt

In den Sommermonaten wird bei Ehrwald der Steig am sogenannten Hohen Gang durch den D.u.Ö.A.V errichtet bzw. versichert

Die letzten Bewohner von Pfafflar ziehen nach Boden hinunter, danach wird Pfafflar nur noch als Sommersiedlung genutzt

1896
Am Aggenstein wird die Pfrontner Hütte (heute Bad-Kissinger-Hütte) errichtet (zumindest wird dies in einer Urkunde verlautbart - ein älterer urkundlicher Eintrag nennt eine Pfrontner Hütte schon im Jahr 1880)

Am 16. Juli wollte ein Frächter aus Stockach mit seinem Gespann die Hornbacher Brücke passieren, als die Brücke unter der Last zum Teil einstürzte. Der Frächter selbst konnte sich noch retten, der hinter dem Fuhrwerk hergehende Knecht jedoch ertrank im hoch gehenden Lech. Auch die beiden Pferde mussten so ertrinken

1897
In Ehrwald wird am 6. Juli eine Telegraphenstation eingerichtet

Ein Erdbeben wird am 18. September vom Nordwesten Tirols (Außerfern) bis in das Vorarlberger Montafon verzeichnet

Knapp unterhalb des Gipfels der Zugspitze wird am 19. September das Münchner Haus feierlich eröffnet

Am 11. Oktober wird die Flexenstraße feierlich eröffnet

1898
Im März findet in Meran ein Gerichtsprozess statt. Die Anklage auf Kindsmord wird gegen eine 27-jährige Ehrwalderin erhoben. Sie gibt zu nach einem Fehltritt in andere Umstände geraten zu sein. Der Kindsvater habe sich von ihr abgewandt und sie im Stich gelassen. Bei einem Tierarzt habe sie dann versucht ein Präparat zu erhalten um die Schwangerschaft abzubrechen.
Da der ihr aber nicht weiterhelfen wollte, trug sie das Kind aus, versuchte aber ihren Zustand zu verheimlichen. Aus Scham und Verzweiflung kam es dann zu der schrecklichen Tat. Sie erwürgte das Neugeborene, wickelte es in Tücher und versteckte das Bündel zunächst in ihrer Kammer. Tage später schaffte sie die Kindsleiche dann auf den Friedhof von Ehrwald.
Dort fand der Mesner den Leichnam und erstattete Anzeige. Die Kindsmutter wurde dann rasch ausfindig gemacht

1899
Am 21. Mai tritt in Tannheim die Vils über die Ufer und überschwemmt die angrenzenden Felder

Die Maul- und Klauenseuche grassiert in Imst und dem Ehrwalder Becken, woraufhin diese Landstriche als "verseuchtes Gebiet" gesperrt werden

Ein Roman von Ludwig Ganghofer lässt die Besucherzahlen in Ehrwald in die Höhe schnellen, sehr zur Freude der Vermieter und Schankwirte

Der 'Jubiläumsweg' wird anlässlich des 25jährigen Bestehens des Alpenvereines angelegt

1900
Die Sektion Coburg des D.Ö.A.V. erwirbt im März eine Grundfläche für den Bau einer Schutzhütte in der Nähe des Drachensees

Die neue Jochpassstrasse von Hindelang nach Oberjoch und dem Tannheimer Tal wird feierlich eröffnet

Hochwasser am 21. Juli am Nesselwängler Sulzbach, bei Forchach wird eine Brücke durch eine Mure zerstört und in Stanzach sogar die kurz zuvor neu errichtete Straße weggerissen. Schon drei Tage zuvor wütete ein heftiges Gewitter über der Alpe Mahdberg bei Kaisers, wobei ein 17-jähriger Hirte aus Landeck vom Blitz getroffen wurde und am Tag darauf verstarb

Im Sommer grassiert vornehmlich im Lechtal die Maul- und Klauenseuche

Am 10. September bricht in der Hinterbischenalpe am Nordhang des Pimig ein Feuer aus, welches beinahe die beiden schlafenden Hirten um ihr Leben bringt. Eine Kuh und ein Kalb haben weniger Glück und verenden in den Flammen

1901
Das Elektrizitätswerk Reutte wird gegründet und es wird sogleich mit dem Bau des Kraftwerkes am Plansee begonnen. Die einstmals mächtigen Stuibenfälle werden dadurch aber zu einem großen Teil ihrer eindrucksvollen Kraft beraubt

Am 18. Juli wird die Sägemühle in Biberwier durch einen Brand zerstört

Die Coburger Hütte, unweit des Sebensees in den Mieminger Bergen, wird erbaut. Die Einweihungsfeierlichkeiten werden am 6. August begangen

Durch andauernden Regen kommt es Anfang August unter anderem in Stanzach zu Überschwemmungen und der Dorfplatz steht dabei 1 Meter unter Wasser. In Nesselwängle richtet der Hansjörgenbach Sachschäden an. In Wängle werden zahlreiche Felder durch abgegangene Muren verwüstet, in Rieden eine Brücke und in Weißenbach gar zwei Häuser fort gerissen. Des Weiteren wird von zahlreichen weiteren beschädigten Brücken und Straßen berichtet

Als erste Außerferner Gemeinde erhält Jungholz ihren Anschluss an das elektrische Stromnetz

Der Alpengasthof Ammerwald wird durch einen Brand zerstört

Im Tannheimer Tal werden die ersten Stimmen laut, welche eine Neutrassierung der Straße über den Gaichtpass verlangen. Die alte Straße weist Steigungen von bis zu 30% auf und ist somit für die gestiegenen Anforderungen nicht mehr zeitgemäß. Bis zum tatsächlichen Baubeginn der Strecke werden aber noch acht Jahre vergehen

1902
Georg Schretter wird zum Alleineigentümer eines kleinen Ziegel- und Kalkwerkes. 1904 entdeckt Schretter dann im Falltal bei Vils ein Kalkmergelvorkommen. Schnell erwirbt er die Abbaurechte und beginnt bald darauf mit der Zementproduktion

Am 5. Mai findet die konstituierende Sitzung der neu gegründeten freiwilligen Feuerwehr Holzgau statt

Bei den Postämtern Biberwier, Ehrwald und Lermoos werden Telefonverbindungen nach Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald und andere grenznahe Orte aufgebaut und ab dem 1. November in Betrieb genommen

1903
Das Elektrizitätswerk Reutte eröffnet das Kraftwerk Plansee feierlich. Dadurch kann auch die Region Reutte mit elektrischem Strom versorgt werden

Bis auf ein einziges Haus zerstört eine Feuerkatastrophe den gesamten Elmer Weiler Martinau

Am 10. Juli bebt die Erde in Elbigenalp, Elmen, Forchach und Häselgehr. Auch in Imst, Jerzens, Karres und Mils werden die Erdstöße wahrgenommen

Am 11. Juli bricht um halb acht Uhr morgens im Gasthaus Hirschen in Lermoos ein Feuer aus. Der Gasthof und das benachbarte Gebäude brennen vollständig nieder, das Übergreifen auf ein drittes Objekt kann in letzter Sekunde verhindert werden

Zwei Gauner, ein Brüderpaar, wird Mitte Juli nach langer Fahndung im Gipfelbereich des Geißhorns bei Tannheim verhaftet

Im November wird die Installation der Telegrafenverbindung im Lechtal vollendet

1904
Zwei Münchner Studenten werden am 1. Februar in Ehrwald als vermisst gemeldet. Sie wollten trotz der eindringlichen Warnung des Vermieters auf die Zugspitze steigen. Am 6. Februar fanden Suchkräfte aus Ehrwald die zerschmetterten und tiefgefrorenen Leichen in einer Felsrinne nördlich unterhalb der Wiener-Neustädter-Hütte

Am 15. März bricht in der sogenannten Kübelhütte am Ostende der Stadt Vils ein Brand aus. Durch das rasche Eingreifen der Wehren Vils und Pfronten kann ein größerer Brand verhindert werden

In Reutte wird durch den Nesselwanger Johann Röck eine Brauerei gegründet

Nach langem und zähem Ringen wird auf der Strecke zwischen Griesen und Biberwier ein Stellwagen der Post die Sommermonate über täglich auch den ansonsten abseits der Fernstraße gelegenen Ort Ehrwald anfahren

Den Anschluss an das bayerische Telefonnetz erhält Jungholz am 22. Juni

Ein Blitzschlag lässt am 23. Juli ein Haus in Tannheim - Oberhöfen in Flammen stehen. Die herbei geeilte Feuerwehr kann die umliegenden Häuser retten, das Brandobjekt und die darin befindlichen Tiere müssen aber der Feuersbrunst überlassen bleiben

