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Wieder einmal haben
wir einen Gipfel in den Lechtaler Alpen als unser Ziel
auserkoren, genauer gesagt die Namloser Wetterspitze. Entgegen
der üblichen Route von Namlos, über das Almdorf Fallerschein,
wählten wir das Bergbauerndorf Bschlabs als Ausgangspunkt für
unsere Tour.
Das Auto parkten wir bei der Bschlabser Kirche, da der
Endpunkt mit dem Startpunkt diesmal übereinstimmen sollte. Wir
gingen dann noch der Straße, welche zum Hahntennjoch führt,
entlang und stiegen dann bei der Auffahrtsrampe zum Ortsteil
Zwieslen in den Wald auf (ein Wegweiser mit Aufschrift
Plötzigtal - Anhalter Hütte zeigt uns den Weg an).
Ein wirklich schmaler Steig führt nun an einer Wildfütterung
vorbei und trifft bald auf einen etwas breiteren Pfad. Beinahe
eben geht es nun immer in etwa 20 Meter Höhe über der Straße
taleinwärts.
Mehrere kleine Täler machen den Steig wirklich interessant und
haben schon in ihrem frühen Verlauf das alpine Flair, dass man
eigentlich meist erst weiter oben entdecken kann. Durch den
dichten Wald geht es nun also weiter bis zum Eingang in das
Plötzigtal.
Schon wenige Meter nachdem wir in das Tal kamen, trafen wir
auf mehrere, von der Alm heruntergeführte Haflinger welche
hier und dort einen dicken Haufen Pferdeäpfel hinterließen,
was uns allerdings wenig störte :-) Nach etwa einer Stunde
Fußmarsch trafen wir nun auf das Plateau auf dem die Pferde
zuvor geweidet hatten. Bezeichnenderweise nennt sich dieses
Plateau Großebene. Von hier aus kann man auch das erste mal
die Anhalter Hütte bewundern, welche am hinteren Ende des
Tales auf einem weiteren Plateau thront.
Unser Weg führt jedoch weiter in das Putzental, welches in
etwa der Mitte des Plötzigtales zwischen Taleingang und
Anhalter Hütte nach links abzweigt. Zwei Wege sollen laut
Karte dort hinauf führen, den ersten können wir aber nicht
finden, also entschließen wir uns weiterzugehen und die zweite
Variante zu nutzen. Erst durch intensives Schauen kann ich den
Steig entdecken, welcher nun hinauf auf das Putzenjoch führen
sollte. Eine etwas genauere Beschilderung wäre hier wirklich
wünschenswert.
Steil geht es nun hinauf zum Eingang des Tales und die Sonne
hat trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit immer noch eine
enorme Wirkung.
Kurz vor dem Taleingang wartet nun eine neue Hürde auf uns!
Jemand hat den Weg mit umgeschnittenen, kleinen Bäumen
verrammelt! Was sollte das nun wieder bedeuten? War der Weg
nicht begehbar? In dem Dickicht konnte ich bald einige alte
Zaunpfosten ausmachen. Da hat der Hirte es wohl nicht mehr für
Nötig befunden einen richtigen Zaun aufzustellen und statt
dessen diesen "Holzhaufen" aufgebaut. Für den Wanderer nun
nicht wirklich praktisch und zudem noch gefährlich, da man
sich hier wirklich verletzen kann!
Nach erfolgreichem Überwinden der Hürde geht es weiter in das
Tal hinein. Mehrere kleine Wasserfälle begrüßen uns und
spenden das ersehnte kühle Nass für Joe. Sogar seine Pfoten
scheint er sich kühlen zu müssen, da er es scheinbar genießt
im Wasser zu stehen (siehe Bild). In einigen Serpentinen geht
es nun durch ein Latschenfeld und später über eine Hochweide
in weitem Bogen durch den Talkessel. Eine letzte langgezogene
Serpentine führt uns nun zum Talschluss und somit auf das
Putzenjoch.
Hier heroben scheint es ein ausgedehntes Hochmoor zu geben.
Durch das Moor schlängelt sich anmutig ein kleines Bächlein,
dass zu versiegen scheint. Doch etwas weiter unten in Richtung
Fallerschein tritt das Bächlein als vermeintliche Quelle
wieder zu Tage.
