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Die Zeitleiste





Jahr
-4000
Funde von mehreren Artefakten deuten auf einen kleinräumigen Silex-Abbau (Feuerstein) am Rothornjoch bei Bach hin

-2200
Ein Bergsturz enormen Ausmaßes lässt den Fernpass entstehen.
Eine andere Theorie hingegen geht davon aus, dass der Fernpass eine Gipskarstlandschaft darstellt und durch die natürliche Verwitterung durch Ausschwemmung und Dolinenbildung entstand

-2000
Siedlungsspuren aus der Jungsteinzeit in Grins

-1800
Mehrere bronzezeitliche Streufunde von Waffen und Geräten.
Darüber hinaus ist erkennbar, dass das Gebiet nicht wie man vermuten würde, entlang der Talsohlen begangen wurde. Vielmehr waren es die Jöcher und Bergsättel, welche von den vorzeitlichen Reisenden genutzt wurden:
Gemeindegebiet

Bach: Lanzenspitze aus Bronze
Holzgau: Lanzenspitze aus Bronze
Biberwier: Randleistenbeil
Landeck: Beil
Grins: Lochbeil (Diorit), Queraxt (Serpentin)

-1700
In Reutte findet man Teile eines Dolches aus der mittleren Bronzezeit

Stanz - Bereich der heutigen Ruine Schrofenstein: Ringbarren, Scheibenkopfnadeln
Zams: Randleistenbeil, Dolchklinge

-1500
In Schattwald wird der einzige bronzezeitliche Bestattungsfund in ganz Tirol gemacht. Leider zerfällt der Fund sofort zu Staub und es bleibt lediglich eine 15cm lange Lanzenspitze erhalten.(heute im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum)

Auf der Imster Ochsenalpe tritt ein bronzenes Lappenbeil zutage

-1200
Eine Pollenanalyse erbringt den Nachweis einer Brandrodungssiedlung innerhalb des Lermooser Mooses; in der ältesten urkundlichen Erwähnung des ganzen Außerferner Gebietes - der Bezeichnung "Larinmoos" als Flurname - könnte in dem Wort "Lar" der Hinweis auf eine Siedlungswüstung aus längst vergangener Zeit enthalten sein

-1000
Imst ist wohl die größte Ansiedlung jener Zeit südlich des Außerferns, wie zahlreiche Bestattungsfunde aus der Urnenfelderzeit belegen

-450
Eine rätische Votivfigur wird im Bereich der Parzinnspitze aufgefunden

Ein Lappenbeil mit stilisierten Tieren weist einen Siedlungsplatz bei Landeck-Perjen aus

Auf der Kronburg - dem antiken Cirkafe - zeugt ein Prunkmesser und vier Bronzestäbe mit einer Sonnenbarke als Dekor von menschlicher Anwesenheit

-200
In Biberwier werden als Handelsware übliche Eisenbarren vergraben. Der Handelsreisende hatte offenbar keine Möglichkeit mehr, die wertvollen Rohmaterialen wieder zu heben

-15
Römische Legionen unter Nero Claudius Drusus ziehen durch das Außerfern und schlagen im Alpenvorland die keltischen Vindeliker, denen auch der am Oberlauf des Lech (licca) lebende Stamm der Likatier angehört. Nach der Überlieferung fand diese Kampfhandlung in der keltischen Metropole Damasia statt. Die Standortfrage sowie die Hintergründe von Damasia sind immer noch Gegenstand zahlreicher Diskussionen.

Auch am Döttenbichl bei Oberammergau belegen Funde eine Schlacht zwischen Römern und Kelte

In Ehrwald siedeln sich Menschen der sogenannten Heimstettener Gruppe an. Weitreichende archäologische Befunde aus den nördlich der Alpen gelegenen Provinzen zeigen, dass diese Gruppierung fast immer auch dort auftaucht, wo römische Straßen gebaut werden. Allerdings dauert diese Episode den Ausgrabungen zufolge lediglich für den Zeitraum einer Generation an. Danach fehlen weitere Siedlungsspuren

Die Römer bauen die Reichsstraße Via Claudia Augusta um einen Truppenaufmarsch sowie die Versorgung der in die feindlichen Gebiete im nördlichen Alpenvorland entsandten Einheiten zu erleichtern. Ausgrabungen am Prügelweg durch das Moos bei Lermoos und Biberwier bestätigen dies.
Die bei Lermoos freigelegte Trasse der Via Claudia als Heerstrasse durch eine Moorlandschaft ist als Fund noch über Tirol hinaus einzigartig

400
Bei Grabungsarbeiten wird im September 1948 in Weißenbach ein menschliches Skelett entdeckt. Späteren Untersuchungen zufolge stammt dieser Bestattungsfund aus dem Zeitraum zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert n. Chr. Eine eingehende anthropologische Untersuchung mit Vergleichen zu der Tiroler Bevölkerung der späten Kaiserzeit lässt den Schluss zu, dass es sich hierbei um einen etwa 30-jährigen Mann aus der einfachen, dort ansässigen Bevölkerung gehandelt hat

450
Die sich ausbreitende Christianisierung weitet sich von Süden her aus. So ist eine christliche Zelle für den Zeitraum um 350 in Landeck und weiter um 450 für die Imster Laurentiuskirche mit einer Chorschrankenplatte und dem eingearbeiteten Christusmonogramm belegt. Damit wird auch für das Kirchenpatrozinium des hl. Laurtentius in Bichlbach - direkt an der römischen Heerstraße Via Claudia Augusta gelegen - eine frühchristliche Funktion angenommen

476
Zerfall des römischen Reiches

500
Der römische Niedergang ruft kriegerische Auseinandersetzungen hervor, welche auch für das Außerfern richtungsweisend sind. So versuchten die Alemannen nach gescheiterten Widerstandskämpfen gegen die Franken, sich unter den Schutz der Ostgoten zu stellen. Doch ging diese Phase schon 536 zu Ende und das alemannisch beeinflusste Gebiet des nachmaligen Außerferns wurde dem Frankenreich als 'Herzogtum Alemannia' eingegliedert

600
Die Funde mehrerer metallischer Artefakte - darunter auch eine Fibel aus Bronze - legt die Vermutung nahe, dass sich im Bereich der heutigen Ruine Ehrenberg eine alemannische Höhensiedlung befunden hat

750
Maginold (Magnus, St. Mang) wirkt als Missionar im Gebiet von Füssen (fauces) und möglicherweise auch im Bereich des Außerferns

811
Kaiser Karl der Große unterstellt das damalige Außerfern dem Bistum Füssen und damit auch dem fränkischen Keltensteingau (Keltinstein, Geltinsteingowe), dass in etwa das heutige Ostallgäu umfasste und weit in das Tiroler Lechtal hineinreichte.