Am 18. Oktober kommt es bei Biberwier während Sprengarbeiten zu einem verhängnisvollen Zwischenfall. Beim Auslösen mehrerer Dynamitladungen war eine nicht abgegangen. Als zwei junge Männer Nachschau halten wollten, explodierte auch diese Ladung und verletzte beide schwer

1905
Am 24. Februar wurde zumindest im Raum Ehrwald ein leichtes Erdbeben verspürt

Hochwasserschäden am 23. April am Lech und weiteren Orten des Außerferns. In den Folgemonaten wurden die Regulierung des Lechs, sowie Wildbachverbauungen in den Gemeinden Vils, Bichlbach, Elmen, Lermoos und Ehrwald gefordert. Auch eine Verbauung des großen Murbruches am Hornberg (Gemeinde Höfen) war Teil eines Antrages an die Landesregierung

Wieder wird in Ehrwald ein leichtes Beben der Erde wahrgenommen (28. April)

Der Lehbach bei Vils bringt am 24. Mai viel Geschiebe bis in die Stadt

In Ehrwald wird eine 'Kinderbewahranstalt' (Kindergarten) eingerichtet

In Holzgau wird am 1. Oktober eine neue 'Feuerspritze' eingeweiht, welche als Spende des Gönners Frederic Simms eigens in London angefertigt wurde

Bereits am 11. Oktober hat es im Tannheimer Tal so viel Schnee, dass Lawinen abgehen. In Grän wird dabei ein Heustadel zerstört. Niemand kann sich zu so früher Zeit im Jahr an solche Schneemassen erinnern

Am 7. November fegt ein Sturm über das Zwischentoren hinweg. Ein Hausbesitzer in Bichlbach versucht das Dach gegen Sturmschäden zu sichern, als eine besonders starke Böe das Dach abhebt und der Mann dabei zu Tode stürzt. Sein Sohn kommt mit zahlreichen Verletzungen davon

Die Lokalbahn 'Reutte - Schönbichl' wird am 17. Dezember in Betrieb genommen

1906
Bei einem Skirennen in St. Anton gewinnt am 8. Januar unter anderen Teilnehmern aus Tirol, Wien, Baden-Württemberg, Vorarlberg und anderen Regionen der Bergführer Spielmann aus Ehrwald

Am 10. Januar findet in Lermoos im Gasthof zur Post eine Versammlung statt, bei welcher die künftige Trassierung der Bahnstrecke besprochen wird. Unter anderem wird auch die Möglichkeit erwogen, die Bahntrasse rund um das gesamte Moos zu verlegen und so bei Biberwier einen geeigneten Anknüpfungspunkt zu einer projektierten 'Fernbahn' zu schaffen

Am Gaichtpass ereignet sich am 26. Juli ein großer Felssturz, welcher nur knapp zwei sich auf der Strecke befindliche Fuhrwerke verfehlt

Großes Staunen herrscht am 12. August im westlichen Teil des Tannheimer Tals, als im Bereich der Pontenalpe ein Heißluftballon niedergeht. Er war von Zürich aus gestartet und Mangels verfügbarem Gas ungünstig im Alpgebiet gelandet. Mit einem Fuhrwerk wurde der Ballon später vom Berg geschafft

Von Befürwortern der Fernbahn werden in vielen Orten entlang der Strecke Versammlungen abgehalten um letztlich eine Resolution zu verabschieden, in welcher die Regierung aufgefordert wird dieses Bahnprojekt im nächsten Eisenbahnprogramm aufzunehmen

1907
Am 12. Januar wird im Abgeordnetenhaus der Antrag auf Errichtung der Fernbahn abgewiesen, eine Subventionierung der Bahnstrecke Reutte-Ehrwald-Garmisch jedoch bewilligt

Aus Ehrwald wird am 2. Februar eine Schneehöhe von 3,65 Metern gemeldet. Bei Zöblen werden von einer Lawine 15 gefüllte Heustadel zerstört

Am 12. März tobt ein heftiger Schneesturm über dem Außerfern. Die Zugänge zu mehreren Seitentälern sind nicht mehr passierbar und ihre Bewohner eingeschlossen

Am 22. Mai wird mit dem 'Ausstecken' der neuen Bahntrasse zwischen Griesen und Reutte begonnen. Je zwei Arbeitertrupps arbeiten sich von genannten Punkten an aufeinander zu und sollen sich dann in Lähn treffen

Auch ein Bahnprojekt mittels einer Schmalspurbahn zum Gipfel der Zugspitze wird nun angedacht. Schon bald folgen Auseinandersetzungen zwischen den Zugspitzgemeinden Ehrwald und Garmisch-Partenkirchen

Die im Jahr zuvor gegründete Alpenvereinssektion Holzgau des Österreichischen Alpenvereins hat eine Schutzhütte an der Lechtaler Wetterspitze errichtet. Später wird man diese Schutzhütte als Simmshütte kennen

Eine Steiganlage zum Thaneller wird in Planung gestellt, vorerst fehlen aber die finanziellen Mittel. Erst 1908 unternahm Werner Riezler die notwendigen Arbeiten um den Steig schaffen zu können. Er organisiert Arbeiter, besorgte das Material und erledigte die Markierung. Ende September 1908 erfolgte schließlich die Fertigstellung

1908
Am 23. Mai brennt im Schattwalder Ortsteil Kappl die Schmiede nieder

Unwetter die ganze Woche über bis zum Pfingstsamstag (7. Juni): unwetterartige Regenfälle und Hagelschlag ziehen über weite Teile des Außerferns, einzelne Straßenzüge sind unterbrochen, der Hahlebach vermurt den Musauer Ortsteil Roßschläg

Am 12. Juni brennt die Mühle (Hennenmühle) im Ortskern von Tannheim. Die Wehren von Zöblen, Schattwald und Grän eilen zu Hilfe und können den Ort vor dem Schlimmsten bewahren. Einer der Feuerwehrmänner verletzt sich jedoch auf Grund eines Sturzes schwer

Am 7. August verstirbt der aus Holzgau stammende Heimatforscher Christian Schneller in Rovereto

Auch am 5. September ziehen wieder enorme Regenschauer über das Tannheimer Tal und den nördlichen Teil des Bezirkes und wieder gibt es Vermurungen und Hochwasserschäden zu beklagen

Im Krottental, einem kleinen Seitental des Birkentals, gerät am 12. November eine Fläche von rund 350 ha (ca. 500 Fußballfelder) in Brand. Da die Brandfläche sich recht weit oben am Berg befindet, sind die Löscharbeiten dementsprechend schwierig und die Feuer fressen sich durch die Waldflächen und zerstören dabei auch die Telegraphenleitung

Mitte Oktober scheinen die finanziellen Fragen zur Mittenwaldbahn weitestgehend geklärt. Zur projektierten Fernbahn gibt es Unstimmigkeiten über den Verlauf der Bahntrasse entlang dem Lermooser Moos, da sich die Gemeinde Biberwier in wesentlichen Punkten benachteiligt sieht

1909
Anfang des Jahres nimmt die Firma Georg Schretter die Drahtseilbahn vom Falltal zum Zementwerk in Vils in Betrieb

Beim Holztransport wurde am 13. Jänner ein Bauer von Kaisers von einer Lawine verschüttet und getötet

Am 14. Mai wird durch eine Kommission um Auskunft angesucht, wie man mit den durch die Holztrift und Verklausungen verursachten 'Verheerungen' am Lech weiter verfahren soll. Eine Fläche von rund 1800 Hektar wurde dabei den Angaben zufolge in eine Schotter- und Steinwüste verwandelt - es resultierte daraus eine groß angelegte Lech-Regulierung

Der Plansee wird durch einen künstlich angelegten Kanal mit dem Heiterwanger See verbunden. Im selben Jahr erhält der Plansee auch sein erstes Dampfschiff

Der Bau der 'neuen' Gaichtpassstrasse wird begonnen

In Tannheim wird am 15. August die Jahrhundertfeier anlässlich des Heldenjahres 1809 begangen. Am Dorfplatz wird dabei das Freiheitskämpferdenkmal von dem Künstler Öfner enthüllt, welches einen mit ausgebreiteten Schwingen auf einem Fels sitzenden Adler zeigt. Um kurz vor 10 Uhr trifft dann der Ehrengast des Tages ein - Erzherzog Eugen von Österreich

Die ersten Postomnibusse verkehren im Sommer zwischen Imst und Reutte

Ein deutscher Fabrikant erörtert das Projekt, den Talkessel bei Lermoos in einen See zu verwandeln um die Wasserkraft in elektrische Energie zu verwandeln

