start | suche | alpin | region | geschichte | natur | bilder | service | links | FORUM | kalender | shop

Sie sind hier: Startseite - Alpin - Touren - Namloser Wetterspitze
 
 

Namloser Wetterspitze (2.554m) - Lechtaler Alpen

 

Wieder einmal haben wir einen Gipfel in den Lechtaler Alpen als unser Ziel auserkoren, genauer gesagt die Namloser Wetterspitze. Entgegen der üblichen Route von Namlos, über das Almdorf Fallerschein, wählten wir das Bergbauerndorf Bschlabs als Ausgangspunkt für unsere Tour.

Das Auto parkten wir bei der Bschlabser Kirche, da der Endpunkt mit dem Startpunkt diesmal übereinstimmen sollte. Wir gingen dann noch der Straße, welche zum Hahntennjoch führt, entlang und stiegen dann bei der Auffahrtsrampe zum Ortsteil Zwieslen in den Wald auf (ein Wegweiser mit Aufschrift Plötzigtal - Anhalter Hütte zeigt uns den Weg an).

Ein wirklich schmaler Steig führt nun an einer Wildfütterung vorbei und trifft bald auf einen etwas breiteren Pfad. Beinahe eben geht es nun immer in etwa 20 Meter Höhe über der Straße taleinwärts.
Mehrere kleine Täler machen den Steig wirklich interessant und haben schon in ihrem frühen Verlauf das alpine Flair, dass man eigentlich meist erst weiter oben entdecken kann. Durch den dichten Wald geht es nun also weiter bis zum Eingang in das Plötzigtal.

Schon wenige Meter nachdem wir in das Tal kamen, trafen wir auf mehrere, von der Alm heruntergeführte Haflinger welche hier und dort einen dicken Haufen Pferdeäpfel hinterließen, was uns allerdings wenig störte :-) Nach etwa einer Stunde Fußmarsch trafen wir nun auf das Plateau auf dem die Pferde zuvor geweidet hatten. Bezeichnenderweise nennt sich dieses Plateau Großebene. Von hier aus kann man auch das erste mal die Anhalter Hütte bewundern, welche am hinteren Ende des Tales auf einem weiteren Plateau thront.

Unser Weg führt jedoch weiter in das Putzental, welches in etwa der Mitte des Plötzigtales zwischen Taleingang und Anhalter Hütte nach links abzweigt. Zwei Wege sollen laut Karte dort hinauf führen, den ersten können wir aber nicht finden, also entschließen wir uns weiterzugehen und die zweite Variante zu nutzen. Erst durch intensives Schauen kann ich den Steig entdecken, welcher nun hinauf auf das Putzenjoch führen sollte. Eine etwas genauere Beschilderung wäre hier wirklich wünschenswert.

Steil geht es nun hinauf zum Eingang des Tales und die Sonne hat trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit immer noch eine enorme Wirkung.
Kurz vor dem Taleingang wartet nun eine neue Hürde auf uns! Jemand hat den Weg mit umgeschnittenen, kleinen Bäumen verrammelt! Was sollte das nun wieder bedeuten? War der Weg nicht begehbar? In dem Dickicht konnte ich bald einige alte Zaunpfosten ausmachen. Da hat der Hirte es wohl nicht mehr für Nötig befunden einen richtigen Zaun aufzustellen und statt dessen diesen "Holzhaufen" aufgebaut. Für den Wanderer nun nicht wirklich praktisch und zudem noch gefährlich, da man sich hier wirklich verletzen kann!

Nach erfolgreichem Überwinden der Hürde geht es weiter in das Tal hinein. Mehrere kleine Wasserfälle begrüßen uns und spenden das ersehnte kühle Nass für Joe. Sogar seine Pfoten scheint er sich kühlen zu müssen, da er es scheinbar genießt im Wasser zu stehen (siehe Bild). In einigen Serpentinen geht es nun durch ein Latschenfeld und später über eine Hochweide in weitem Bogen durch den Talkessel. Eine letzte langgezogene Serpentine führt uns nun zum Talschluss und somit auf das Putzenjoch.

Hier heroben scheint es ein ausgedehntes Hochmoor zu geben. Durch das Moor schlängelt sich anmutig ein kleines Bächlein, dass zu versiegen scheint. Doch etwas weiter unten in Richtung Fallerschein tritt das Bächlein als vermeintliche Quelle wieder zu Tage.
Wir machen uns nun querfeldein in Richtung Joch auf. Nadja hat schon während des Aufstieges für sich entschlossen auf dem Joch zu warten, während ich den Aufstieg auf die Namloser Wetterspitze wage. Auch Joe bleibt beim Frauchen und kann erst einmal rasten.