Vermutlich umfasste das Gebiet das Areal bis nach Vorderhornbach und beinhaltete darüber hinaus auch das Tannheimer Tal in Form eines Jagdgebietes

843
Im Gemeindegebiet von Breitenwang wird ein karolingischer Königshof vermutet, welcher aufgrund der Fernpassstrecke entstand und ähnlich einer römischen mansio als Straßen- bzw. Raststation gedient haben könnte

850
Aus dem Engadin stammende Rätoromanen besiedeln das Paznaun- und teilweise auch das Stanzertal

900
Vermehrt Siedlungstätigkeiten im Außerfern nach dem Sieg der Schlacht am Lechfeld 955 und dem Anbruch einer klimatisch günstigen Zeit. Bajuwarische Siedler aus dem Inntal lassen sich im weiträumigen Becken unterhalb des Wetterstein-Massives nieder und nutzen die Seitentäler rechts des Lechs als Almflächen

Aus dem Raum zwischen Lech und Iller, also aus dem Allgäu, kamen Hirten mit alemannischen Wurzeln (die sogenannten Bodensee-Alemannen über die Jöcher ins mittlere Lechtal und Gefolgsleute aus dem Stammesherzogtum Schwaben in den Raum des Reuttener Beckens) um hier ihr Vieh zu weiden. Sie werden bald sesshaft, machen die Almen winterfest und beginnen einige Zeit später mit der Rodung der Wälder und Aulandschaften

1000
Das Gebiet das heute jenem des Außerferns entspricht wird in einer Urkunde als "Silva inter Oenem et Licum" genannt. Was übersetzt so viel bedeutet wie "Wald zwischen Inn und Lech"

Die Welfen besitzen mehrere Höfe in Pinswang, Breitenwang und im Bereich Zwischentoren bis an die Wasserscheide bei Bichlbach/Lähn. Links des Lech wurden sie vom Füssener Kloster St. Magnus in der Aschau und Vils als Vögte eingesetzt

1020
Larinmoos wird erstmals urkundlich erwähnt. Allerdings nicht als Siedlung, sondern als Grenzgebiet. Das Gebiet um Lermoos befand sich damals im Besitz der Herren von Starkenberg und der Stifte Füssen, Steingaden und Schwangau

1059
Der Salier-König Heinrich IV. schenkt dem Bischof von Augsburg den Forst- und Wildbann im Gebiet zwischen den Oberläufen der Iller und des Lechs

1094
Breitenwang scheint erstmals urkundlich auf

1095
Erstmalige Nennung Pinswangs

1100
Über den Hauptkamm der Lechtaler Alpen kommen bayerische Kolonisten und lassen sich in sogenannten Schwaighöfen in den Seitentälern des Lechtals nieder

Auch im Tannheimer Tal kommt es zu einer Siedlungswelle. Es sind schwäbisch-alamannische Siedler aus dem benachbarten Allgäu die sich in der Talsenke niederlassen

Die von ihren Landesherren unterdrückten und somit vertriebenen Walser besiedeln das oberste Lechtal (Zürs, Lech, Warth und die Steeger Fraktionen Gehren und Lechleiten). Diese als tüchtige Bauern bekannten Siedler wurden von den Grafen von Montfort angeworben und mit allerlei Rechten ausgestattet

Die Tiroler Landesfürsten beschneiden die Rechte des Bischofs von Augsburg in den Gebieten des nachmaligen Außerferns massiv. Durch ihren großen Einfluss konnten sie eine Verlegung der Territorialgrenzen erreichen - so wurde der Grenzverlauf nicht mehr am Lech entlang, sondern am Kamm der Allgäuer Alpen festgelegt

1137
Am 4. Dezember stirbt Kaiser Lothar III. auf dem Rückweg eines Kaiserzuges aus Rom in einem "ärmlichen Haus" in Breitenwang

1191
Der welfische Besitz im Außerfern geht an die Staufer über

1212
Der Markgraf Bertold von Ronsberg stirbt und vererbt seine Außerferner Besitzungen (Fischerei-Recht am Heiterwanger- und Plansee, Höfe im Bereich des Ehrwalder Beckens) an seine beiden Schwager

1218
König Friedrich II. bestätigt dem Kloster St. Magnus in Füssen die vollumfängliche Rechtsobrigkeit in der Aschau, welche vom Hof Musau bis zum Hornbach reicht

1241
Graf Ulrich von Ulten verkauft seine Besitztümer im Ehrwalder Becken an den Staufer Kaiser Friedrich II.

1250
In Pinswang wird die Höhlenburg Schloss Loch erbaut, der Höhlentrakt - so wird vermutet - könnte schon seit der Steinzeit als Jagdstation gedient haben

1259
Meinhard II. - Graf von Görz, Graf von Tirol - heiratet Elisabeth von Wittelsbach, die Witwe des Stauferkönigs Konrad IV. welcher bereits 1254 verstorben war. Sie bringt als Mitgift staufische Gebiete - welche sich auch auf das heutige Außerfern erstreckten - in die Ehe mit

1263
Die Burg Vilsegg wird erstmals urkundlich erwähnt

1266
Meinhard II. hat als erster Tiroler Landesherr die Hoheit über Gebietschaften im heutigen Außerfern, welche sich wohl über die drei Ansiedlungen im Moos bei Ehrwald erstreckten

1278
Reutte wird erstmals urkundlich erwähnt

1288
Heiterwang scheint erstmals in Urkunden auf

1293
Erstmalige urkundliche Nennung der Festung Ehrenberg

1294
Forchach gelangt aus dem Besitz des schwäbischen Ritters Konrad von Weizern an das Stift St. Magnus in Füssen

1296
Ein Eintrag in einem Dokument weist als "iudicium extra Verren" auf das Gericht außerhalb des Fernpasses (Außerfern) hin

1298
Schon kurze Zeit später scheint in Urkunden zum ersten mal das iudicium Erenberch auf, also das Gericht Ehrenberg

1300
Die Hohenegger erhalten Vilsegg als Lehen von der Fürstabtei Kempten

1305
Ehrenberg wird erstmals als Tiroler Grenzfestung genannt - somit ist anzunehmen, dass das Zwischentoren mehr oder weniger einheitlich unter der Herrschaft der Tiroler Landesherren stand

1313
Bei einem Kampf um die Höhlenburg Schloss Loch gewinnen die Tiroler Landesfürsten gegen ihre Kontrahenten - dem Herzog von Bayern und dem Bischof von Augsburg. Somit wird Pinswang zu einem Tiroler Ort

Die Herren zu Rettenberg schenken ihre Besitzungen bei Elbigenalp dem Stift Stams

1316
Starke Regenfälle und außerordentlich kalte Winter machen den Menschen zu schaffen. Die bereits Ende des 13. Jahrhunderts begonnene sogenannte Kleine Eiszeit hält ganz Mitteleuropa in ihrem Würgegriff. Ausgelöst wurde diese Kaltphase von mindestens vier Vulkanausbrüchen im äquatornahen Bereich, welche sich in der Zeit von 1250 bis 1300 ereigneten und große Mengen Asche bis in die Stratosphäre schleuderten

1327
Die Siedlung Vils wird durch Kaiser Ludwig dem Baiern zur Stadt erhoben, gehört zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht zu Tirol

1328
Kampfhandlungen im Bereich der Höhlenburg Schloss Loch bei Pinswang

1333
Das Kloster St. Magnus in Füssen erwirbt das Gebiet des heutigen Vorderhornbach und gibt es zur Rodung frei

1342
Jungholz kommt nach lange währenden Streitigkeiten zu Tirol, um die Vorherrschaft im Tannheimer Tal - welches zu jenem Zeitpunkt größtenteils im Besitz des Grafen Heinrich III. Montfort zu Rotenfels stand - hingegen muss noch lange gerungen werden

1348
Das Lechtal wird der Verwaltung durch das Gericht Ehrenberg unterstellt

1350
Da die Freiherren von Rettenberg ohne männlichen Nachkommen bleiben, erben die beiden Töchter Elsbeth und Adelheid den Besitz, welchen sie noch im selben Jahr aufteilen. Adelheid erhielt das Tannheimer Tal und das Ostrachtal. Da deren Finanzen aber sehr knapp standen, verkaufte sie den ganzen Erbteil mitsamt ihrem Wohnsitz in Burgberg bei Sonthofen an die Herren von Heimenhofen