1910
Ein Sturm fegt am 19. Jänner über Reutte und den Raum Füssen hinweg. Zahlreiche Stromleitungen werden dabei unterbrochen und der Strom fließt erst mehrere Stunden später wieder

Am 22. Jänner geht in den Gazetten die Meldung ein, dass aufgrund des starken Schneefalls die Verbindungswege im Bezirk großteils unterbrochen sind. Am Blindsee hat eine Lawine die Fernpassstraßentrasse verlegt

Ende Jänner wird ein Komet am Abendhimmel über dem Außerfern beobachtet. Ende Mai zeigt sich dann auch der Halleysche Komet über der nordwestlichen Ecke Tirols

Vom Plansee wird berichtet, dass sich der im Vorjahr errichtete Kanal für die Schifffahrt als unbrauchbar erwiesen hat. Den ganzen Mai über kam es nochmalig zu Arbeiten an dem Verbindungskanal, sodass ab dem 1. Juni die Dampfschiffe planmäßig auf den beiden Seen verkehren können

Am 1. Juni eröffnet der Bergführer Fritz Mossauer das direkt am Vilsalpsee gelegene und neu errichtete Unterkunfts- und Schutzhaus 'Schäfhütte'

Mitte Juni Hochwasserkatastrophe im Außerfern und am Lech, welche ein Todesopfer (in Holzgau wird eine Frau vom Höhenbach mitgerissen und ertrinkt) fordert. Auch im Tannheimer Tal gibt es große Schäden in den Dörfern und auf den Feldern. Die Straßenverbindung ist großteils unterbrochen und nur mit Mühe kann der Damm der Vils gehalten werden. Im Ehrwalder Becken sind große Teile der Straßen überflutet. Als Folge gibt es häufig Missernten bei den Kartoffeln, was den Kartoffelpreis in die Höhe treibt. Dort wo die Verheerungen am größten sind wird das Militär zur Beseitigung der Schäden hinzu gerufen

Erdbeben in Bichlbach (5.0)

Der Reichsstraßenbau im Bereich von Ehrwald kommt lediglich langsam voran. Die geplanten Vorarbeiten zum Bau der neuen Trasse der Mittenwaldbahn geraten dadurch ebenfalls ins Stocken

In den Sommermonaten wird der schon seit Jahrzehnten und Jahrhunderten eingestellte Bergbau im Teges- und Gafleintal durch eine deutsche Bergwerks-Gesellschaft wieder aufgenommen

Das Edelweiß wird unter Schutz gestellt

Im November bewilligt der Verkehrsausschuss einen Teil der Geldmittel für die Ausbesserungs- und Instandsetzungsarbeiten an der Lechtaler Konkurrenzstraße

1911
Ein Erdbeben erschreckt am 24. April die Bewohner des oberen Lechtales, Schäden gibt es aber keine

Am 19. Mai treten nach einem Unwetter die Bäche über die Ufer und in vielen Häusern läuft das Wasser in den Keller oder gar die Wohnräume. In Pfafflar und über das Joch hinweg im Salvesental wurden wichtige Wege und Brücken weggerissen. Der Viehtrieb gestaltet sich daher schwierig

Im Umfeld von Ehrwald und den Anrainerorten an der Loisach wird über eine Stauung des Sebensees nachgedacht

In Ehrwald im Juni mit dem Bau des Loisach-Viaduktes begonnen

Anfang Juli wird die erste befahrbare Straße durch das Engetal eröffnet, bis dahin konnte das Tal zwischen Tannheim und dem Gebiet von Pfronten nur auf einem Fußweg durchwandert werden

Am 9. Juli eskaliert ein zwischen Bauarbeitern der neuen Bahnstrecke Griesen-Ehrwald ausgetragener Streit. Ein ungarischer tötet dabei einen kroatischen Arbeiter durch mehrere Messerstiche in Kopf- und Brustbereich

Mitte Juli ereignet sich am Rappenschrofen bei Grän ein kleinräumiger Bergrutsch, welcher jedoch einigen Schaden an Waldflächen und Feldern verursacht

Von der Bergmahd müde, legte sich am 25. Juli das Ehepaar Winkler nach getaner Arbeit auf den steilen Bergwiesen in ihr aufgeschlagenes Schlafzelt. Gegen Mitternacht vernahm die Frau ein Poltern und im nächsten Augenblick durchschlug auch schon ein rund ein Kilogramm schwerer Felsbrocken die Zeltwand. Dabei wurde der noch schlafende Mann unglücklich am Kopf getroffen, sodass er eine klaffende Wunde und ein Loch in der Schädelkalotte behielt

Der Ortsvorsteher von Tannheim, Johann Wöber, erwirbt das Gasthaus 'zum Baum', oder wie es früher hieß 'zum Wilden Mann'. Es ist dies die älteste Gastwirtschaft in Tannheim und soll einst von den Grafen von Montfort erbaut worden sein

Am 20. August wird die Telefonverbindung von Imst nach Reutte in Betrieb genommen

Am 12. September wütet ein Waldbrand im Bereich des Gaichtpasses, die Feuerwehren Höfen, Reutte, Nesselwängle und Weißenbach brachten die Flammen schließlich unter Kontrolle. Die gerade neu errichtete Telefonleitung wurde bei dem Brand ebenfalls zerstört

Ein Erdbeben lässt am 17. November im ganzen Außerfern Mensch und Tier aufschrecken, Dachplatten fallen von den Dächern und Möbelstücke werden verrückt

1912
Wieder Hochwasseralarm am Lech Anfang Mai, eine große Mure schädigt den Ort Schattwald. Bei Elbigenalp wird die Fahrbahntrasse weggerissen und mehrere Wohnhäuser sind einsturzgefährdet. Die Planseestraße wird von einer Mure verlegt und auch die Zufahrtsstraße in das Tannheimer Tal ist unpassierbar geworden

In den Räumlichkeiten des 'Gasthof zur Rose' errichtet Adolf Beck eine Brauerei

Ein Blitzschlag trifft am 6. Juli abends die Pfrontner Hütte, die in der Hütte befindlichen Personen - die Wirtin, deren Sohn und ein Dienstmädchen - verloren dabei das Bewusstsein. Die Wirtin erlangte als erste wieder das Bewusstsein und wollte das noch immer ohnmächtige Mädchen ins Freie tragen, als erneut ein Blitz die Hütte traf und einigen Schaden anrichtete. Später wurde dann der dringend erforderliche Blitzableiter an der Hütte montiert

Am 24. Juli wird in Lechleiten feierlich das für den Übergang am Schrofenpass so wichtige Holzgauer Haus eröffnet

Am 9. September wird wegen starker Regenfälle die Dorfstraße in Tannheim überflutet, auf den Anhöhen schneit es bis knapp oberhalb der Talsohle und das Vieh muss frühzeitig von den Alpen abgetrieben werden

1913
Die Eisenbahnlinie von Garmisch nach Reutte wird eröffnet, die 'Außerfernbahn' ist somit fertiggestellt

1914
Der Erste Weltkrieg bricht aus und zahlreiche Männer des gesamten Bezirkes werden einberufen. Viele von ihnen werden nicht mehr heimkehren. Ein Teil der Soldaten fällt während der Kampfhandlungen oder stirbt später in der Kriegsgefangenschaft



1915
Am Beginn des März türmen sich die Schneemassen, sodass der Verkehr, sowie auch die Postzustellungen zum Erliegen kommen

Die Bevölkerung des Außerferns leidet unter der Kriegslast. Vor allem der Mangel an arbeitsfähigen Männern macht die Lage prekär. Die für das Außerfern so wichtigen Beziehungen zu Bayern sind unterbrochen und die Mehl- und Brotzufuhr von Innsbruck aus nur durch die Karwendelbahn gewährleistet. Man fürchtet Unterbrechungen der Bahnverbindung während der Wintermonate durch Schneeverwehungen und Lawinen

Anfang Dezember - an der Front stockt der Nachschub an Nahrung. Im Außerfern wird, wie in anderen Landesteilen auch, eine Viehsammlung für die Front organisiert. Insgesamt werden bezirksweit über 400 Stück Vieh freiwillig abgegeben

1916
Ein Großbrand wütet am 9. August in Kienzen bei Tannheim. Ausgegangen war das Feuer von einem Stadel, griff aber rasch auf die umliegenden Gebäude über. Insgesamt wurden drei Häuser nebst Anbauten von den Flammen verschlungen. Ausgelöst wurde das Feuer vermutlich von spielenden Kindern

Am 2. Dezember geschieht in Lähn bei Bichlbach eine grausige Bluttat. Ein Sohn erschlägt dabei seinen Vater mit der Axt. In offenbar geistiger Verwirrung legt der Täter den Erschlagenen auf die Ofenbank und heizt den Ofen ein. Später wird er als Grund für das Heizen angeben: "Den Vater friert, er muss hübsch warm haben!"

