B179 - Fahrverbote Winter 2019/20
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Gehrenspitze


Als "Speerspitze aus Wettersteinkalk" bezeichnete sie etwa Helmut Dumler. Tatsächlich geht die Bezeichnung "Gehre" wohl auf die Form der Spitze eines Wurfspießes zurück.
1854 besteigt der Mineraloge und ausgebildete Bergmann Carl Wilhelm von Gümbel die Gehrenspitze als erster Tourist. Weitere prominente Besucher des Berges waren Marie von Bayern, die Mutter des berühmten Bayernkönigs Ludwig II., und der Bergpionier Hermann von Barth.

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Gehrenspitze
Die Gehrenspitzen - der nach Osten auslaufende Grat findet seinen Abschluss in der Blachenspitze

Schwierigkeitsgrad




T5-6 - schwieriges Alpinwandern


Charakter
Meist weglos. Kletterstellen bis II. (mäßige Schwierigkeit) Häufig sehr exponiert. Heikles Schrofengelände. Apere Gletscher mit erhöhter Ausrutschgefahr. Meist nicht markiert
Anforderung
Ausgezeichnetes Orientierungsvermögen. Ausgereifte Alpinerfahrung und Vertrautheit im Umgang mit alpintechischen Hilfsmitteln



Gruppe
Tannheimer Berge
Höhe
2164 m
Hütte(n)
Gehrenalpe, Musauer Alm
Talort(e)
Wängle, Musau (Bärenfalle)

 


T O U R E N I N F O




*** Trittsicherheit und Schwindelfreiheit wichtig. Im Kamin und dem Gipfelaufbau leichte Kletterei I (eine Stelle I+). Am Ostgrat darüber hinaus Klettergeschick (II) und Erfahrung im steilen Gras- und Schrofengelände.

Wängle Gehrenalpe

Ausgetretene Steige bis in das Gehrenjoch. Ab dort steiles Schrofengelände bis Einstieg Kamin (Steinschlaggefahr!); viel Geröll, nicht ganz zuverlässiger Fels und am oberen Ende schmaler Durchschlupf. Schlussanstieg nordseitig über Felsgelände (I) und einer abdrängenden Felsnase (I+), kurzzeitig ausgesprochen luftig über den kurzen, sich zuschnürenden Grat zum kreuzbestandenen Gipfel.

Gehrenspitze im Frühjahr

Musau (Bärenfalle) Musauer Alm Gehrenjoch

Von der Bärenfalle (kostenlose Parkmöglichkeit) auf breitem Forstweg in das Reintal und zu der Musauer Alm. (2 Std.) Aus dem landschaftlich äußerst reizvollen Almboden auf einem Fußsteig gegen Süden zunächst über die Weidefläche, dann durch lichten Wald über eine Geländestufe in das Sabachtal. Vorbei an der Sabacher Galtalpe zum Talschluss und bald linkshaltend hinauf in das Gehrenjoch.

Erweiterungsmöglichkeiten


Ostgrat (Kleine Gehrenspitze, Blachenspitze, Kleine Blachenspitze, Turejöchle, Feuerkopf, Auf den Koppen)
Köllenspitze (Kellenspitze)

Vom Gipfel der (Großen) Gehrenspitze leitet eine steile, schrofige Graspleise in die Einschartung hinab. Von dort entweder auf Trittspuren durch die ausgesprochen steile Flanke zum Gipfel der Kleinen Gehrenspitze hinauf ODER aus der Scharte über den steilen Grat (brüchig) aufsteigen (II) - (in jedem Fall recht exponiert).

Hahlekopf
ab dem Gehrenjoch zur Schneid
Rinne zwischen Großer und Kleiner Gehrenspitze (Süd)
Kletterei Nord- und Südwände

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Impressionen von Gehrenspitze und Schneid von Kauk



Die Gernspitze (Dr. Rudolf Sendtner, 1881)