1352
Die Höhlenburg Schloss Loch wird der Verwaltung von Ehrenberg unterstellt und damit zu einem Vorwerk der Burg am Katzenberg über Reutte

1354
Am 7. Dezember wird Ehrenberg an Herzog Albrecht II. von Österreich verpfändet. So kommt das damalige Außerfern zu Österreich. Somit kann das Außerfern von sich behaupten, bereits 9 Jahre länger als das übrige Tirol österreichisch zu sein

1363
Tirol, und mit ihm das Außerfern, kommt erstmals unter die Herrschaft der Habsburger, dessen Oberhaupt zu jener Zeit Herzog Friedrich IV. war

1386
Bau der Schutzherberge (Hospiz) am Arlberg durch Heinrich das Findelkind von Kempten und dessen Helfern. Des Weiteren gründete Heinrich die Arlbergbruderschaft zum Erhalt des für Reisende über den Arlbergpass (speziell in den Wintermonaten) so wichtigen Baus

1401
Das Ober- und Unterlechtal wird kirchlich voneinander getrennt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte lediglich ein Pfarrer die ganze Talschaft zu betreuen

1405
Aufgrund eines Streites über das Recht auf einen Viehtrieb entbrennt ein Streit zwischen Füssen und Vils. Daraufhin besetzen die Füssener die Stadt Vils und plündern diese

1406
Über den Fernpass kommend marschieren die Appenzeller gegen Ehrenberg. Aufgrund einer Bedrohung im eigenen Land werden sie jedoch durch einen Boten zurückgerufen, woraufhin sie über das Tannheimer Tal und Immenstadt in Richtung Heimat abziehen

1407
Im Herbst zogen die Appenzeller abermals durch das Außerfern. Über den Flexenpass kommend marschierten sie durch das Lechtal ein. Details über die Verheerungen durch die Appenzeller wurden jedoch nicht überliefert

1415
Allgäuer Söldnerheere aus den Städten Kempten, Kaufbeuren, Memmingen und Augsburg rückten während der Wirren um das Konzil zu Konstanz gegen Ehrenberg vor. Sie belagerten die Klause vom 8. bis zum 23. April, brachen das Unternehmen dann erfolglos ab

1427
Bach wird erstmals urkundlich erwähnt

Der Ort Namlos wird der Gemeinde Berwang unterstellt

1430
Berwang und Namlos werden dem Gericht Ehrenberg einverleibt

1432
Herzog Friedrich IV. 'mit der leeren Tasche' erwirbt Teile des Gemeindegebietes von Nesselwängle

1453
Streitigkeiten um die Besitzungen bei Nesselwängle werden beigelegt. Der Augsburger Bischof verzichtet auf die Ansprüche und somit fällt Nesselwängle dem Tiroler Erzherzog Sigmund 'dem Münzreichen' zu. Somit werden die Nesselwängler zu Tirolern

1456
Der Ort Mittewald wird durch eine Lawine zerstört. An einer anderen Stelle bauen die Überlebenden einen neuen Ort auf, den sie 'Lähn' nennen

Graf Haug (Hugo?) von Montfort erwirbt vom Bischof in Augsburg das Recht auf den Wildbann im Tannheimer Tal

1464
Die Reuttener bauen eine Brücke über den Lech und eröffnen eine Zollstelle

Tannheim wird Sitz eines Niedergerichtes

1471
Reutte bekommt das 'Niederlagsrecht', somit müssen die Waren nun im Ort zwischengelagert werden

1472
Herzog Sigmund verleiht dem Pfleger zu Kronburg, Hans Klammer, das Recht zum weiteren Ausbau (ein eingeschränkter bergbaulicher Betrieb war bereits im Gange) des Eisenbergwerkes im Almajurtal. Zur gleichen Zeit wird auch ein Eisenbergwerk im Alperschontal (Feustarb?) erwähnt

1477
Georg Gossembrot (Jörg Gossenbrot?) wird als Pfleger auf Ehrenberg eingesetzt - er leiht Erzherzog Sigmund "dem Münzreichen" wiederholt Geld, woraufhin dieser Gossembrot die Burg Ehrenberg als Pfandschaft übergibt. Gossembrot gilt indirekt als ausgesprochener Förderer der damaligen Region, da auf sein Betreiben (siehe 1488) der Warenverkehr von Süden in Richtung Augsburg über den Fernpass und Ehrenberg geleitet wurde. Zuvor wurde stets die Strecke über den Zirler Berg und Garmisch-Partenkirchen befahren

1481
Der Tiroler Landesfürst Sigmund erwirbt von den Herren von Schwangau das Jagd-, Geleit-, Zoll- und Gerichtsrecht

1483
Am 16. April zieht der Dominikanermönch Fratris Felicis (Felix) Fabri im Tross einiger Ritter, welche sich auf dem Weg in das Heilige Land befinden, durch das Außerfern. Im Januar 1484 passiert der Mönch bei seiner Rückkehr von seiner Pilgerreise abermals das Außerferner Gebiet. Er hält die Erlebnisse und die Stationen der Reise in dem Werk Evagatorium, der Bericht über die Reise ins Heilige Land für die Nachwelt fest

1485
Sigmund schließt einen Vertrag über die Rechte im Tannheimer Tal und der linksufrigen Seite des Lechtals. Streitigkeiten verzögerten aber die Erfüllung des Vertrags, sodass es erst 1531 zu einer tatsächlichen Einigung kam

1488
Sigmund erlässt auf Georg Gossembrots Betreiben die Anweisung, die Handelswaren für Augsburg künftig anstatt über den Zirler Berg über die Ehrenberger Klause zu transportieren

Reutte erhält das Recht einen Wochen- und zwei Jahrmärkte abzuhalten

1489
Das Dörfchen Reutte wird von dem Habsburger Erzherzog Sigmund 'dem Münzreichen' am 5. Juni zum Markt erhoben

1490
Erzherzog Sigmund übergibt sein Amt an Maximilian I. Dieser wahr wohl der bedeutendste Landesfürst für das Außerfern, traf man ihn doch häufig in diesem Gebiet an, als er seiner Leidenschaft, dem Jagen und Fischen, nachging. Die Region um den Plansee war die vom Kaiser am häufigsten frequentierte, da hier der Heiterwanger See mit seinem Fischreichtum lockte und er an den Ufern des Plansees der Jagd nachgehen konnte

1494
Der Kaiser Maximilian besucht den Plansee für eine Bärenjagd. Diesem vermutlich ersten Jagdausflug des Regenten werden noch viele weitere folgen

1495
Grenzstreitigkeiten zwischen den Leuten von Reutte und den Ettalern im Gebiet des Ammerwaldes

1500
In alten Urkunden wird für diese Zeit von einem Bergbaugebiet im Bereich des Seebensees bei Ehrwald berichtet

1507
Als ein Gesandter der Republik Florenz im Außerfern auf Durchreise unterwegs war, kehrte er im damaligen Wirtshaus der Ehrenberger Klause ein. Seinen Aufenthalt hat der Florentiner offenbar nicht wirklich genossen, er notierte dazu: "Es gab zwar wenig zu essen, dafür aber viel zu bezahlen!"