1917
Schon im August kommen erste Beschwerden über das Strecken der jeweiligen Mehlrationen auf. Meist lässt der Dorfvorsteher selbst diese Streckungen durchführen. Generell ist die Not in den Haushalten groß und so herrscht der Hunger in den kriegsgebeutelten Gemeinden

1918
Der Betrieb der Baumwollspinnerei und Baumwollweberei wird an die Kleinmünchner Baumwollspinnereien verkauft.

Arge Not herrscht vor allem im Außerfern, Mütter ziehen zu sogenannten 'Hamsterfahrten' aus um die hungernden Kinder mit erbettelten Lebensmitteln zu versorgen. Eine Mutter aus Breitenwang soll bei solch einer Sammelfahrt bis nach Memmingen gekommen sein. Mit voll gepacktem Rucksack wanderte sie die rund 120 Kilometer wieder zurück in ihren Heimatort

Viele der Alpen des Außerferns können nicht mehr bestoßen (beweidet) werden, da sämtliches Alppersonal im Kriegsdienst steht

Am 19. Juli zieht ein Hagelunwetter über den nördlichen Teil des Außerferns hinweg und zerstört große Mengen an Feldfrüchten und führt auch sonst zu erheblichen Sachschäden wie Fenstern, etc.

In Reutte wird eine Volksversammlung abgehalten, in welcher die Entscheidung zum Verbleib des Außerferns bei Tirol beschlossen wurde. Als Gegenoption stand die Angliederung an Bayern zur Diskussion.
Von den Gemeindevertretern wurde dieses Vorhaben aber einstimmig abgelehnt, da der Vizebürgermeister Bauer die Anwesenden von einem angeblichen Projekt der Stadt Füssen unterrichtete, bei dem die ganze Grenzgegend bis hinauf nach Reutte in einen Stausee verwandelt werden solle um sich dort die Wasserkraft zunutze zu machen

1920
Am 29. August wird die Mindelheimer Hütte eröffnet

Im Lechtal geht das Gerücht um, bayerische Großindustrielle würden den Bau einer elektrischen Kleinbahn anstreben um den Holzreichtum des Tales auszubeuten

Ununterbrochene Regengüsse überschwemmen Anfang September den Ort Tannheim und führen auch im restlichen Außerfern zu leichteren Schäden

Das Schmugglerwesen greift zum Ärger der Kaufleute in immer größer werdendem Maße um sich

In der Nacht des 29. Dezember brennt die Mahlmühle und Säge in Schattwald nieder. Abgesehen von zwei Schafen können alle Leben gerettet werden

1921
Am 21. Juni wird das Metallwerk Plansee gegründet

Die Pfrontner Hütte geht am 27. Dezember aufgrund von Unachtsamkeit in Flammen auf

1922
Der Vilsfall bei Schattwald wird zur Stromgewinnung genutzt und das neue E-Werk eröffnet. Im Tannheimer Tal (ausgenommen Jungholz) gibt es erstmals elektrisches Licht

Am 12. Juli zieht ein Gewitter über das Tannheimer Tal. In dem Dorf Haldensee schlägt ein Blitz in ein Bauernhaus ein, welches in kurzer Zeit nieder brennt

Die Gimpelhütte wird erbaut

Am 3. September kommt der Hirte Ludwig Knittel von der Schochenalpe um den sonntäglichen Gottesdienst zu besuchen. Hinter dem Dorf wird er von der Finanzwache angehalten, seinen Rucksack her zu zeigen um diesen auf Schmuggelware zu durchsuchen. Nach einer kurzen verbalen Auseinandersetzung entreißt der Oberkommissar Knittel den Rucksack mit Gewalt und zieht gleichzeitig seine Dienstwaffe. Dabei löst sich, angeblich versehentlich, ein Schuss. Knittel sackt daraufhin zusammen und versucht sich noch fort zu schleppen, verstirbt aber wenige Minuten nach dem Vorfall.
Der Oberkommissar Scharf, ebenfalls aus Holzgau stammend, meldet das Unglück sofort. Das Geschehene hat sich aber inzwischen im Tal herumgesprochen und so empfängt den Beamten anderntags eine aufgebrachte und wütende Menge. Selbst im Beisein zweier Gendarmen wird Scharf angegriffen und nur mit Not kann der vorläufig entkommen. Mehrere Burschen verfolgen und attackieren ihn jedoch abermals.
Scharf kann sich bis Elbigenalp durchschlagen und verstecken. Eilig wird von Innsbruck aus eine Mannschaft von 50 Gendarmen in das Lechtal entsandt, die kommt aber am selben Tag nur bis Reutte und muss dort Quartier beziehen. Als sie am nächsten Tag ins Lechtal weiter wollen, wird ihnen von den hiesigen Fuhrleuten der nötige Vorspanndienst versagt. Umständlich werden zwei Omnibusse und ein Lastkraftwagen organisiert, um die Fahrt doch noch antreten zu können.
In Elbigenalp stellt sich ihnen jedoch ein großer Teil der Talbewohner in den Weg. Es werden nochmals 30 weitere Gendarmen herbei gerufen um die angespannte Situation in den Griff zu bekommen. Letztlich behielt die Staatsgewalt die Oberhand und verhaftete in Summe fast 40 der Aufständler.
Das Ereignis war nicht nur im Außerfern in aller Munde, sondern sorgte in ganz Österreich für Gesprächsstoff

1923
Am 16. August stürzt die Brücke bei Stockach während der Nachtstunden ein, noch am Tag zuvor herrschte auf ihr ein lebhaftes Treiben und mehrere Fahrzeuge sind über die Holzbrücke gefahren

1924
Vom 31. Juli wird berichtet: 'Es gießt unendlicher Regen herab, von den Bergen stürzen die Bäche. Der Lech und seine Zuflüsse schwollen gewaltig an. Ersterer hat bei Holzgau die Brücke weggerissen und bei Grießau die Straße angebrochen. Bei Bach ging eine Mure über die Straße nieder. Eine Menge Holz treibt durchs Tal hinab. Auch der Hornbach hat Brücken weggerissen und das Getöse der Steinmassen, die er talauswärts rollte, übertönte das Rauschen des Regens. Der Rotlech trug eine ertrunkene Kalbin in den Lech hinaus.'

Am 1. Oktober wird das neue Geläute (Kirchenglocken) der Firma Graßmayr in Innsbruck eingeweiht

1925
Ein Sturm legt am 14. und 15 Februar im Außerfern an die 40000 Festmeter Holz um

Josef Fritz sen. und sein Sohn Josef Fritz jun. legen den Grundstein für das Unternehmen 'Holzindustrie Fritz' in Reutte

Im Mai ersteigert die Gemeinde Tannheim den Vilsalp- als auch den Traualpsee

Am 22. Mai geht ein Gewitter mit starkem Hagel über dem Tannheimer Tal nieder. Die Anpflanzungen in den Gärten werden dabei völlig zerstört und auch für die kommende Heuernte wird mit Einbußen gerechnet, da die Felder 'wie gewalzt' aussehen

Mitte Juni richtet ein Waldbrand in den Südhängen der Gehrenspitze einen geringfügigen Schaden an, den die Feuerwehr Lechaschau aber rasch unter Kontrolle bringen kann. Ausgelöst wurde er vermutlich von unvorsichtigen Touristen

Am 19. Juli wird der Abschluss der Arbeiten des neuen Zubaus der Memminger Hütte mit einer Bergmesse gefeiert

Die Simmshütte wird am 1. August ihrer neuen Besitzerin übergeben. Die Sektion Stuttgart erwarb die Hütte von der Sektion Holzgau und baute sie umfassend aus

Mitte September wird aus Tannheim berichtet, dass ein Schulmädchen mit den freihängenden Zöpfen in die Milchzentrifuge geriet und dabei an einer Kopfhälfte sämtliche Haare ausgerissen wurden

Am 29. September brennt das Gasthaus am Vilsalpsee nieder. Der Jagdpächter hatte auch ein paar Räume in dem Gasthaus gepachtet. Er und seine Gäste bemerkten als erste den Rauch an der Westseite des Hauses, für das Hinausschaffen von Hab und Gut blieb aber keine Zeit mehr. Binnen einer Stunde war der Holzbau bis auf die Grundmauern eingeäschert