Für die Gernspitze bieten sich zwei Möglichkeiten, zum Gipfel zu gelangen, je nachdem wir den östlichen oder westlichen Grat in's Auge fassen. Ersterer zieht sich vom Gipfel in mäßiger Neigung, doch stellenweise mit scharfer Kante, ostwärts herab, und dichtbewaldete, breite Absenker bilden seine Fortsetzung gegen das Lechtal. Wer den Besuch nur dieses einen Gipfels im Tannheimer Gebirge vorhat, tut am besten, von Reutte aus über Wängle dem zu den Gernalpen am Südabhang der Gernspitze führenden Alpenpfad zu folgen und von diesen Alpen an in nördlicher Richtung den östlichen Grat zu gewinnen, auf welchem längs der Nordseite hin der Gipfel ohne besondere Schwierigkeiten erreicht wird. Auch von der Sulztalalpe, oder vom Hohlakopf aus wird der östliche Grat an der Nordseite herauf zu erreichen sein. Der vom Gipfel nach Westen ziehende Grat fällt nach Norden in unnahbaren Wänden ab, nach Süden sendet er zerklüftete Felsmauern zur Tiefe, die in einzelnen Rippen ausmünden, und gegen Westen endet er an einer mächtigen, zerrissenen Steilwand, welche gegen das Plateau der Sabacher Galtalpe abfällt. Wenn auch ein Aufstieg zu diesem Grat nicht so leicht auszufinden ist wie zum östlichen, und dieser selbst auch nicht so gefahrlos zu begehen ist wie jener, so ist der Anstieg von diesem aus doch für jeden, der vom Raintal heraufkommt, als der unbedingt kürzeste auch der natürlichste.

Barth empfiehlt Nesselwängle im Tannheimer Tal als Ausgangspunkt für den Besuch des Gebirges. Dem von Sonthofen nach Reutte wandernden Touristen mag das empfehlenswert sein. Wer aber dem Lauf des Lech folgt, dem bietet das bei der Gemeinde Musau sich öffnende Raintal mit seinen Sennhütten willkommene Unterkunft. Ich möchte auch den Besuch dieses großartigen Hochtals an sich schon empfehlen. Bei Besteigung der Gernspitze dürfte am vorteilhaftesten die Musauer Sennhütte als Ausgangspunkt dienen.

Der Sabach wird ein wenig unterhalb der Sennhütte überschritten und gerade südlich gegen die Gernspitze und Köllenspitze verbindende Kammhöhe angestiegen. Ein Steig führt in dichter Waldung hinan; zur rechten rieselt von dem schroffen östlichen Ausläufer der Köllenspitze,
dem Sabachgrat, ein Bach herab, und diesem entlang wird in einer halben Stunde die grüne Hochmulde der Sabachalpe erreicht. Barth traf hier 1869 noch mehrere Hütten an, welche er als Kelleralpen anführt, und von diesen aus war er mit seinem Führer an der gewaltig abstürzenden Westwand der Gernspitze zum Grat aufgeklettert - wer sich die schwierigste Anstiegslinie wählt, kann seinen Weg, jedoch kaum ohne Führer, folgen. Bequemer steigt man von der Galtalpe, das Massiv der Gernspitze stets hart zur linken lassend, in südöstlicher Richtung über steinige Wiesenhänge empor zum Joch, an welchem der Seitenkamm des Gebirges mit der Schneid ansetzt. Auf der Höhe angelangt öffnet sich der Ausblick in eine weite, gegen Südosten geöffnete Talmulde, in welcher die Gernalpen liegen. Da die südlich abfallenden Felsrippen der Gernspitze ziemlich tief in's Gehänge herabgreifen, sieht man sich, um sie zu umgehen, genötigt, eine kurze Strecke abwärts zu steigen. Nach etwa halbstündiger Wanderung an den Südabfällen geht es über Geröll wiederum aufwärts, und hat man sich bisher möglichst hoch gehalten, so bietet sich durch einen steilen, aber gut gangbaren Kamin auch die Möglichkeit, in kurzem den östlichen Grat schon in beträchtlicher Höhe zu gewinnen. Spärlich begrastes Terrain bedeckt hier den Boden; von diesem ziehen steile Abstürze hinab gegen das Raintal. Ein schroffer Fels schiebt sich noch vor den Gipfel. Auf schmalen Stufen, angesichts der in ihrer ganzen Mächtigkeit fast senkrecht abfallenden Nordwände ist derselbe an seiner Nordseite zu umgehen, erst etwas abwärts, dann über besser gangbaren Boden wieder hinauf, abermals zum Grat. Auf diesem gelangt man dann mit weniger Mühe zu dem etwas nach Süden vorstehenden Gipfel. Der Anstieg währt von der Musauer Sennhütte aus etwa 2½ Stunden.








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