1509
In Pflach entsteht ein Messingwerk, wo 'zuvor die Eisenschmieden standen'. Das vormalige Eisenbergwerk wurde von der Patrizierfamilie der Hochstetter betrieben und war damals das Bedeutendste in ganz Westösterreich

1511
Eine Bergmann-Gewerkschaft erhält die Schürfrechte am Biberwierer Schachtkopf. Daraus entwickelt sich der größte Bergbaubetrieb des Außerferns

1519
Ferdinand I. übernimmt aufgrund des Todes seines Onkels Maximilian I. die Regierungsangelegenheiten für Tirol

1520
Lermoos erhält ein Warenlager, auch Ballhaus (Pallhaus) genannt

1525
Vils und Pinswang werden aufgrund ihrer Grenzlage in den Bauernaufstand verstrickt

Am 31. März wird eilends Kriegsgerät auf Ehrenberg geschafft und die Burg kriegsbereit gemacht

1535
Marodierende Landsknechte ziehen wiederholt durch das Außerfern

1540
Die Salzstraße wird im Bereich des Gaichtpass ausgebaut

1544
Eine Zollstelle wird an der neuen Trasse des Gaichtpass errichtet

1546
Die Schmalkalden fallen in das Außerfern ein und besetzen am 11. Juli die Festung Ehrenberg, welche zu diesem Zeitpunkt lediglich mit 71 Mann besetzt ist

Ein Teil der Schmalkaldischen Streitmacht zieht weiter in Richtung Innsbruck, muss jedoch kehrt machen, da die Kaiserlichen Streitkräfte bereits Augsburg bedrohten. Die Besatzung Ehrenbergs blieb aber aufrecht

Am 4. September hatten sich kaiserliche Truppen am gegenüberliegenden Falkenberg (dort wo sich heute das Fort Claudia befindet) postiert und nahmen die Burg Ehrenberg unter heftigen Beschuss. Die Besatzer hatten jedoch inzwischen das sturmreif geschossene Gemäuer unbemerkt verlassen

Erste Fälle der Pest treten in den Orten Lermoos, Lähn und Wengle auf. An der Klause Ehrenberg wird eine "Sterbhut" postiert, die auf eine mögliche Einschleppung der Seuche achten musste

1552
Am 6. April kommt Kaiser Karl V. in das Außerfern. Als er aber erfährt, dass Kurfürst Moritz von Sachsen als Anführer einer protestantischen Streitmacht gegen Ehrenberg vorrückt, kehrt er sofort nach Innsbruck zurück

Moritz von Sachsen besetzt Füssen und schlägt sich bei der Wehranlage am Kniepass durch. Die nun ungeschützte kaiserliche Hauptstreitmacht im Kessel von Reutte wird frontal angegriffen und erleidet eine verheerende Niederlage
Zeitgenössischen Angaben zufolge dürfte es bei diesem Angriff etwa 1200 Tote und über 5000 Gefangene gegeben haben

Ein einheimischer Verräter führte einen Teil der Truppen des Moritz von Sachsen hinter die Ehrenberger Klause. Durch einen Überraschungsangriff von beiden Seiten wurde die Klause schnell von feindlichen Einheiten eingenommen

Moritz von Sachsen zog nach Innsbruck weiter um dort den Kaiser gefangen zu nehmen, der war allerdings schon über den Brenner geflohen. Daraufhin zogen Moritz' Truppen - vermutlich da sie ihr Primärziel nicht erreicht hatten - mordend und brandschatzen durch die Täler, verwüsteten Kirchen und hinterließen ein Bild des Grauens. Viele der verängstigten Anwohner waren vor der Gefahr in die Wälder geflüchtet und sind dabei zum Teil sogar verhungert

1555
Im Kreckelmoos bei Breitenwang wird eine 'Badehütte' errichtet. Sechs Jahre später wird die 'Hütte' durch ein 'festes Haus' ersetzt. Ab dem Jahr 1602 wächst es zu einem stattlichen 'Heilbad' heran und erfreut sich großer Beliebtheit.
Um das Jahr 1700 scheint die Schwefelquelle allerdings wieder zu versiegen und das Bad muss vorerst aufgelassen werden.
1719 rettet der damalige Bürgermeister von Reutte das Bad mit einem umfassenden Ausbau und lässt ein Kurhaus errichten

1558
In Elbigenalp finden vom 5. bis zum 8. August Verhandlungen über die Gebietsgrenzen im Alperschon statt. Die Interessengruppen werden durch den Pfleger Christoph von Wechningen zu Laudegg, Balthasar Schekh zu Imst, den Sprechern der "Unterthanen" zu Laudegg und der "Gerichtsleute" des Lechtals vertreten

1563
In Nassereith treten vermehrt "Sterbläuf" (Pestvorfälle) auf, woraufhin das öffentliche Leben in weiten Teilen eingeschränkt wird. Kirchtage und Tanzveranstaltungen werden verboten. Auch in Namlos wird von 7 Toten berichtet. Die "Sterbhut" an der Klause Ehrenberg wird verstärkt

1566
Die Pest löscht einen Großteil der Bevölkerung von Forchach aus

1582
Nach einem über 50 Jahre währenden Rechtsstreit verzichtet der Bischof von Augsburg formell auf die Jagdrechte im Tannheimer Tal - damit gelangt das Tannheimer Tal vollständig unter die Hoheit der Tiroler Landesfürsten

1602
Maximilian III. ist nun neuer Herrscher über das Außerfern. Er kauft das Gericht Aschau (vormals zum Stift Sankt Magnus in Füssen gehörend) hinzu und treibt den Bau der Festungsanlage Ehrenberg maßgeblich voran

1605
Der Amtssitz des Pflegers von Ehrenberg wird von der Burg nach Reutte herunter velegt. Somit wird der Ort Reutte erstmals zum Bezirkshauptort

1610
Das Füssener Kloster St. Magnus veräußert all seine Besitztümer im Außerfern an Tirol

1611
Erneut wütet die Pest im Außerfern

1619
Eine kaiserliche Streitmacht von 12000 Mann zieht über Reutte nach Füssen

1628
Das einzige Kloster des Außerferns wird von Erzherzog Leopold V. gegründet. Er übergibt es den Franziskanern, welche es bis in das Jahr 2014 (also für 386 Jahre) betreiben werden

1630
Der Tiroler Landesfürst Erzherzog Leopold V. verhandelt mit dem kaiserlichen Feldherrn Wallenstein in Reutte. Kurz darauf besucht auch ein Abgesandter des dänischen Königs, Kronprinz Christian, den Außerferner Ort

1632
Erzherzog Leopold V. hält auf der Festung Ehrenberg einem Angriff der Schweden stand. Noch im selben Jahr verstirbt dieser aber und so fällt die Regentschaft an dessen Gattin Erzherzogin Claudia.
Die Festung Fort Claudia erinnert noch heute an ihre Regierungszeit. Ihre beiden Söhne Erzherzog Ferdinand Karl und Sigmund Franz waren ihre Nachfolger, erlangten aber keine Bedeutung mehr

Am 25. Juni fallen die Schweden über Füssen ins Außerfern ein. Vils wird verwüstet, schwedische Einheiten rücken bis Roßschläg vor

Am 8. Juli überfällt eine Reitertruppe das Tannheimer Tal. Ehrenberger Soldaten können die Schweden jedoch zurückdrängen

Nochmals greifen die Schweden am 29. Juli die Truppen von Leopold V. an, zerstören dabei die Vorwerke Roßschlög und Kniepass und plündern danach den Markt Reutte. Zwei Tage später ziehen sie wieder ab

1633
Abermals wird das Außerfern von der Pest entvölkert. Etwa 20 bis 40% der Bevölkerung wird durch die Seuche dahingerafft. Im Lechtal werden beispielsweise die rechts des Lech gelegenen Weiler Grießau und Grünau besonders stark getroffen, dort lebt bis zum Abebben der Pest so gut wie niemand mehr. Das große Sterben endet erst im Jahre 1636