Bei einem Lawinenabgang bei Lähn wird am 1. Dezember eine rund 40-köpfige Gruppe beim Heutransport überrascht. Von insgesamt 8 Verschütteten konnten 2 nur noch tot geborgen werden
In Holzgau wird am selben Tag ein Bauer - ebenfalls beim Heuziehen - von einer Lawine mitgerissen und getötet

Am 5. Dezember kommt es abermals beim Heuziehen in Holzgau zu einem Lawinenabgang, bei welchem drei Personen verschüttet werden. Einer kann sich gerade noch retten, indem er sich an eine Latsche klammert, für die anderen beiden - zwei Brüder - endet das Ereignis aber tödlich. Sie werden etwa 8 Stunden später als Leichen ausgeschaufelt

In der Nacht zum 18. Dezember bricht aufgrund von Unachtsamkeit ein Brand in Steeg aus. Zwei Bauernhäuser werden dabei vernichtet, die Feuerwehren von Steeg und Holzgau können gerade noch ein Übergreifen auf zwei weitere Gebäude verhindern

45 Wintersportgäste besuchen zu Weihnachten das Tannheimer Tal

1926
Ein von Garmisch kommender Zug entgleist am 7. April bei Griesen. Ein vermeintlicher technischer Defekt veranlasste den Lokführer sich weit aus dem Fenster zu lehnen, wobei der das Gleichgewicht verlor und aus dem fahrenden Zug stürzte. Der somit führerlose Zug sprang in Folge aus den Geleisen

Die Zugspitzbahn bei Ehrwald wird feierlich eröffnet

Am 14. Juni besucht Bundespräsident Dr. Hainisch das Außerfern. Er macht Station in Ehrwald und besichtigt die neu errichtete Zugspitzbahn. Danach reist er über Kreckelmoos und Vils weiter

Ende des Jahres wird ein weiteres Bergbahnprojekt im Zugspitzgebiet vorgestellt. Eine Bahn soll von Ehrwald hinauf zum idyllisch gelegenen Seebensee gebaut werden um das Gebiet um die Coburger Hütte und dem Drachensee leichter zugänglich zu machen

1927
Neubau der Brücke zwischen Reutte und Lechaschau

Am 6. August bricht in der Nacht im Holzgauer Gasthof 'Zum Hirschen' ein Brand aus. Die aus dem Schlaf gerissenen Gäste sprangen zum Teil in Panik aus dem ersten und zweiten Stock des Anwesens und verletzten sich dabei schwer. Zwei Bedienstete und ein Gast wurden während der späteren Branduntersuchungen schließlich als 'völlig verkohlte [...]Leichen' entdeckt. Die Köchin, welche sich zunächst noch durch einen Sprung vom Balkon hat retten können, erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen.
Im Nachhinein wurde bekannt, dass es einige Pannen bei der Alarmierung der Feuerwehr gegeben hatte. Generell befanden sich nur wenige Feuerwehrleute beim Einsatz, da der Brand während der Zeit der Bergmahd - die ungefähr drei Wochen dauerte - geschah und fast der gesamte arbeitsfähige Teil der männlichen Bevölkerung sich Tag und Nacht auf den Anhöhen hoch über den Dörfern befand

Vils begeht am 10. und 11. September die 600-Jahr-Feier zur Stadterhebung. Die Vorbereitungen zu der Festivität werden mit und unter der Leitung von Ignaz Dengel vorangetrieben

1928
Ein schwerer Sturm fegt am 29. April über das Obere Lechtal hinweg, entwurzelt zahlreiche Bäume und beschädigit einige Dächer von Stadeln und Häusern

Schwere Unwetter führen vom 15. bis zum 18. Juli in den Aschauer Bergen zu Murabgängen, welche große Mengen Schlamm und Geschiebe über die Wängler Felder verteilen. Der Leinbach kann nur mit Mühe am Austritt gehindert werden

Anfang August gehen Wilderer im Bereich des Oberen Lechtals um. Der Jagdherr will diese stellen, woraufhin ein Schusswechsel passiert und einer der beiden Wilddiebe offenbar getroffen wird. Am Tag darauf werden die beiden Wilderer im Bockbachtal durch die Gendarmerie angehalten und verhaftet

Das ehemalige Bad Kreckelmoos wird in ein allgemeines Krankenhaus umgewandelt

Am 12. November wird in Tannheim die neue Sennerei eröffnet

1929
Am 17. Februar findet das erste Preis-Skilaufen des Lechtals am Pimig bei Steeg statt

Die Landsberger Hütte wird Anfang Juni fertiggestellt und am 30. Juni schließlich eingeweiht

Im Juli gehen vom Hornberg bei Höfen durch starke Regenfälle ausgelöst mehrere Muren ab, die mitunter auch die Straße verschütten und den Verkehr für mehrere Tage unterbrechen

Immer wieder kommt es wegen des in Tirol vorgeschriebenen Linksverkehrs zu teils schweren Autounfällen, da im nördlichen Nachbarland Deutschland das Rechtsfahren üblich ist

Im Oktober werden der Plansee und der Heiterwanger See von zwei Großbanken gekauft, welche die Seen für die Gewinnung von Wasserkraft nutzen wollen. Ein schon zuvor diskutiertes Großkraftwerk-Projekt soll damit wieder aufgegriffen werden, welches unter anderem die Überflutung des Ortes Heiterwang vorsieht

1930
In Tannheim führt die Vils am 14. und 15. Mai Hochwasser und tritt über die Ufer. Viele Felder und Wiesen werden mit Geröll und Geschiebe verlegt und auch die Straße ist zeitweise unpassierbar. Bei Wängle droht der Leinbach schwere Vermurungen und Schäden durch den Übertritt des Baches davon zu tragen. Zahlreiche Helfer aus den umliegenden Gemeinden können jedoch das Schlimmste verhindern

Am 6. Juli gibt es in Tannheim am Kienzerlebach größere Hochwasserschäden. In Musau führt der Sababach Hochwasser

Ein Skelettfund bei Mitteregg beschäftigt die Ermittler im August. Eine zunächst unbekannte Person, man vermutete einen sächsischen Wanderarbeiter, wird etwa ein Jahr zuvor durch einen Kopfschuss getötet und seine Leiche einen Abhang hinunter gerollt

Zeitungsartikel Erdbeben Namlos 8. Oktober 1930
Meldung im Tagblatt vom 15. Oktober 1930
Im Lechtal geht am 20. Juli die erste Lastenseilbahn des Tales in Betrieb - sie führt auf die neuerbaute Stablalm bei Elmen

Das Luftschiff 'Graf Zeppelin' überfliegt am 10. September das Tannheimer Tal

Die Nebelhornbahn wird nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht

Am 8. Oktober ereignet sich ein Erdbeben der Stärke 5,3 nach der Richter-Skala. Das Epizentrum liegt bei Namlos. Beinahe alle Häuser des Ortes werden beschädigt (siehe Zeitungsausschnitt rechts).
Vermutlich als Folgeerscheinung des Bebens stürzte, als die Gläubigen aus der Tannheimer Pfarrkirche zur Erntedankprozession ausgezogen waren, die über 60 Zentner schwere Glocke vom Glockenstuhl herab. Verletzt wurde jedoch niemand

Gramais kommt in den Genuss von elektrischem Strom

1931
Mitte März türmen sich die Schneemassen teilweise bis zu 3 Meter hoch. Zahlreiche Dächer werden eingedrückt. Im Tannheimer Tal ist der Verkehr zusammengebrochen und das Postauto steuert das Hochtal für mehrere Wochen nicht mehr an. Die Post bringt der Briefträger mit den Skiern

Am 23. März erschüttert ein Erdbeben um 2 Uhr morgens das Gebiet um Berwang/Namlos

In Tannheim findet am 12. Juli die Erstaufführung des Andreas-Hofer-Spieles in einem eigens errichteten Freiluft-Theater statt

Die Fremdenverkehrszahlen brechen massiv ein und beinahe sämtliche Gästebetten bleiben leer

Auch die Bauernschaft sieht sich in einer misslichen Lage. Am 15. November findet eine Großversammlung der Außerferner Bauern in Reutte statt. Dort berichten sie von ihren Problemen und Nöten und stellen einen Forderungskatalog um Vergünstigungen und Steuersenkungen zusammen