Wir machen uns nun querfeldein in Richtung Joch auf. Nadja hat
schon während des Aufstieges für sich entschlossen auf dem
Joch zu warten, während ich den Aufstieg auf die Namloser
Wetterspitze wage. Auch Joe bleibt beim Frauchen und kann erst
einmal rasten.
Ich nehme alles Überflüssige aus dem Rucksack um nicht mit dem
vollen Gepäck den Anstieg meistern zu müssen. Vom Joch aus
sieht der Anstieg unspektakulär und kurz aus. Ich mache mich
also auf den Weg und komme auf den steilen Serpentinen anfangs
gut voran. Ich kam auch bald an die Kante, welche von unten
sichtbar ist, und hinter welcher ich das Gipfelkreuz wähnte.
Doch das Gipfelkreuz war noch nicht in Sicht. Also stapfte ich
weiter auf dem gerölligen Pfad. Der Weg zog sich nun doch
weiter über den Geländerücken hin als ich zuerst angenommen
hatte. Doch nun sah ich zum ersten Mal das Kreuz aus der Nähe
und war dann auch bald am Gipfel angekommen. Nach etwas mehr
als viereinhalb Stunden stand ich nun am Ziel.
Die Aussicht war zwar etwas trübe, aber trotzdem war das, was
ich sah sehr imposant. Im Süden die nach Norden hin
abfallenden Wände des Muttekopfes und aus Südwesten blinkte
mir das Dach der Hanauer Hütte entgegen. Hinter den
vorgelagerten Gipfeln der Hornbachkette konnte ich das
mächtige und ebenmäßige Delta des Hochvogels erkennen. Weiter
hinten im Süden waren die Gipfel der Ötztaler Alpen
aufgereiht.
Gegen Norden und Nordwesten hin die der Allgäuer Alpen. Direkt
unter dem Gipfelaufbau war der Dreiensee zu erkennen, welcher
smaragdgrün aus der Tiefe heraufleuchtete.
Nach kurzer Rast machte ich mich wieder auf den Weg um Nadja,
die ja am Joch unten geblieben war, nicht zu lange warten zu
lassen. Beim Abstieg hat man stets den von der Gebirgsfaltung
gezeichneten Gipfel des Ortkopfes (2.314m) vor sich. Tief
unten konnte ich schon Nadja und Joe als kleine Punkte
ausmachen. Bald kam ich am Joch an und musste nun erst einmal
Frühstücken, es war ja mittlerweile auch schon halb zwei Uhr
nachmittags ;-)
Nach der Rast ging es zurück in Richtung Ausgangsort. Jedoch
wollte ich nicht den selben Weg den wir hochgekommen waren
wieder runtergehen. Hinter dem Kreuzjoch (2.185m) führt ein
kleiner Steig über mehrere kleine Täler über den Ort Bschlabs.
Über einen wirklich schönen kleinen Steig kommt man zu der
Örtlichkeit "Orttenne", auf der eine kleine Holzhütte
errichtet wurde, die zum kurzen Rasten einlädt. An dem kleinen
Brunnen direkt vor der Hütte kann man dann auch seine Flaschen
wieder füllen und sich dann weiter auf den Weg ins Tal machen.
Leider verlief das bei uns nicht ganz nach Plan! Mehrere
kleine Steige führen von der Hütte weg und bei keinem kann
eindeutig gesagt werden, wohin er denn führen wird.
Da wir ja nach unten wollten, entschieden wir uns auch für den
untersten Steig... Leider! Bald verlief sich der vermeintliche
Steig und wir standen nun mitten im Wald und hatten schon eine
gehörige Strecke in Richtung Tal zurückgelegt. Wieder
aufsteigen? Nein, wir liefen weiter querfeldein und hielten
uns in etwa nach der Richtung des Ortsteiles Zwieslen, welcher
direkt unter uns liegen musste. Ich hoffte nur, dass uns nicht
ein Felsenband zum Umkehren zwingen würde. Aber alles verlief
"normal". Der Abstieg durch den Wald war zwar enorm steil,
aber am Ende war alles gut. Wir erreichten schon bald die
Häuser des Ortsteiles Zwieslen und waren froh heil angekommen
zu sein! Auch hier wäre eine eindeutige Markierung des Steiges
wünschenswert!
Nach neuneinhalb Stunden standen wir dann endlich wieder am
Auto. |
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