1634
Die Hungersnot während des Dreißigjährigen Krieges (1618-48) erreicht im Außerfern ihren traurigen Höhepunkt. Es wird berichtet, dass die Menschen Hunde, Katzen, Mäuse und verendetes Vieh verspeisen um am Leben zu bleiben. Der Überlieferung zufolge fand man verhungerte Menschen mit einem Büschel Gras im Mund auf

1639
Das Fort Claudia wird unter der Leitung von Elias Gumpp erbaut

1642
Auf der Höfener 'Platte' wird eine Flachsrösterei und -brechlerei gegründet. Im Jahr 1825 wird nach der Verlegung nach Reutte das 'Reuttener Textilwerk' daraus hervorgehen

1664
Bei Elmen reißt eine Lawine 40 Männer in den Tod und hinterlässt 22 Frauen als Witwen

1665
In diesem Jahr endet die Herrschaft der in Tirol ansässigen Habsburger, da der Regierungssitz in Innsbruck aufgelassen wird. Das Außerfern wird von nun an vom Kaiser in Wien aus regiert

1668
Der spätere Großherzog Cosimo III. von Toskana wird über den Fernpass kommend in einer Sänfte durch das Außerfern getragen

1673
Ein verheerender Großbrand legt einen Teil des Städtchen Vils sowie deren Pfarrkirche in Schutt und Asche

1689
Eine Lawine, welche auf den Weiler Lähn niedergeht, zerstört 11 Häuser und tötet dabei 21 Menschen.

Auch in den Lechtaler Gemeinden Elbigenalp und Holzgau werden jeweils 4 Häuser verschüttet und Berichten zufolge verunglückten 31 Personen. "Wie die grosse Glocke sei angezogen worden, Donnerstag abends, hab's am Berg einen Schnall gethan"

1693
Am 9. März begrub eine Lawine in der Gemeinde Bach bei den Weilern Oberbach und Winkel 3 Häuser mit 7 Personen

1699
Aus alten Urkunden und Listen ist zu entnehmen, dass sich in diesem Jahr 644 Maurer aus dem Lechtal im Ausland (vorwiegend Deutschland) befunden haben

Der Lech führt Hochwasser und es gibt zahlreiche Schäden, selbst einige Gebäude im nahen Umfeld des Flusses drohen weggerissen zu werden

1700
Eine Viehseuche rafft einen großen Teil der Tierbestände auf den Alpen und den Weiden dahin

1701
Von Innsbruck aus rücken die Truppen des Kurfürsten von Bayern im Zuge des sogenannten "Boarischen Rummel" gegen Ehrenberg vor. Ehrenberg ist zu diesem Zeitpunkt allerdings ohne Besatzung und so werden die kriegsunerfahrenen Gerichtsuntertanen auf der Festung aufgestellt.
Die Angst der Bauern und Handwerker, die nun gegen eine Armee von Söldnern und Soldaten antreten soll, ist aber einfach zu groß. Schon als sie die feindlichen Truppen aus der Ferne hören, fliehen sie. Der Pfleger von Ehrenberg muss die Festung kampflos übergeben.
Um die Festung zurück zu erobern bringen die Tiroler Kanonen auf den über der Festung thronenden Schlossberg. Nachdem ein Kanonenkugelhagel auf die bayerischen Besatzer niederging, flüchten diese kampflos.

Auch Lechtaler Schützen beteiligen sich an der Rückeroberung Ehrenbergs und stellen überdies Wachposten an den Bergübergängen auf.

Eine Feuerkatastrophe wütet in Reutte. 52 Häuser, die Kirche und das Kloster werden ein Raub der Flammen

1704
Abermals wütet ein Großbrand in Reutte

1711
Kaiser Karl VI. reist durch das Außerfern

1724
Wieder ruft der Brandalarm in Reutte zu einem Großbrand

1726
Der Schlossberg wird befestigt und bis zum Jahre 1741 zu einer mächtigen Wehranlage ausgebaut

1735
Auf der Kög (Reutte) wird das erste 'bürgerliche Krankenhaus' eröffnet

1740
Am 4. Februar werden im Bernhardstal bei Elbigenalp 11 Männer beim Heuziehen von einer Lawine verschüttet. Die Bergung der zuletzt gefundenen Leiche fand erst im August statt

1750
Im Bereich Gaichtpass wird die Straßentrasse verbreitert und die Felsen mittels Sprengstoff entfernt.

Lechtaler Maurer bringen erstmals Kartoffeln von ihren Arbeitsaufenthalten aus dem Odenwald mit

1767
Die Brüder Carl Josef und Ignaz Dominik Falger errichten in der Nähe von Reutte eine Papiermühle

1770
Aus dem Lechtal befinden sich über 300 Personen als Händler und Kaufleute im Ausland. Die meisten in Deutschland und Holland. Einige reisen bis nach Amerika und einzelne davon wiederum bringen es in Übersee zu ansehnlichem Reichtum. Im Alter kommen einige dieser wohlhabenden Lechtaler Händler in ihr Tal zurück und verbringen in der alten Heimat ihren Lebensabend. In den Gemeinden Elbigenalp, Holzgau und Bach deuten noch zahlreiche reich verzierte Häuserfassaden auf diesen einstigen Wohlstand hin

1772
Im Tannheimer Tal werden erstmals Kartoffeln angebaut

1774
In Stanzach werden die Kirche und 10 Häuser ein Raub der Flammen

Der Trierer Kurfürst Klemens Wenzeslaus von Sachsen ist im Juni im Hohen Schloss in Füssen zu Gast. Ein Ausflug nach Tirol führte ihn zum Kniepass, zur Ehrenberger Klause und nach Reutte selbst

1777
Kaiser Joseph II. nächtigt im Gasthof Krone in Reutte. Noch heute erinnert eine Fassadenmalerei an dem Gasthof an diese Begebenheit

1780
Im Lechtal entsteht das erste Bräuhaus

1782
Kaiser Joseph II. lässt Ehrenberg auf. 1783 wird die Festung dann um 1700 Gulden versteigert

Am 7. Mai fährt Papst Pius VI. bei Schneegestöber in Reutte ein. Vom Balkon der späteren Bezirkshauptmannschaft erteilt er der Menge seinen Segen, um eine Viertelstunde später die Weiterfahrt anzutreten

Die neue Straße von Pinswang, am Lech entlang, bis nach Füssen wird dem Verkehr übergeben

1790
Am 19. März weilt Goethe in Reutte

1793
Bei einem Lawinenabgang in der Nähe des Dorfes Häselgehr werden 11 Menschen in 3 Häusern verschüttet und davon 7 getötet

1795
Nach zeitgenössischen Angaben verlassen rund 1600 Männer das Gericht Ehrenberg um in der Fremde auf Arbeitssuche zu gehen

1796
Am 17. September wehren Tannheimer und Lechtaler Schützen einen französischen Angriff erfolgreich ab. Seither wird im Hochtal der 17. September als Talfeiertag gefeiert

1797
Eine Abordnung von Lechtaler Schützen zieht über den Brenner nach Bozen

1800
Im Juli ziehen französische Truppen plündernd und brandschatzend durch Vils und Pinswang. Ein Waffenstillstandsvertrag teilt das Außerfern in Besatzungszonen auf.
Die linke Seite des Lech fällt an die Franzosen, die rechte Seite wird von den Österreichern besetzt.