Am 16. Dezember brennt das Gerichtsgebäude in Reutte ab

1932
Der Jahreswechsel zeigt sich von der kalten Seite. In Tannheim wird der Rekordwert von -30°C gemessen

Am 26. Januar ereignet sich ein folgenschwerer Unfall bei den Arbeiten an der Lechregulierung. Drei Arbeiter wollen eine die Arbeit behindernde Eisscholle mit Dynamitpatronen weg sprengen. Unschlüssig, ob die Patrone wirklich brennt, hält einer diese prüfend in der Hand, als sie explodiert. Jenem der die Patrone in der Hand gehalten hatte, wurde der Arm abgerissen, der Danebenstehende verlor zum größten Teil sein Augenlicht und der Dritte zog sich schwere Verletzungen an der Brust und am Oberschenkel zu

Am 6. Juli überfliegt das Luftschiff 'Graf Zeppelin' das Tannheimer Tal und bringt dessen Bewohner zum Staunen

Das Außerfern befindet sich in einer Krise, es wird sogar von einem Katastrophenjahr gesprochen. Der Fremdenverkehr war mehr oder weniger komplett ausgefallen und es herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit im Bezirk. Auch die stets florierende Holzindustrie war zur Gänze niedergegangen und der Handel kämpft mit dem Preisverfall

1933
Die Tausend-Mark-Sperre des Hitler-Regimes bringt den gerade erst aufblühenden Fremdenverkehr gänzlich zum Erliegen

Anfang Juni formieren sich erste Heimatwehrortsgruppen in den Außerferner Gemeinden

Zwischen Lechaschau und Pinswang ist der Freiwillige Arbeitsdienst mit der Regulierung des Lechs beschäftigt

Am Beginn des November gibt es mehrere Verhaftungen von Nationalsozialisten im Bezirk

Am 8. November ereignet sich ein relativ starkes Erdbeben mit dem Epizentrum im Raum Namlos. In Namlos selbst, bei Vorderhornbach und in Reutte werden zahlreiche Schäden gemeldet

1934
Ein breiter Güterweg nach Kaisers wird angelegt

Am 17. Juni erbebt die Erde im Oberen Lechtal

Hochwasserschäden am Nesselwängler Sulzbach

Das Kinderferienwerk organisiert die Beförderung mit Zügen und die Unterbringung mehrerer tausend Wiener und Burgenländer Kinder in Tirol und insbesondere dem Außerfern

Anfang August zur Erntezeit, der Wagnermeister von Tannheim ist mit seiner Familie mit der Heuernte beschäftigt, als der zweieinhalbjährige Sohn nicht mehr gesehen wird. Nach intensiver Suche konnte der Bub einige 100 Meter weiter unten an der Vils nur noch als Leiche aufgefunden werden

Am 4. September ereignet sich wieder ein Erdbeben, welches aber wesentlich stärker ausfällt als jenes vor drei Monaten


1935
Am 4. Juni besucht Bundeskanzler Dr. Schuschnigg das Außerfern. Von Reutte aus fährt der Tross in das Tannheimer Tal

1936
Ein Erdbeben erschüttert am 22. April das Außerfern, es werden leichte Schäden an Häusern und Wohnungen gemeldet

Am 1. September erfolgt die Aufhebung der 1000-Mark-Sperre, zu einer Belebung des Fremdenverkehrs führt diese Maßnahme zu jenem Zeitpunkt jedoch noch nicht

1937
Zu Beginn des Jahres werden Pläne für die sogenannte Automobil-Fernstraße Berlin-Rom vorgestellt. Nach zahlreichen Entwürfen und Überlegungen der möglichen Trassierung, kristallisiert sich die Route über das Außerfern und den Reschenpass, hinab durch den Vinschgau als die beste heraus. Durch den Krieg wird das Bauvorhaben jedoch fallen gelassen

Anfang August bringt in Nesselwängle der Fällebach große Vermurungen mit sich, aber auch in Rest des östlichen Teils des Tannheimer Tals kam es zu großen Schäden und Vermurungen (Grän, Haldensee, Haller und Nesselwängle)

Der Riegebach verlegt die Straße zwischen Lähn und Lermoos durch eine riesige Mure, mehr als 100 Mann des Militärs werden zur Schadensbeseitigung abgestellt

Alle Straßen im Bezirk sind durch Vermurungen verlegt und auch die Geleise der Mittenwaldbahn wurden an mehreren Stellen verschüttet, woraufhin der Bahnverkehr ins Außerfern gänzlich eingestellt werden musste

Mitte August weilt Sara Ann Delano Roosevelt im Gasthof Alpenhof in Haller bei Nesselwängle, sie ist die Mutter des 32. amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt

1938
Am 17. Februar gehen schwere Schneefälle über dem Außerfern nieder. Das Tannheimer Tal ist für mehrere Tage nicht erreichbar

Die Fiderepasshütte wird errichtet, trägt zunächst aber den Namen 'Hermann-Schertl-Haus'.

Am 13. März wird Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen.

Mitte Juni gehen starke Unwetter über dem Außerfern nieder. Das Lechtal ist für einige Tage nicht erreichbar, wird dann aber mit Hilfe einer Notbrücke wieder für den Verkehr zugänglich gemacht. Das Schwarzwassertal bleibt hingegen für längere Zeit von der Umwelt abgeschnitten. Etwa 600 Stück Rinder und mehr als 1000 Schafe sind von der Hochwasserkatastrophe betroffen

1939
Ab April beginnen umfangreiche Wildbach- und Flussverbauungen durch den Reichsarbeitsdienst

Der Zweite Weltkrieg bricht aus und beinahe alle wehrfähigen Männer werden zum Kriegsdienst eingezogen

Anfang Dezember ist der Sägewerksbesitzer Josef Pfefferkorn in Steeg mit Wartungsarbeiten an der Transmission (Riemenantriebsscheibe) beschäftigt. Dabei wird er durch eigene Unvorsichtigkeit von der Welle erfasst und derart heftig gegen die dahinter befindliche Betonmauer geschleudert, dass er förmlich in Stücke gerissen wird

1940
Mehrere Lawinenabgänge Anfang März in ganz Österreich, insgesamt wird von 26 Lawinentoten innerhalb einer Woche berichtet. Im Kleinen Walsertal werden 15 Skifahrer verschüttet, 6 überleben das Unglück nicht . In der Nähe von Ehrwald werden 2 Skifahrer verschüttet, einer davon kommt ums Leben. Im Bereich der Mahdlochalpe bei Zürs wird ein allein gehender Skitourengänger von einer Lawine mitgerissen und getötet

1941
Im Juli wird mit dem Bau einer Materialseilbahn zur Usseralpe oberhalb von Tannheim begonnen

1944
Im Laufe des 22. Januars stürzte ein Bomber der Alliierten Luftstreitkräfte im Bereich des Kreuzkarsees (Hinterhornbach) ab. Eine Bergung der Mannschaft sowie der Maschine konnte in dem steilen Felsterrain nicht durchgeführt werden

Am 14. Februar fallen in Tannheim innerhalb von 24 Stunden 190 cm Neuschnee

Eine Maschine der Wehrmacht stürzt am 24. Juni im Bereich des Vilser Kegels vermutlich wegen dichtem Nebel ab

Am 3. August tobt ein Luftkampf über dem Ehrwalder Becken. Eine Maschine stürzt am Ortsrand von Lermoos in das Moos, 4 Maschinen gehen im Gemeindegebiet von Biberwier nieder (Wampeter Schrofen, Wannig, südöstlich von Biberwier, Brendlkar) und 1 Maschine zerschellt im Bereich der Ehrwalder Alm. Aus den Maschinen wurden insgesamt 16 lebende und 14 tote Besatzungsmitglieder geborgen. Aber auch auf deutscher Seite gab es zahlreiche Abstürze (Jagdflieger): Berwang, Ehenbichl, Grubigstein (Biberwier), Martinau (Elmen), Stanzach und Tuftlalm

Im Hotel Forelle und im Hotel Ammerwald werden Außenstellen des Konzentrationslagers Dachau eingerichtet. Hier werden vorwiegend Häftlinge aus höheren Kreisen interniert

1945
Am 22. Februar wird Reutte von den Amerikanern bombardiert. Acht Opfer unter der Zivilbevölkerung sind zu beklagen

In Vils werden am 27. Februar 5 und in Tannheim 2 feindliche Piloten gefangen genommen. Ihre Maschinen stürzten bei Füssen (?) und Weißenbach ab

Ein einzelner amerikanischer Jäger startet am 20. April einen Angriff auf die Tiroler Zugspitzbahn

Am 28. April überschreiten amerikanische Soldaten die Grenze bei Vils

Am 29. April sprengen deutsche Truppen die Lechaschauer Brücke und die Gemstobelbrücke am Gaichtpass. Bei Grän wird ein erbitterter Kampf um das Engetal geführt. Die Amerikaner schießen den Ort Grän in Brand, woraufhin 15 Häuser den Flammen zum Opfer fallen. 23 Menschen finden den Tod und 5 kommen mit schweren Verletzungen davon

