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Lechaschau


Region: Reutte Umgebung


erste urkundliche Erwähnung: 1200 (1218?)
Fläche: 6,12km²
Höhe: 846m
Ortsteile: Buchenort, Moosbichl, Ruene, Jauchart



schon früh Einflussgebiet des Füssener Klosters St. Mang - Lechaschau linksseitig des Lechs um 1900

Prähistorisches Bodendenkmal


Das Mange-Sessele, oder Magnussitz, stellt möglicherweise einen prähistorischen Opferplatz dar, welcher wahrscheinlich zu der Zeit des Hl. Magnus von einem vormals heidnischen in ein christliches Symbol umgedeutet wurde.

Gericht Aschau


Die heutige Gemeinde Lechaschau wurde noch bis 1888 als Lech bezeichnet - die Umbenennung erfolgte aufgrund häufiger Verwechslungen mit Lech am Arlberg - und war im Mittelalter der Niedergerichtssitz der Besitztümer des Füssener Klosters St. Mang in der sogenannten Aschau. Die Aschau bildete in dieser Zeit einen geschlossenen Verwaltungs-, Gerichts- und Seelsorgeverband, zusammengesetzt aus den Orten Vorderhornbach, Weißenbach, Höfen, Wängle (das kirchliche Zentrum der Aschau) und eben dem Ort Lech selbst.

Durch das Füssener Kloster wurden Vögte zur Verwaltung der Aschau eingesetzt. Diese hatten auch das Recht zur Ausübung der Blutgerichtsbarkeit, also den Vollzug bei schwerwiegenden Vergehen welche mit dem Tod bestraft wurden. Die Vogtei in der Aschau unterstand noch bis in das späte 12. Jahrhundert den Welfen, ging dann an die Staufer über und 1266 schließlich an Graf Meinhard II. von Görz-Tirol. Schon mit dem Jahr 1314 bestanden vielfältige Verflechtungen mit dem benachbarten, östlich des Lech gelegenen Gericht Ehrenberg.

Der Einfluss der Tiroler wurde in den folgenden Jahrzehnten stetig erweitert und ausgebaut. Schlussendlich wünschten die Aschauer Leute selbst den Anschluss an das Gericht Ehrenberg. 1609 verkaufte das Stift Füssen die Aschau schließlich unter dem eifrigen Mitwirken des Pflegers von Ehrenberg - Burkhart Laymann von Liebenau. Bereits ein Jahr später gelangte die Aschau durch Kauf an den Tiroler Landesfürsten Erzherzog Maximilian III., den Deutschmeister.

Damit begann auch eine Verselbständigung der Orte in der Aschau. 1675 erlangte etwa Vorderhornbach die kirchliche Selbständigkeit und schon 1685 folgte Weißenbach diesem Beispiel. Während der Napoleonischen Kriege im Jahr 1806 wurde durch die bayerische Regierung das Gericht Aschau aufgelöst und zur Gänze dem Gericht Ehrenberg einverleibt.

Lechbrücke


Einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung erfuhren die beiden Orte an der Lechbrücke - Reutte und eben Lechaschau - ab 1464 nach deren Fertigstellung. Speziell in Verbindung mit den Salztransporten gelangte der Ort am Lech ab 1550 zu seiner Blütezeit. Erst mit dem Bau der unteren Lechbrücke bei Unterletzen im Jahre 1786 begann die gewinnbringende Zeit wieder ab zu ebben.

Spitäler


Bald nach der Fertigstellung der Lechbrücke und dem vermehrten Aufkommen von Handelsverkehr mit Salz und anderen Gütern wird gegenüber der Heilig-Geist-Kirche noch vor 1507 ein Spital errichtet. Darin fanden vorwiegend mittellose oder kranke Wanderer und Pilger, aber auch hilfsbedürftige Menschen aus der Bevölkerung eine Unterkunft.

Ein schon vor 1774 bestehendes Haus in Buchenort wurde zur gleichen Zeit als Krankenhaus bezeichnet. Dieses Krankenhaus gehörte der aschauischen Gerichtsgemeinde und beherbergte vor allem kranke, verletzte und übermüdete Soldaten der durchmarschierenden Truppen. Noch heute erinnert die Flurbezeichnung 'Krankenhausgstoag' daran.

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