Am 22. Juli stoßen französische Truppen bis Elbigenalp vor, das sie für die folgenden sieben Monate belagern. An allen Lechbrücken werden Wachhäuser errichtet. Der Lechtaler Chronist Anton Falger berichtet: "Im Allgemeinen hatte man wenige Klagen über die Franzosen, sie waren lustige Leute, entwendeten wenig; was sie von den Bauern bekamen, wollten sie zwar gut und reinlich, aber nicht viel; den schönen Mädchen waren sie nicht feind, wenn die Mädchen auch auf dem rechten Lechufer waren. Manchmal waren die "Wachen an den Lechbrücken ziemlich streng und wollten Niemand passiren lassen... So zogen denn die fröhlichen Republikaner am 24. Februar 1801 ab; singen, springen und fechten war ihnen am liebsten, einfach und leicht ihre Kleider, der Haarzopf ist mit ihnen verschwunden und als alte Dummheit belacht... Ehe die Franzosen kamen, sahen die Thalbewohner gar häufig Pütze (Geister) und dergleichen Erscheinungen, aber mit Ankunft derselben vergass man darauf; bei den fortwährenden 'Kriegen führte man andere Gespräche', man vergass die Gespenstergeschichten und der Aberglaube nahm ab"

1801
Das gesamte damalige Außerfern wird vertraglich wieder an Österreich angegliedert

1803
Vils kommt zum Außerfern und damit zu Tirol. Allerdings ergeben sich durch das Machtgerangel zwischen Bayern und dem Hause Habsburg mehrfach Besitzänderungen in dieser Zeit. Erst 1816 gelangt Vils dann endgültig zu Tirol und somit auch zu Österreich

1805
Am 26. Dezember wird Tirol mitsamt dem Außerfern kampflos an die Bayern übergeben

1806
Die Bayern rücken in das Außerfern ein. In einem Umsturz im April 1809 wird die bayerische Verwaltung für kurze Zeit beseitigt. Kurz darauf kommt Tirol unter der Herrschaft Napoleons aber nochmals zu Bayern. 1814 wendet sich aber das Kriegsglück von Napoleon ab und das Außerfern, jedoch vorerst ohne das Gericht Vils, sowie das übrige Tirol werden wieder mit Österreich vereinigt

1809
Am 12. August entbrennt im Tannheimer Tal ein Gefecht zwischen den Franzosen und den Tannheimer Schützen. Die Franzosen müssen hier eine bittere Niederlage einstecken: 34 Tote und einen Verwundeten!
Die Tannheimer hingegen haben 'nur' 2 Tote und einen Verwundeten zu beklagen.
Aus dem Lechtal ziehen sieben Schützenkompanien in den Bereich von Reutte bis gegen Kempten, sowie in das Tannheimer Tal. Auch bei den Lechtalern wurde von 'nur' 2 Todesopfern berichtet

1810
Das Tannheimer Tal, wie auch das Lechtal wird für mehrere Monate von bayerischen Truppen besetzt

1811
Die politische Gemeinde Pfafflar entsteht

1812
Im Russlandfeldzug Napoleons fallen 24 Lechtaler als Soldaten der bairischen Armee

1813
Bereits am 8. September hält ein massiver Wintereinbruch die Außerferner Bevölkerung in Atem. Im Lechtal reißen mehrere Lawinen die Heuhütten (Biller) mitsamt dem Heu in die Tiefe

1816
Im ganzen Außerfern (und weit darüber hinaus) gibt es Missernten. Am Markt Reutte verdreifacht sich der Getreidepreis.

Heute weiß man, dass dies die Folge des Vulkanausbruches des indonesischen Tambora war, dessen Eruption aber bereits Mitte April 1815 stattfand. Die enorme Masse an Auswurfmaterial (bis zu 150km³) führte zu globalen Klimaveränderungen, welche sich als "Jahr ohne Sommer" auf Nordeuropa sowie auf Nordamerika niederschlugen.

Die Napoleonische Herrschaft endet. Vils wird im Zuge des Beschluss des Wiener Kongress wieder dem Außerfern und somit auch Tirol einverleibt

1817
Anfang Mai türmen sich immer noch die Schneemassen in Wiesen und Feldern. "Auf dem Joch" bei Schattwald soll am 24. April die "Gähwindè" immer noch 42 Schuh (fast 13m) an Höhe gemessen haben

1820
Der Lechaschauer Josef Anton Nauß besteigt (vermutlich) als erster im Rahmen von Vermessungsarbeiten die Zugspitze

1821
Ein schwerer Sturm legt zur Weihnachtszeit große Waldflächen um

1824
Der Ort Nesselwängle droht von einer Mure verschüttet zu werden

1825
In Reutte entsteht eine Leinenfaktorei

1830
Ein außergewöhnlich kalter Winter wird von einem ertragreichen Sommer abgelöst. Jedoch schneit es im Oktober schon wieder zu

1831
Ein Erdbeben erschüttert am 26. November das Lechtal

1832
Bei einem Großbrand in Zöblen werden 2 Häuser und die Kirche ein Raub der Flammen

Die Holzgauer Wetterspitze wird erstmals durch die Herren Falger und Knittl bestiegen

1833
Ein Brand zerstört die Kirche von Kaisers

1835
Zöblen kann sich von dem Verband mit Tannheim trennen und wird eine eigenständige Gemeinde

1840
Am 17. Februar ist im Lechtal ein Erdbeben spürbar.

In Hinterhornbach fällt ein Kind rund 25 Meter tief von einer Brücke und wird von den Wassermassen mitgerissen. Es wird daraufhin fast unverletzt geborgen

1841
In Elbigenalp kommt die kleine Anna Knittel zur Welt. Später einmal werden sie viele unter dem Namen 'Geierwally' kennen.

Starke Stürme schädigen am 18. Juli Waldflächen und decken ganze Dächer ab

1843
König Maximilian II. von Bayern besucht mit seiner Gattin Marie und seinen Söhnen Ludwig II. und Otto den Ort Berwang

1846
Eine Hungersnot droht. Die schlechte Witterung und Umweltkatastrophen suchen den ganzen Bezirk heim. Die Kartoffeln beginnen wegen der hohen Niederschläge bereits im Boden zu faulen. 1847 setzt sich die Misere fort. Noch einmal macht die Fäulnis die Kartoffelernte zunichte. Auch die Viehzucht bringt keinen Gewinn mehr

Großbrand in Reutte. Sieben Häuser, die Kirche und das Kloster liegen in Schutt und Asche

Kaiser Ferdinand I. 'der Gütige' verleiht den Weißenbachern das Recht an jedem 26. September einen Markt abzuhalten

1849
Die Bezirkshauptmannschaften werden in Österreich eingeführt. Das Landgericht Reutte gehört nun zu der Bezirkshauptmannschaft Imst, welche somit die Gerichtsbezirke Imst, Silz und Reutte umfasst

1850
Kaiser Franz Joseph I. kommt nach Reutte

1851
Wieder fällt die Kirche und der Pfarrhof von Kaisers den Flammen zum Opfer

1861
Die Postverbindung zwischen Reutte und dem Tannheimer Tal wird eingerichtet. Zunächst noch wöchentlich, wird aber ab dem Jahre 1881 täglich das Hochtal angefahren

1863
Ein verheerender Großbrand in Nesselwängle legt 42 Häuser in Schutt und Asche

1868
Die heute noch gültige Einteilung der Bezirkshauptmannschaft wird im Bezirk Reutte eingeführt

Der Zollanschlussvertrag zwischen Österreich und dem Königreich Bayern wird unterzeichnet

1875
Anselm Klotz aus Stockach bezwingt als erster die Parseierspitze von der Lechtaler Seite aus

Errichtung des Waltenbergerhauses

1879
König Ludwig II. und seine Mutter Maria besuchen das Tannheimer Tal

Die Muttekopfhütte in den Lechtaler Alpen wird errichtet

1880
Eine Feuersbrunst zerstört in der Gemeinde Elmen 13 Häuser

Vermutliche Errichtung einer Vorläuferin der Pfrontner Hütte (heute Bad-Kissinger-Hütte), zumindest wird in einer Urkunde vom 1. Oktober 1880 die Stadt Vils als Eigentümerin einer solchen angegeben