Am 1. Mai besetzen die Amerikaner die Fernpasshöhe

Am 2. Mai bricht um 16:45 Uhr der nationalsozialistische Widerstand im Außerfern zusammen

Am 8. Mai tritt der deutsche Raketenforscher Wernher von Braun und sein Team in Reutte zu den Amerikanern über

Im Gemeindegebiet von Vils zerschellt am 16. Juli - also bereits nach Kriegsende - eine amerikanische Fracht- oder Sanitätsmaschine (?) an einer Felswand. Alle sieben Besatzungsmitglieder finden den Tod, die Maschine (B-17 Flying Fortress) brennt teilweise aus. Die Absturzursache ist nicht bekannt (siehe dazu das Thema "der zweite Weltkrieg im Außerfern")

Eine Feuersbrunst zerstört fünf Häuser und die Kirche von Vorderhornbach

Der Nachkriegswinter kommt mit einer extremen Kälte über das Außerfern

1946
Am 1. Juli kommt es im Gemeindegebiet von Nesselwängle zu zahlreichen Bachüberläufen und Vermurungen. Eine große Mure führte dabei der Fällebach. In Tannheim tritt der Guggerbach (?) über die Ufer

1948
Bei Grabungsarbeiten in Weißenbach wird ein Skelett gefunden. Nach den Untersuchungen stellt sich heraus, dass man hier auf ein spätrömisches Grabmal gestoßen ist

In Jungholz wird der erste Skilift im Bereich des Außerferns in Betrieb genommen

1949
Der erste Berwanger Skilift wird eröffnet

Die Gemeinde Berwang wird verkleinert. Namlos wird mit Kelmen zu einer eigenständigen Gemeinde erhoben

1950
Der Wiederaufbau der Gemeinde Grän wird feierlich abgeschlossen

1951
Bei einem Lawinenabgang bei Häselgehr werden am 21. Jänner 13 Hektar Wald vernichtet. Das Dorf selbst entging nur knapp einer Katastrophe, lediglich ein Haus wurde durch den enormen Luftdruck abgedeckt

Über Reutte wütet am 1. August für etwa 20 Minuten ein schweres Gewitter mit bis zu 8 cm starken Hagelkörnern und richtet dabei erhebliche Schäden an Gebäuden und den Gärten an

1952
Im Kleinwalsertal geht am 11. Februar eine Lawine auf die im Talboden gelegene Alpe Melköde nieder. Sie zerstört dabei mehrere der Hütten und tötet 20 zumeist junge Menschen. Man findet sie später in Nachthemden und Schlafanzügen. 30 Personen können lebend geborgen werden

Am 14. Februar fallen in Tannheim innerhalb eines Tages beinahe eindreiviertel Meter Neuschnee

In Reutte wird das Gymnasium gegründet

1953
Am 30. Juli gehen schwere Gewitter über den Lechtaler Alpen nieder und lösen mehrere Muren aus. Drei Touristen kommen bei diesem Ereignis ums Leben

Der erste Gräner Skilift wird gebaut

Der Segelflugverein Außerfern - Höfen wird gegründet

1955
Schwere Gewitter mit Hagelschlag führten am 3. Juli in Vils zu zahlreichen Schäden in Gärten und an Gebäuden

1956
Der hauptsächlich für Segelflieger errichtete Flugplatz in Höfen wird eröffnet

In Hinterhornbach stürzt am 'Hohen Frauentag' (15. August) ein Traktor an einer Engstelle in die Schlucht des Hornbachs hinab. Dabei werden zwei Männer und ein 11-jähriges Mädchen getötet

1957
Am 28. Juli wird die Kabinenbahn auf den Hahnenkamm in Betrieb genommen

Mit dem 4. April wird das Gebiet mit und rund um den Vilsalpsee als Naturschutzgebiet ausgewiesen

1958
In Hägerau bei Steeg wird am 12. August ein Bauernhof durch einen Blitzschlag in Brand gesetzt und vollständig zerstört

1959
Am 8. August kommt es im Außerfern nach schweren Gewittern zu zahlreichen kleineren Straßenschäden

1961
Am 25. August ereignet sich nahe Weißenbach mit Epizentrum in den Lechtaler Alpen ein Erdbeben (5,5)

1962
Am 8. Mai wird das Wilde Männle durch einen Gewittersturm umgerissen, die Felsbrocken stürzen daraufhin in das Bacherloch hinab

1963
Der Traualpsee wird erstmals zur Stromgewinnung genutzt, die Kraftwerksturbinen werden ab 1965 ihre Arbeit aufnehmen

1964
137 mm Niederschlag am 3. Mai in Tannheim

Man beginnt von Grän aus mit dem Bau der Engetalstraße, zuvor gab es lediglich einen schmalen Karrenweg. Die Wegverbreiterungen und Asphaltierungsarbeiten können 1968 an der Landesgrenze abgeschlossen werden. Bis der Straßenzug jedoch von deutscher Seite ab Pfronten bis zu der Grenze errichtet wird, werden weitere vier Jahre vergehen. Die feierliche Übergabe an den Verkehr erfolgt gar erst im Jahr 1975

Mitte November fallen im Allgäu und dem Lechtal 310 mm Niederschlag in Form von Regen

1965
In Breitenwang finden die österreichischen Meisterschaften im nordischen Stil statt

Eine Lawine am Zugspitzplatt reißt am 15. Mai 10 Menschen mit in den Tod

Am 8. Juni gehen Regenniederschlagsmengen von bis zu 175 mm über dem Unteren Lechtal nieder. Am Sababach in Musau gibt es kleinere Vermurungen

1967
Ende Februar kommt bei Ehenbichl eine Person während eines Sturms ums Leben

1968
In Berwang ereignet sich ein Lawinenunglück

Das Bezirkskrankenhaus in Ehenbichl wird feierlich eröffnet

1969
Die neu erbaute Straße über das Hahntennjoch wird für den Verkehr freigegeben

1970
Am 8. August geht eine Niederschlagsmenge von 150 bis 200 mm über dem Lechtal nieder. Hangrutsche und schwere Vermurungen sind die Folge

1971
Bei Reutte werden am 10. April bei einem Lawinenabgang 10 Kinder verschüttet, ein Kind stirbt dabei

1972
Der Winter 1971/72 bleibt weitestgehend schneelos und sämtliche Liftanlagen können den Betrieb nicht aufnehmen

1973
Niederschläge in Form von Regen ergießen sich mit bis zu 170 mm vom 14. bis 16. November über dem Allgäu und dem Lechtal

1975
Am Vilsalpsee wird am 9. Mai eine Gruppe von Wanderern bei einem Lawinenabgang in den See geschleudert, 5 Menschen kommen dabei ums Leben

Niederschläge von bis zu 155 mm prasseln am 30. Juni und dem 1. Juli auf das Lechtal nieder

Der Usseralpbach bei Tannheim donnert am 4. Juli mit jeder Menge Geröll und Geschiebe zu Tal und zerstört dabei mehrere Brücken und beschädigt einige Häuser

Am 17. Oktober wird die Engetal- bzw. Achtalstraße im Beisein zahlreicher Festgäste aus Bayern und Tirol feierlich dem Straßenverkehr übergeben

1977
Erstmals findet im Tannheimer Tal die Europameisterschaft im Polarhunde-Schlittenrennen statt

Vom 31. Juli bis zum 2. August wird das Lechtal von einem Hochwasser heimgesucht. In Holzgau wird eine Brücke zerstört und ein Mensch kommt während dieses Naturereignisses ums Leben

1978
Im Nesselwängler Weiler Rauth fallen am 21. Oktober 4 Häuser einer Brandkatastrophe zum Opfer

1979
Am 12. März ergießt sich über dem Tannheimer Tal eine Niederschlagsmenge von satten 185 mm

Die neue Gemstobel-Rundbogenbrücke wird eröffnet

Starkregen über dem Außerfern Ende Juni - 'Spitzenreiter' ist dabei Reutte mit 176 mm

Am 6. und 7. November gehen 140 mm Niederschlag über dem Lechtal nieder, im Tannheimer Tal sind es sogar 152 mm

1981
Im Außerfern fällt im ersten Monat des Jahres extrem viel Neuschnee, die Lechtaler Seitentäler sind daraufhin tagelang von der Außenwelt abgeschnitten