Ich nehme alles Überflüssige aus dem Rucksack um nicht mit dem vollen Gepäck den Anstieg meistern zu müssen. Vom Joch aus sieht der Anstieg unspektakulär und kurz aus. Ich mache mich also auf den Weg und komme auf den steilen Serpentinen anfangs gut voran. Ich kam auch bald an die Kante, welche von unten sichtbar ist, und hinter welcher ich das Gipfelkreuz wähnte. Doch das Gipfelkreuz war noch nicht in Sicht. Also stapfte ich weiter auf dem gerölligen Pfad. Der Weg zog sich nun doch weiter über den Geländerücken hin als ich zuerst angenommen hatte. Doch nun sah ich zum ersten Mal das Kreuz aus der Nähe und war dann auch bald am Gipfel angekommen. Nach etwas mehr als viereinhalb Stunden stand ich nun am Ziel.

Die Aussicht war zwar etwas trübe, aber trotzdem war das, was ich sah sehr imposant. Im Süden die nach Norden hin abfallenden Wände des Muttekopfes und aus Südwesten blinkte mir das Dach der Hanauer Hütte entgegen. Hinter den vorgelagerten Gipfeln der Hornbachkette konnte ich das mächtige und ebenmäßige Delta des Hochvogels erkennen. Weiter hinten im Süden waren die Gipfel der Ötztaler Alpen aufgereiht.
Gegen Norden und Nordwesten hin die der Allgäuer Alpen. Direkt unter dem Gipfelaufbau war der Dreiensee zu erkennen, welcher smaragdgrün aus der Tiefe heraufleuchtete.

Nach kurzer Rast machte ich mich wieder auf den Weg um Nadja, die ja am Joch unten geblieben war, nicht zu lange warten zu lassen. Beim Abstieg hat man stets den von der Gebirgsfaltung gezeichneten Gipfel des Ortkopfes (2.314m) vor sich. Tief unten konnte ich schon Nadja und Joe als kleine Punkte ausmachen. Bald kam ich am Joch an und musste nun erst einmal Frühstücken, es war ja mittlerweile auch schon halb zwei Uhr nachmittags ;-)

Nach der Rast ging es zurück in Richtung Ausgangsort. Jedoch wollte ich nicht den selben Weg den wir hochgekommen waren wieder runtergehen. Hinter dem Kreuzjoch (2.185m) führt ein kleiner Steig über mehrere kleine Täler über den Ort Bschlabs. Über einen wirklich schönen kleinen Steig kommt man zu der Örtlichkeit "Orttenne", auf der eine kleine Holzhütte errichtet wurde, die zum kurzen Rasten einlädt. An dem kleinen Brunnen direkt vor der Hütte kann man dann auch seine Flaschen wieder füllen und sich dann weiter auf den Weg ins Tal machen.

Leider verlief das bei uns nicht ganz nach Plan! Mehrere kleine Steige führen von der Hütte weg und bei keinem kann eindeutig gesagt werden, wohin er denn führen wird.
Da wir ja nach unten wollten, entschieden wir uns auch für den untersten Steig... Leider! Bald verlief sich der vermeintliche Steig und wir standen nun mitten im Wald und hatten schon eine gehörige Strecke in Richtung Tal zurückgelegt. Wieder aufsteigen? Nein, wir liefen weiter querfeldein und hielten uns in etwa nach der Richtung des Ortsteiles Zwieslen, welcher direkt unter uns liegen musste. Ich hoffte nur, dass uns nicht ein Felsenband zum Umkehren zwingen würde. Aber alles verlief "normal". Der Abstieg durch den Wald war zwar enorm steil, aber am Ende war alles gut. Wir erreichten schon bald die Häuser des Ortsteiles Zwieslen und waren froh heil angekommen zu sein! Auch hier wäre eine eindeutige Markierung des Steiges wünschenswert!

Nach neuneinhalb Stunden standen wir dann endlich wieder am Auto.

 
   
Talort Höhendifferenz in m
Bschlabs 1.250
   
Stützpunkt Gebirgsgruppe
Anhalter Hütte Lechtaler Alpen
   
Zeit in h Charakter
9 - 10 lange Bergtour, die eine gewisse Ausdauer erfordert; unschwierige, alpine Steige, lediglich die letzten zehn Minuten vor dem Gipfel verlangen etwas Trittsicherheit
   
 

» weitere Links

Mitdiskutieren in der Außerferner Stube