1881
Das Prinz-Luitpold-Haus wird im Gebiet des Hochvogels errichtet

1882
18 Häuser samt Kirche werden in Nesselwängle ein Raub der Flammen

1885
Die Rappenseehütte wird erbaut

1888
Der Gemeindename des vormaligen 'Lech in der Aschau' wird aufgrund von Verwechslungen in Lechaschau umgewandelt

1891
Am 16. August findet die Einweihung der Kemptner Hütte statt

1892
Die Tannheimer Hütte am Fuße des Gimpels wird vom Alpenverein erworben und großzügig ausgebaut

1894
Eine Telegraphenverbindung wird zwischen dem Tannheimer Tal und Reutte hergestellt

Die letzten Bewohner von Pfafflar ziehen nach Boden hinunter, danach wird Pfafflar nur noch als Sommersiedlung genutzt

1896
Am Aggenstein wird die Pfrontner Hütte (heute Bad-Kissinger-Hütte) errichtet (zumindest wird dies in einer Urkunde verlautbart - ein älterer urkundlicher Eintrag nennt eine Pfrontner Hütte schon im Jahr 1880)

1899
Der 'Jubiläumsweg' wird anlässlich des 25jährigen Bestehens des Alpenvereines angelegt

1900
Die neue Jochpassstrasse von Hindelang nach Oberjoch und dem Tannheimer Tal wird feierlich eröffnet

1901
Das Elektrizitätswerk Reutte wird gegründet und es wird sogleich mit dem Bau des Kraftwerkes am Plansee begonnen. Die einstmals mächtigen Stuibenfälle werden dadurch aber zu einem großen Teil ihrer eindrucksvollen Kraft beraubt

Die Coburger Hütte, unweit des Sebensees in den Mieminger Bergen, wird erbaut

Als erste Außerferner Gemeinde erhält Jungholz ihren Anschluss an das elektrische Stromnetz

1902
Georg Schretter wird zum Alleineigentümer eines kleinen Ziegel- und Kalkwerkes. 1904 entdeckt Schretter dann im Falltal bei Vils ein Kalkmergelvorkommen. Schnell erwirbt er die Abbaurechte und beginnt bald darauf mit der Zementproduktion

Bei den Postämtern Biberwier, Ehrwald und Lermoos werden Telefonverbindungen nach Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald und andere grenznahe Orte aufgebaut

1903
Das Elektrizitätswerk Reutte eröffnet das Kraftwerk Plansee feierlich. Dadurch kann auch die Region Reutte mit elektrischem Strom versorgt werden

Bis auf ein einziges Haus zerstört eine Feuerkatastrophe den gesamten Elmer Weiler Martinau

1904
In Reutte wird durch den Nesselwanger Johann Röck eine Brauerei gegründet

1905
Die Lokalbahn 'Reutte - Schönbichl' wird in Betrieb genommen

1907
Eine Steiganlage zum Thaneller wird in Planung gestellt, vorerst fehlen aber die finanziellen Mittel. Erst 1908 unternahm Werner Riezler die notwendigen Arbeiten um den Steig schaffen zu können. Er organisiert Arbeiter, besorgte das Material und erledigte die Markierung. Ende September 1908 erfolgte schließlich die Fertigstellung

1909
Der Plansee erhält sein erstes Dampfschiff

Der Bau der 'neuen' Gaichtpassstrasse wird begonnen

Die ersten Postomnibusse verkehren im Sommer zwischen Imst und Reutte

1910
Hochwasserkatastrophe am Lech

1911
Am 20. August wird die Telefonverbindung von Imst nach Reutte in Betrieb genommen

1912
Wieder Hochwasseralarm am Lech

In den Räumlichkeiten des 'Gasthof zur Rose' errichtet Adolf Beck eine Brauerei

1913
Die Eisenbahnlinie von Garmisch nach Reutte wird eröffnet, die 'Außerfernbahn' ist somit fertiggestellt

1918
Der Betrieb der Baumwollspinnerei und Baumwollweberei wird an die Kleinmünchner Baumwollspinnereien verkauft

1920
Am 29. August wird die Mindelheimer Hütte eröffnet

1921
Am 21. Juni wird das Metallwerk Plansee gegründet

Die Pfrontner Hütte geht am 27. Dezember aufgrund von Unachtsamkeit in Flammen auf

1922
Der Vilsfall bei Schattwald wird zur Stromgewinnung genutzt und das neue E-Werk eröffnet. Im Tannheimer Tal (ausgenommen Jungholz) gibt es erstmals elektrisches Licht

Die Gimpelhütte wird erbaut

1925
Josef Fritz sen. und sein Sohn Josef Fritz jun. legen den Grundstein für das Unternehmen 'Holzindustrie Fritz' in Reutte

1926
Die Zugspitzbahn bei Ehrwald wird feierlich eröffnet

1927
Neubau der Brücke zwischen Reutte und Lechaschau

1929
Die Landsberger Hütte wird errichtet

1930
Das Luftschiff 'Graf Zeppelin' überfliegt am 10. September das Tannheimer Tal

Die Nebelhornbahn wird nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht

Am 8. Oktober ereignet sich ein Erdbeben der Stärke 5,3 nach der Richter-Skala. Das Epizentrum liegt bei Namlos. Beinahe alle Häuser des Ortes werden beschädigt

Gramais kommt in den Genuss von elektrischem Strom

1933
Die Tausend-Mark-Sperre des Hitler-Regimes bringt den gerade erst aufblühenden Fremdenverkehr gänzlich zum Erliegen

1934
Ein breiter Güterweg nach Kaisers wird angelegt

Mehrere Anschläge der Nationalsozialisten schädigen die heimische Wirtschaft und bedrohen Menschen aus der Zivilbevölkerung

1938
Die Fiderepasshütte wird errichtet, trägt zunächst aber den Namen 'Hermann-Schertl-Haus'

1944
Im Laufe des 22. Januars stürzte ein Bomber der Alliierten Luftstreitkräfte im Bereich des Kreuzkarsees (Hinterhornbach) ab. Eine Bergung der Mannschaft sowie der Maschine konnte in dem steilen Felsterrain nicht durchgeführt werden

Eine Maschine der Wehrmacht stürzt am 24. Juni im Bereich des Vilser Kegels vermutlich wegen dichtem Nebel ab

Am 3. August tobt ein Luftkampf über dem Ehrwalder Becken. Eine Maschine stürzt am Ortsrand von Lermoos in das Moos, 4 Maschinen gehen im Gemeindegebiet von Biberwier nieder (Wampeter Schrofen, Wannig, südöstlich von Biberwier, Brendlkar) und 1 Maschine zerschellt im Bereich der Ehrwalder Alm. Aus den Maschinen wurden insgesamt 16 lebende und 14 tote Besatzungsmitglieder geborgen. Aber auch auf deutscher Seite gab es zahlreiche Abstürze (Jagdflieger): Berwang, Ehenbichl, Grubigstein (Biberwier), Martinau (Elmen), Stanzach und Tuftlalm

Im Hotel Forelle und im Hotel Ammerwald werden Außenstellen des Konzentrationslagers Dachau eingerichtet. Hier werden vorwiegend Häftlinge aus höheren Kreisen interniert