Die Reuttener St. Anna Kirche erhält wieder ihren zwiebelförmigen Turm. Nachdem im Jahr 1846 die Kirche zum wiederholten Mal abgebrannt war, wollen die Franziskaner den Turm nicht mehr errichten. Die Bürger von Reutte nehmen daraufhin den Aufbau trotz ihrer damaligen Armut auf sich, jedoch erhält der Turm aus Kostengründen nur noch ein sehr schlichtes Dach

1983
Am 26. November werden im Außerfern Niederschlagsmengen von bis zu 165 mm registriert

1984
Am 23. November kommt es im Tannheimer Tal zu einigen Schäden durch einen Sturm

1989
Am 19. Dezember stürmt es im Außerfern und es kommt auch zu zahlreichen Sachschäden

1990
Am 28. Februar fegt ein Orkan über das Außerfern hinweg. Am schlimmsten betroffen ist das Tannheimer Tal. Im ganzen Tal werden mehrere tausend Festmeter Wald vernichtet

In Grän wird am 9. Juni eine Frau durch mehrere Messerstiche und Strangulation an ihrem Arbeitsplatz in einer Käserei getötet. Ein Tatverdächtiger wird noch am Tatort verhaftet. Der zum Tatzeitpunkt 18-jährige Käser-Lehrling wird später wegen Mordes zu dreizehn Jahren Haft verurteilt, wovon er 8½ Jahre verbüßt und danach frei kommt. Doch schon kurz nach der Tat kommen bei den Hinterbliebenen erste Zweifel über den tatsächlichen Tathergang auf. Sie sind der Meinung, dass der Verurteilte lediglich als Bauernopfer herhalten musste und die 'wahren' Mörder ungeschoren davon kamen und orten dahinter gar einen Justizskandal

Am 29. Juli gehen nach starken Regenfällen und Gewittern zahlreiche Muren im Gemeindegebiet Bach ab, verschütten große Flächen an Feldern und zerstören zwei Brücken

1991
Die Zugspitzbahn bei Ehrwald wird nach einem Komplettumbau wiedereröffnet

1992
Ab dem 1. Mai des Jahres tritt jene Verordnung in Kraft, welche das Fahrverbot auf der Vilsalpseestraße regelt

Als erste Gemeinde im Außerfern wird in Tannheim unter der Führung der Gesellschaft "Parkgemeinschaft Tannheim" eine Parkraumbewirtschaftung eingeführt. Bereits im selben Jahr wurden dafür insgesamt sieben Parkautomaten in Betrieb genommen

1993
Die Lechaschauer Brücke wird neu erbaut

Die neue Straße nach Gramais wird fertiggestellt

1994
In Breitenwang werden die nordischen Junioren-Weltmeisterschaften ausgetragen

1995
Im Tannheimer Tal wird im Januar des Jahres erstmals das Ballonfestival ausgerichtet

1996
Im Planseewerk bricht am 25. Februar ein Großfeuer aus. Ganze Hallenkomplexe werden dabei vernichtet und zahlreiche Tanks mit brennbaren Medien müssen rund um die Uhr gekühlt werden um eine noch größere Katastrophe zu verhindern

1997
In Häselgehr lösen am Luxnacher Sattel Tourengänger eine Lawine aus. 4 Menschen finden darin den Tod

Der moderne Neubau des Bezirkskrankenhauses Reutte wird im Juli 1997 in Betrieb genommen

1999
Enorme Schneemassen türmen sich zu Jahresbeginn im Bezirk auf (teilweise über 4 Meter). Mehrere Lawinenabgänge oder Sperren an lawinengefährdeten Hängen behindern das öffentliche Leben. Große Lawinenunfälle bleiben glücklicherweise - im Gegensatz zu dem von Krisen und Todesfällen gebeutelten Paznauntal - aus. Aus den Steeger Ortsteilen Gehren und Lechleiten werden 36 Personen evakuiert

Starke Regenfälle und die massiv einsetzende Schneeschmelze - ebenfalls bedingt durch den schneereichen Winter - verursachen zu Pfingsten eine verheerende Hochwasserkatastrophe. Die Gemeinde Pflach ist davon im besonderen Maße betroffen

Im Sommer wird im TVB-Gebäude Tannheim eine Kletterwand errichtet

2002
Am 6. April um 22:00 Uhr konnte im Bereich zwischen Füssen und Garmisch der Niedergang eines Meteoriten beobachtet werden. Der Gesteinsbrocken, welcher in Folge den Namen Meteorit Neuschwanstein erhielt, zerbarst in einer Höhe von etwa 22 Kilometern und ging in Einzelteilen über ein mehrere Quadratkilometer großes Gebiet nieder. Drei Bruchstücke konnten im Bereich des Ochsenälpelekopfes und des Altenberges gefunden werden

Murenabgänge und Überschwemmungen von Straßen führen im Tannheimer Tal und dem Lechtal zu zahlreichen Behinderungen. Auch in Vils und bei Pflach treten die Vils und der Lech über die Ufer

2003
Am 6. Februar vernichtet ein Brand die Talstation der Ehrwalder Zugspitzbahn

2005
Tagelang anhaltende Starkregenfälle führen zu der schlimmsten Hochwasserkatastrophe, welche jemals im Außerfern registriert wurde. Speziell Gemeinden im oberen Lechtal und Pflach werden von den Wassermassen heimgesucht und Teile der Ortschaften verwüstet

2007
Ein schweres Busunglück ereignet sich am 21. Juni am Katzenberg (B179) und fordert einen Toten, sowie weitere schwer und leicht verletzte Personen. Sämtliche Einsatzkräfte der Rettung und Feuerwehr, sowie mehrere Rettungshubschrauber sind im Einsatz

2008
Die im Volksmund 'Textilwerk' genannte Baumwollspinnerei und -weberei stellt ihren Betrieb ein

2012
Am 7. November geht unter großem Getöse am Ostufer des Vilsalpsees ein riesiger Felssturz nieder. Etwas mehr als 100.000 Kubikmeter Fels und Gestein lösen sich an der Felskante westlich der sogenannten Blässe und begraben etwa 10 Hektar Wald und die Zufahrtsstraße mehrerer Alp- und Berghütten unter sich

2013
Nach anhaltendem Starkregen ist die Hochwasserlage an den ersten beiden Junitagen angespannt, insgesamt ist der Verlauf im Außerfern aber glimpflich abgegangen und die Schäden lediglich geringfügig

2015
Ende März hält das Sturmtief "Niklas" die Außerferner Einsatzkräfte der Feuerwehr in Atem. Glasfronten werden eingedrückt, ganze Dächer durch Böen abgedeckt (Gossenbrotstraße, Reutte), Isoliermaterial auf Straßen geweht und den Straßenverkehr durch dutzende auf die Fahrbahn gestürzter Bäume blockiert. Die Sachschäden der Forstflächen, an Gebäuden, Fahrzeugen und der Infrastruktur waren enorm. Menschen kamen aber nicht zu Schaden

2017
Während des Sommeropenings auf Ehrenberg (highline179) kommt es am 25. Mai 2017 um etwa 14:20 Uhr zu einem gefährlichen Zwischenfall in Höfen. Eine Bell Cobra der RedBull-Staffel hatte ihre Showeinlage beendet und flog zurück zum Flugplatz in Höfen. Der Pilot Siegfried 'Blacky' Schwarz wollte für den Rückflug nach Salzburg noch die Maschine betanken. Beim Aufsetzen berührten die Rotorblätter das Vordach des Betankungs-Häuschens und flogen in Trümmern im unmittelbaren Umfeld des Helicopters umher, dabei wurde auch der Heckausleger der Bell abgerissen und die Turbine schwer beschädigt. Umstehende Schaulustige wurden wie durch ein Wunder nicht verletzt, ebenso blieb der Pilot unverletzt

2018
Schon am Beginn des Jahres fegt das Sturmtief "Burglind" mit bis zu 145 km/h über den Norden Tirols und das Allgäu und sorgt so für die Sperrung der Liftanlagen am Reuttener Hahnenkamm und des Tannheimer Tals. Wegen zahlreicher umgestürzter Bäume mussten die Gramaiser Straße und die Planseestraße gesperrt werden. In der Gemeinde Zöblen wurde durch den Starkwind ein Dach abgedeckt

In den Sommermonaten herrscht extreme Hitze. Über Nord- und Mitteleuropa hängt ein Hochdruckgebiet, es regnet zum Teil Wochen lang nicht und zahlreiche Alpen sind auf Grund der Wasserknappheit gezwungen, mit den Tieren vorzeitig von den Hochweiden ab zu fahren. Südseitige Hänge sind schon Anfang/Mitte August regelrecht verbrannt





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