1945
Am 22. Februar wird Reutte von den Amerikanern bombardiert. Acht Opfer unter der Zivilbevölkerung sind zu beklagen

In Vils werden am 27. Februar 5 und in Tannheim 2 feindliche Piloten gefangen genommen. Ihre Maschinen stürzten bei Füssen (?) und Weißenbach ab

Ein einzelner amerikanischer Jäger startet am 20. April einen Angriff auf die Tiroler Zugspitzbahn

Am 28. April überschreiten amerikanische Soldaten die Grenze bei Vils

Am 29. April sprengen deutsche Truppen die Lechaschauer Brücke und die Gemstobelbrücke am Gaichtpass. Bei Grän wird ein erbitterter Kampf um das Engetal geführt. Die Amerikaner schießen den Ort Grän in Brand, woraufhin 15 Häuser den Flammen zum Opfer fallen. 23 Menschen finden den Tod und 5 kommen mit schweren Verletzungen davon

Am 1. Mai besetzen die Amerikaner die Fernpasshöhe

Am 2. Mai bricht um 16:45 Uhr der nationalsozialistische Widerstand im Außerfern zusammen

Am 8. Mai tritt der deutsche Raketenforscher Wernher von Braun und sein Team in Reutte zu den Amerikanern über

Im Gemeindegebiet von Vils zerschellt am 16. Juli - also bereits nach Kriegsende - eine amerikanische Fracht- oder Sanitätsmaschine (?) an einer Felswand. Alle sieben Besatzungsmitglieder finden den Tod, die Maschine (B-17 Flying Fortress) brennt teilweise aus. Die Absturzursache ist nicht bekannt (siehe dazu das Thema "der zweite Weltkrieg im Außerfern")

Eine Feuersbrunst zerstört fünf Häuser und die Kirche von Vorderhornbach

1948
Bei Grabungsarbeiten in Weißenbach wird ein Skelett gefunden. Nach den Untersuchungen stellt sich heraus, dass man hier auf ein spätrömisches Grabmal gestoßen ist

In Jungholz wird der erste Skilift im Bereich des Außerferns in Betrieb genommen

1949
Der erste Berwanger Skilift wird eröffnet

Die Gemeinde Berwang wird verkleinert. Namlos wird mit Kelmen zu einer eigenständigen Gemeinde erhoben

1950
Der Wiederaufbau der Gemeinde Grän wird feierlich abgeschlossen

1951
Bei einem Lawinenabgang bei Häselgehr werden 13 Hektar Wald vernichtet. Das Dorf selbst entging nur knapp einer Katastrophe

1953
Der erste Gräner Skilift wird gebaut

Der Segelflugverein Außerfern - Höfen wird gegründet

1956
Der hauptsächlich für Segelflieger errichtete Flugplatz in Höfen wird eröffnet

1957
Am 28. Juli wird die Kabinenbahn auf den Hahnenkamm in Betrieb genommen

1963
Der Traualpsee wird erstmals zur Stromgewinnung genutzt, die Kraftwerksturbinen werden ab 1965 ihre Arbeit aufnehmen

1965
In Breitenwang finden die österreichischen Meisterschaften im nordischen Stil statt

1968
Das Bezirkskrankenhaus in Ehenbichl wird feierlich eröffnet

1969
Die neu erbaute Straße über das Hahntennjoch wird für den Verkehr freigegeben

1977
Erstmals findet im Tannheimer Tal die Europameisterschaft im Polarhunde-Schlittenrennen statt

1978
Im Nesselwängler Weiler Rauth fallen 4 Häuser einer Brandkatastrophe zum Opfer

1979
Die neue Gemstobel-Rundbogenbrücke wird eröffnet

1981
Die Reuttener St. Anna Kirche erhält wieder ihren zwiebelförmigen Turm. Nachdem im Jahr 1846 die Kirche zum wiederholten Mal abgebrannt war, wollen die Franziskaner den Turm nicht mehr errichten. Die Bürger von Reutte nehmen daraufhin den Aufbau trotz ihrer damaligen Armut auf sich, jedoch erhält der Turm aus Kostengründen nur noch ein sehr schlichtes Dach

1990
Am 28. Februar fegt ein Orkan über das Außerfern hinweg. Am schlimmsten betroffen ist das Tannheimer Tal. Im ganzen Tal werden mehrere tausend Festmeter Wald vernichtet

1991
Die Zugspitzbahn bei Ehrwald wird nach einem Komplettumbau wiedereröffnet

1993
Die Lechaschauer Brücke wird neu erbaut

Die neue Straße nach Gramais wird fertiggestellt

1994
In Breitenwang werden die nordischen Junioren-Weltmeisterschaften ausgetragen

1997
Der moderne Neubau des Bezirkskrankenhauses Reutte wird im Juli 1997 in Betrieb genommen

1999
Starke Regenfälle und die massiv einsetzende Schneeschmelze verursachen zu Pfingsten eine verheerende Hochwasserkatastrophe. Die Gemeinde Pflach ist davon im besonderen Maße betroffen

2002
Am 6. April um 22:00 Uhr konnte im Bereich zwischen Füssen und Garmisch der Niedergang eines Meteoriten beobachtet werden. Der Gesteinsbrocken, welcher in Folge den Namen Meteorit Neuschwanstein erhielt, zerbarst in einer Höhe von etwa 22 Kilometern und ging in Einzelteilen über ein mehrere Quadratkilometer großes Gebiet nieder. Drei Bruchstücke konnten im Bereich des Ochsenälpelekopfes und des Altenberges gefunden werden

2005
Tagelang anhaltende Starkregenfälle führen zu der schlimmsten Hochwasserkatastrophe, welche jemals im Außerfern registriert wurde. Speziell Gemeinden im oberen Lechtal und Pflach werden von den Wassermassen heimgesucht und Teile der Ortschaften verwüstet

2007
Ein schweres Busunglück ereignet sich am 21. Juni am Katzenberg (B179) und fordert einen Toten, sowie weitere schwer und leicht verletzte Personen. Sämtliche Einsatzkräfte der Rettung und Feuerwehr, sowie mehrere Rettungshubschrauber sind im Einsatz

2013
Nach anhaltendem Starkregen ist die Hochwasserlage an den ersten beiden Junitagen angespannt, insgesamt ist der Verlauf im Außerfern aber glimpflich abgegangen und die Schäden lediglich geringfügig

2015
Ende März hält das Sturmtief "Niklas" die Außerferner Einsatzkräfte der Feuerwehr in Atem. Glasfronten werden eingedrückt, ganze Dächer durch Böen abgedeckt (Gossenbrotstraße, Reutte), Isoliermaterial auf Straßen geweht und den Straßenverkehr durch dutzende auf die Fahrbahn gestürzter Bäume blockiert. Die Sachschäden der Forstflächen, an Gebäuden, Fahrzeugen und der Infrastruktur waren enorm. Menschen kamen aber nicht zu Schaden

2017
Während des Sommeropenings auf Ehrenberg (highline179) kommt es am 25. Mai 2017 um etwa 14:20 Uhr zu einem gefährlichen Zwischenfall in Höfen. Eine Bell Cobra der RedBull-Staffel hatte ihre Showeinlage beendet und flog zurück zum Flugplatz in Höfen. Der Pilot Siegfried 'Blacky' Schwarz wollte für den Rückflug nach Salzburg noch die Maschine betanken. Beim Aufsetzen berührten die Rotorblätter das Vordach des Betankungs-Häuschens und flogen in Trümmern im unmittelbaren Umfeld des Helicopters umher, dabei wurde auch der Heckausleger der Bell abgerissen und die Turbine schwer beschädigt. Umstehende Schaulustige wurden wie durch ein Wunder nicht verletzt, ebenso blieb der Pilot unverletzt